10. September 2021 / 10:42 Uhr

Empor Rostock: Jakub Zboril erfüllt sich Kindheitswunsch und wird Deutscher

Empor Rostock: Jakub Zboril erfüllt sich Kindheitswunsch und wird Deutscher

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Er geht ab jetzt als Deutscher auf Torejagd: Jakub Zboril, hier mit einem vorläufigen Pass.
Er geht ab jetzt als Deutscher auf Torejagd: Jakub Zboril, hier mit einem vorläufigen Pass. © privat
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Handball-Zweitligist HC Empor Rostock startet ohne Ausländer in die neue Saison. Der Grund: Der gebürtige Tscheche Jakub Zboril wurde eingebürgert. Seit einem Monat hat der Linksaußen einen deutschen Pass.

Jakub Zboril ist ein sechsjähriger Steppke, als er seinen Eltern stolz berichtet, dass er eines Tages Deutscher werden möchte. „Davon gibt es sogar noch ein Video“, erzählt der Linksaußen des HC Empor und schmunzelt. 2013 – Zboril ist damals 18 – wechselt er vom tschechischen Spitzenklub Banik Karvina zum Rostocker Traditionsklub und feiert noch im selben Jahr sein Zweitliga-Debüt.

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Auch privat fand der gebürtige Tscheche an der Küste sein Glück. Seit gut fünf Jahren ist Charlene die Frau an seiner Seite. „Ich bin hier zu Hause, das ist meine Heimat. Ich lebe hier und möchte hier bleiben“, sagt der Mann, der sich seinen Wunsch aus Kindheitstagen erfüllt hat. Zboril besitzt seit einem Monat die deutsche Staatsbürgerschaft. „Dafür habe ich acht Jahre gekämpft“, freut sich der Rechtshänder, der den Sprach- und Einbürgerungstest meisterte und stolzer Besitzer eines vorläufigen Ausweises ist.

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Die deutsche Staatsbürgerschaft habe viele Vorteile – auch im Alltag, meint Zboril, der bei der Wahl am 26. September erstmals seine Stimme abgeben darf.

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„Die Einbürgerung hat fast ein Jahr gedauert und hat mich viel Zeit und Geld gekostet“, erzählt Zboril, der beim Deutschen Roten Kreuz eine Ausbildung zum Erzieher absolviert. Die Arbeit mit Kindern macht ihm Spaß – und kennt er bereits aus dem Handball. Zboril ist Trainer von Empors F-Jugend.

Am Sonntag ist er als Spieler gefordert. Der Rechtshänder, der 2016/17 für den benachbarten Bad Doberaner SV auf Torejagd ging, startet mit Empor in seine siebte Saison. Damit ist er der dienstälteste Spieler im 18-köpfigen Kader.

„Wir sind alle motiviert und haben Lust auf die zweite Liga“, sagt Jakub Zboril mit Blick auf das Heimspiel am Sonntag gegen die HSG Nordhorn-Lingen (16.30 Uhr, Stadthalle). „Wieder vor Zuschauern zu spielen ist toll. Die ganze Mannschaft ist heiß.“ Die Liga sei sehr stark, meint Zboril. Dennoch ist er optimistisch, dass Empor den Klassenverbleib packt: „Wir schaffen das.“

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