18. Mai 2020 / 12:11 Uhr

Ende einer Ära: Dresdner-SC-Kapitänin Mareen von Römer beendet Karriere

Ende einer Ära: Dresdner-SC-Kapitänin Mareen von Römer beendet Karriere

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
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Mareen von Römer beendete ihre Karriere mit dem Gewinn des DVV-Pokals. © Anja Schneider
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Nach 13 Saisons, mehr als 400 Spielen und zwei Meistertiteln ist Schluss: Mareen von Römer beendet ihre Karriere.

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Dresden. In einem bezaubernden Sommerkleid, gut gelaunt und mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht erscheint Mareen von Römer in der Margon-Arena, ihrem „zweiten Wohnzimmer“. Auf Umarmungen und Handschlag muss natürlich in Corona-Zeiten verzichtet werden, die Pressevertreter sitzen in gebührendem Abstand bei diesem Medientermin, der ein wenig Wehmut und Traurigkeit verbreitet. Denn die Nummer „2“ der DSC-Volleyballerinnen verkündet ihren Abschied. Die Zuspielerin mit den butterweichen Händen – deshalb erwarb sie sogar in zwei All Star Games einst den Titel „Goldfinger“ – dem nie versiegenden Ehrgeiz, unbändigen Willen und großartigen Teamgeist beendet ihre erfolgreiche Karriere nach insgesamt 22 Jahren. Mit ihr verlässt nicht nur eine exzellente Regisseurin das Spielfeld, sondern ein DSC-Eigengewächs, das 1998 als Elfjährige unter ihrem Mädchennamen Apitz in ihrem Heimatverein erstmals mit dem Ball Kontakt aufnahm und seither zu einer Persönlichkeit reifte, die zum Aushängeschild, zur Identifikationsfigur und absoluten Publikumsliebling avancierte.

Eine Ära geht zu Ende - Unsere Kapitänin Mareen von Römer beendet nach 13 Jahren in der Bundesliga ihre aktive...

Gepostet von DSC Volleyball Damen am Montag, 18. Mai 2020

Wer sie kennt, weiß, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat und es auch kein „Schnellschuss“ ist. „Es war ein Reifeprozess, der schon während meiner Krankheit Ende vergangenen Jahres begann“, erzählt sie aufgeräumt. Auch wenn es anfangs weh tat, sei sie jetzt total mit sich im Reinen. „Mir geht es gut mit der Entscheidung. Ich kann mit Stolz und Zufriedenheit auf die 13 Profi-Jahre im DSC-Dress zurückblicken“, sagt sie und wirkt dabei tiefenentspannt. Ihr Heimatverein, mit dessen Teams sie zwei Meisterschalen, vier Vizemeisterschaften, drei Pokalsiege und den unvergesslichen Gewinn des Challenge Cups 2010 feierte, sei für sie eine Herzensangelegenheit.

Ihre Laufbahn, in der sie 2015 auch noch mit Cannes französische Meisterin wurde, dazu in 145 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft auflief und unter anderem 2011 EM-Silber holte, zudem 2010 Silber bei der Militär-WM gewann, will sie jedoch nicht nur an diesen Erfolgen festmachen. „Es sind die vielen kleinen Dinge, die zahlreichen besonderen Momente, wie zum Beispiel mit den aufstrebenden eigenen Talenten zu arbeiten wie zuletzt mit der jungen Sarah Straube“, meint die langjährige Vorzeigefrau. Lachend gibt sie zu: „Ich werde in Zukunft die Fan-Fraktion auf der Tribüne verstärken und habe beim Einlaufen der Spielerinnen bestimmt noch oft Gänsehaut.“

Berufseinstieg noch offen

Wenn es nach Trainer Alexander Waibl, der neun Jahre lang mit ihr gearbeitet hat und sie dabei nie schlecht gelaunt oder unmotiviert erlebt habe, geht, würde man das Trikot mit der Nummer „2“ unter das Hallendach ziehen. „Doch das funktioniert in der Margon-Arena leider nicht, aber nächste Saison haben wir erstmal ihre Nummer nicht vergeben“, wie der 52-Jährige verrät. Er hebt noch einmal die besonderen Qualitäten der langjährigen Führungsspielerin hervor: „Mit ihren außergewöhnlichen Händen, ihrem präzisen Zuspiel gehörte sie in den letzten zehn Jahren zu den Top-Regisseurinnen in der Bundesliga.

Besonders geschätzt habe ich, dass sie nie Angst hatte, in engen Situationen auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Sie hat immer Verantwortung übernommen.“ Mareen von Römer habe das Gesicht der Mannschaft und des Vereins geprägt und deshalb sei ihr auch ein Platz im DSC-Geschichtsbuch sicher. Vorstandschef Jörg Dittrich lobt insbesondere „ihren Teamgeist, den sie in diesem Verein mitgetragen“ habe und „ihre Loyalität, ihren Anstand“. Man wolle sie gern weiter in den Verein einbinden, über das „Wie“ gab es jedoch noch keine Gespräche.

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Schon während ihrer Volleyball-Karriere hat die Elbestädterin für das Leben nach dem Sport vorgesorgt. Sie schloss eine Lehre zur Bankkauffrau ab und ein Eventmanagement-Studium ab. Ihren Plan, als Hochzeits- und Eventmanagerin einzusteigen, hat sie wegen der Corona-Krise erstmal auf Eis gelegt. So ist der Berufseinstieg noch offen.