11. August 2019 / 13:40 Uhr

Ein Jahr nach dem Ende der Handballfreunde: So läuft es bei der HSG Deister-Süntel

Ein Jahr nach dem Ende der Handballfreunde: So läuft es bei der HSG Deister-Süntel

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Trainer und Neuen bei der HSG Deister-Süntel: Torwarttrainer Uwe Naumann (hinten, von links), Steven Völksen (A-Jugend HV Barsinghausen), Coach Slava Gorpischin, Max Winter (TSG Emmerthal II), Co-Trainer Jan Linke, Niklas Röpke (vorn, HSG Herrenhausen-Stöcken II), Marco Baade (eigene Reserve), Benedikt Noffke (HSG Herrenhausen-Stöcken II). Es fehlt Daniel Schramm.
Die Trainer und Neuen bei der HSG Deister-Süntel: Torwarttrainer Uwe Naumann (hinten, von links), Steven Völksen (A-Jugend HV Barsinghausen), Coach Slava Gorpischin, Max Winter (TSG Emmerthal II), Co-Trainer Jan Linke, Niklas Röpke (vorn, HSG Herrenhausen-Stöcken II), Marco Baade (eigene Reserve), Benedikt Noffke (HSG Herrenhausen-Stöcken II). Es fehlt Daniel Schramm. © Uwe Serreck
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Das Aus der HF Springe ist vor allem für die Fans ein echter Schock gewesen. Ein Jahr danach wird an der Harmsmühlenstraße noch immer Handball gespielt. Und mittelfristig will Nachfolgeverein HSG Deister-Süntel auch wieder in den Leistungsbereich zurück. Dafür wird fleißig gearbeitet - auf und neben dem Parkett.

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Die Handballer der HSG Deister-Süntel drehen ihre Runden auf dem Sportplatz des Schulzentrums Süd in Springe. Dreimal in der Woche müssen die Spieler schwitzen, um die Grundlagen für die Saison zu legen. Ambitioniert für einen Regionsoberligisten. „Aber wir wollen mehr“, sagt Jens Buchmeier, der mit Henning Jung die sportliche Leitung des Clubs übernommen hat. Mehr, das heißt um den Aufstieg in die Landesliga zu spielen. „Mittelfristig streben wir die Rückkehr in den Leistungshandball an. Verbandsliga oder Oberliga“, ergänzt Buchmeier.

Schock vor allem für die Fans

Ein Jahr ist es jetzt eher, dass der Handball in Springe von der nationalen Landkarte verschwand. Der Rückzug der Handballfreunde aus der 3. Liga war damals vor allem für die Fans ein Schock. Viele haben dem Club dennoch die Treue gehalten. 150 Zuschauer pilgerten im Schnitt zu den Spielen, obwohl die Gegner nicht mehr Eintracht Hildesheim oder HC Empor Rostock, sondern TuS Empelde oder HV Barsinghausen II heißen.

Auf der Aschenbahn ist davon wenig zu spüren. Trainer Slava Gorpischin notiert die Rundenzeiten und versammelt seine Jungs zu einer kurzen Besprechung. Der 49-Jährige der mit der russischen Nationalmannschaft 1992 und 2000 olympisches Gold holte, hatte Angebote aus der dritten Liga. Trotzdem blieb er. „Die Atmosphäre im Verein kann man nicht kaufen“, sagt Gorpischin.

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Seit dem vergangenen Sommer spielt Springe mit der TuSpo Bad Münder als HSG Deister-Süntel. „Wir profitieren davon im Jugendbereich und mittlerweile verwächst sich das gut“, unterstreicht Buchmeier. Der traditionsreiche Name Handballfreunde Springe ist damit jedoch Geschichte. Gorpischin stört das wenig: „Mir ist es egal, wie der Verein heißt. Ich arbeite mit den Menschen und das macht mir Spaß.“

HSG arbeitet an neuen Strukturen

Nur ein wenig mehr Fans wünscht er sich. „Ich habe schon vor 35.000 (bei der WM 1999 in Ägypten, Anm. der Redaktion) gespielt“, sagt der 270-fache russische Nationalspieler und lacht. Gorpischin wird schnell wieder ernst: „Insgesamt man kann nicht meckern. Wenn wir gute Leistungen zeigen, können wir auch mehr Zuschauer begeistern.“

Es ist eine schwere Aufgabe den Verein zurück in die Oberliga zu führen, wo vor elf Jahren unter Manager Dennis Melching der Weg in Profihandball begann. Den ersten Teil haben die Verantwortlichen geschafft und heute mehr Helfer als in Liga drei. „Wir wollten die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen“, freut sich Buchmeier. Es wurde auch versucht, einige der Strukturen beizubehalten. Hallensprecher und Hallenheft sind ungewöhnlich für die tiefe Spielklasse. „Aber es wäre schwer geworden, das wieder aufzubauen“, erklärt Buchmeier.

Handball-Regionsoberliga: HSG Deister-Süntel gegen TuS Empelde

Pawel Pietak (re) von der HSG Deister-Süntel nimmt Maß. Zur Galerie
Pawel Pietak (re) von der HSG Deister-Süntel nimmt Maß. ©
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Den Zuschauern gefällt es, ebenso wie die Interviews nach dem Abpfiff. Eine gute Möglichkeit, um die Spieler vorzustellen. Als „erste Herren“ stehen die jungen Leute plötzlich im Fokus. Benedikt Budahn, der in Völksen wohnt, wird sogar regelmäßig beim Bäcker angesprochen. „Die Jungs lesen jetzt ihre Namen in der Zeitung und müssen mehr verantwortlich sein für ihre Leistung“, betont Gorpischin.

Pawel Pietak ist noch immer dabei

Für die Mannschaft, die überwiegend aus waschechten Springern besteht, war es eine Umstellung. Mittlerweile funktioniert es sehr gut. „Keiner lässt den Star raushängen“, betont Co-Trainer Jan Linke. Schon gar nicht Publikumsliebling Pawel Pietak, der einzig Verbliebene des Drittligateams.

Dank seiner Erfahrung geht der inzwischen 36-Jährige Ex-Profi mit Leistung und als Motivator voran. „Pawel war enorm wichtig für die Entwicklung der Jungs“, findet Buchmeier. Nicht nur das – wenn Dinge nicht funktionieren wie sie sollen, legt er den Wunde und redet Tacheles.

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Nicht zu vergessen ist natürlich Torwarttrainer Uwe Naumann, der seit 1983 im Verein ist und auch im Zweiligajahr 2015/2016 die Keeper scheuchte. Die Augen des 59-jährigen funkeln: „Es macht mir viel Spaß mit den jungen Spielern zu arbeiten.“

Das Trainerduo – Linke fungiert gleichzeitig als Koordinator für die drei Herrenmannschaften, möchte jetzt den nächsten Schritt gehen. Gorpischins Rezept, um die sportlichen Ziele zu erreichen ist einfach: „Trainieren, trainieren, trainieren.“

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