08. März 2020 / 23:00 Uhr

Emre Can erklärt BVB-Wechsel: Deshalb lehnte ich Angebote aus der Premier League ab

Emre Can erklärt BVB-Wechsel: Deshalb lehnte ich Angebote aus der Premier League ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neuzugang Emre Can hat bei Borussia Dortmund voll eingeschlagen. Im Kicker-Interview verriet der Nationalspieler nun, warum er zum BVB gewechselt ist.
Neuzugang Emre Can hat bei Borussia Dortmund voll eingeschlagen. Im "Kicker"-Interview verriet der Nationalspieler nun, warum er zum BVB gewechselt ist. © imago images/Sven Simon
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Sein Transfer hat sich für Borussia Dortmund schon jetzt bezahlt gemacht: Emre Can glänzt beim BVB als Antreiber im Mittelfeld. Im Interview mit dem "Kicker" hat der DFB-Star nun erklärt, warum er sich für Dortmund und nicht für einen Premier-League-Klub entschieden hat.

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Mit Torjäger Erling Haaland und Mittelfeld-Abräumer Emre Can hat sich Borussia Dortmund in der Winterpause mit zwei Top-Spielern verstärkt. Während Haaland (neun Tore in acht Bundesliga-Spielen) die Defensive des Gegners beschäftigt, sorgt Can beim Vize-Meister für die so wichtige Stabilität im defensiven Mittelfeld. "Mit Haaland und Can haben sie zwei Spielertypen bekommen, die ihnen in den letzten Jahren gefehlt haben", schwärmte Sky-Experte Lothar Matthäus unlängst. "Es ist eine Augenweide, ihnen zuzugucken." Wie Can nun im Interview mit dem Kicker verraten hat, hätte er im Winter durchaus auch zu anderen Klubs wechseln können.

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So hätte er "allein drei Angebote aus der Premier League, unter anderem von Manchester United" vorliegen gehabt: "Aber darüber habe ich aufgrund meiner Liverpooler Vergangenheit keine Sekunde nachgedacht", sagte der Defensiv-Allrounder nun - und erklärte, warum er sich letztlich doch für den BVB entschied: "Für den BVB empfand ich schon immer eine extreme Sympathie. Ich wollte zu einem Verein, für den ich wichtig sein kann, wo ich gebraucht werde. Das ist in Dortmund der Fall. Die Borussia passt gut zu mir - und umgekehrt." Das Geld sei zwar "wichtig, aber nicht alles", ergänzte der DFB-Stammspieler, der in Dortmund im Vergleich zu seinem Ex-Klub Juventus Turin Gehaltseinbußen in Kauf nehmen musste.

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Vor BVB-Wechsel: Emre Can wurde bei Juventus "jegliche Chance verwehrt"

Der 26-Jährige war Ende Januar von Juventus aus der Serie A zur Borussia gewechselt. Bereits damals war klar, dass Can nach der Ausleihe fest verpflichtet werden sollte. Defensiv-Allrounder Can soll dem BVB eine Ablöse inklusive Bonuszahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro wert sein. Kurz vor dem Champions-League-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain verkündete der BVB, dass Can zum kommenden Sommer einen festen Vertrag bis 2024 erhält.

Hinter Can liegt ein enttäuschendes erstes Halbjahr bei Juventus. Beim italienischen Meister kam er bis zum BVB-Wechsel nur zu acht (Kurz-) Einsätzen. Zudem wurde er von Trainer Maurizio Sarri überraschend aus dem Champions-League-Kader gestrichen. Davon habe er nach einem "20-Sekunden-Telefonat" mit Sarri erfahren. "Danach wurde mir jegliche Chance verwehrt. Das war ungerecht und nicht in Ordnung, deshalb wollte ich dann auch im Winter weg", sagte Can. Den Wechsel vom FC Liverpool zum italienischen Rekordmeister im Jahr 2018 bereue er trotzdem nicht: "Zumindest das erste Jahr dort war schön, ich habe viel gespielt, gute Leistungen gezeigt und bin verdient italienischer Meister geworden", so die Bilanz des BVB-Profis.

Emre Can: BVB-Wechsel auch wegen DFB-Karriere

Auch die Chance auf weitere Nationalmannschafts-Einsätze habe den Winter-Wechsel zum BVB befeuert: "Der erste Grund war: Ich wollte wieder Fußball spielen. Und natürlich hat auch die EM etwas mit meinem Entschluss zu tun. Ich will im Juni unbedingt dabei sein", sagte Can. Unter Bundestrainer Joachim Löw kam der 25-fache Nationalspieler aber zuletzt im Gegensatz zum BVB, wo er in der Mittelfeld-Zentrale spielt, in der Innenverteidigung zum Einsatz. Für Can kein Problem: "Meine Jugendtrainer (...) prophezeiten mir: Du kannst im Mittelfeld eine große, aber als Innenverteidiger eine Weltkarriere machen. Das habe ich jahrelang nicht eingesehen. Inzwischen glaube ich, dass meine Stärken in der Abwehr tatsächlich besser zur Geltung kommen", so der Neu-Dortmunder.