23. Januar 2020 / 11:47 Uhr

"Endlich gezeigt, was wir drauf haben": Deutsche Wasserballer wahren Olympia-Chance

"Endlich gezeigt, was wir drauf haben": Deutsche Wasserballer wahren Olympia-Chance

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waspos Moritz Schenkel war mit der Partie seiner Mannschaft gegen Rumänien zufrieden.
Waspos Moritz Schenkel war mit der Partie seiner Mannschaft gegen Rumänien zufrieden. © imago images/Insidefoto
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Durch den überzeugenden 15:10-Sieg gegen Rumänien haben die deutschen Wasserballer das Ticket für das Olympiaqualifikationsturnier so gut wie sicher. Nun geht es bei der Europameisterschaft am Freitag gegen Georgien um Platz 9 - der bedeutet die Teilnahme an der WM 2021 in Fukuoka.

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Ende des dritten Viertels hat Moritz Schenkel in den Wasserball gebissen. Nicht vor Frust allerdings, vielmehr schmeckte dem Waspo-Torwart der erste starke Auftritt der deutschen Mannschaft bei der EM in Budapest richtig gut. In der Platzierungsrunde schlug die DSV-Auswahl Rumänien mit 15:10 (5:1, 2:5, 5:1, 3:3) und dürfte das Olympiaqualifikationsturnier Ende März in Rotterdam sicher haben. Allerdings ist das Team auf einen Nachrückerplatz angewiesen, deren genaue Anzahl erst im Februar feststeht. „Ich bin sehr stolz, das war ein sehr wichtiges K.-o.-Spiel. Wir haben unsere beste Leistung gezeigt“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm.

Dass die Deutschen gute Konterspieler sind, ist bekannt. Jetzt haben sie es in diesem Turnier erstmals gezeigt. Gleich den ersten Angriff zogen sie schnell durch, Abwehrchef Julian Real von Waspo verwandelte. Schenkel hatte diesmal nicht so viel zu tun wie zuvor, die Deutschen spielten aggressiv und konsequent. Auf 5:1 setzten sie sich ab. Real hatte den gefährlichen Cosmin Radu bestens im Griff. „Gefühlt spiele ich schon seit zwölf Jahren gegen ihn, da kennt man sich natürlich“, bemerkte Real lachend.

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Deutsche Wasserballer zeigen endlich was sie können

Dass die Rumänen mit einem Kraftakt im zweiten Abschnitt zum Ausgleich (6:6) kamen, warf das DSV-Team nicht aus der Bahn. „Wir hatten ein schwaches Viertel und drei gute“, so Stamm. Beim Anschlusstreffer entschieden die Unparteiischen per Videobeweis, Schenkel schien den Ball vor der Linie erwischt zu haben. „Wir glauben, der war nicht drin. Auf den Bildern, die in unserer Whatsapp-Gruppe kursierten, sah es jedenfalls so aus“, sagte Ersatzkeeper Kevin Götz.

Nach dem Seitenwechsel trafen die Deutschen um die starken Spandauer Denis Strelezkij und Marko vorentscheidend dreifach am Stück. „Wir haben endlich gezeigt, was wir draufhaben. Da war wieder die Euphorie von der WM 2019 zu spüren, als wir Achter wurden“, sagte Götz, der im Schlussviertel eingewechselt wurde und somit zu seinem ersten EM-Einsatz kam.

Das ist das Aufgebot von Waspo 98 Hannover in der Saison 2019/20:

<b>Darko Brguljan</b>: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts Zur Galerie
Darko Brguljan: Mann für die ganz wichtigen Tore, Allrounder, montenegrinisch, Wurfarm rechts ©

"Wir haben sie gnadenlos ausgekontert"

„Es war ein super Spiel. Im dritten Viertel haben es die Rumänen mit Aggressivität versucht, aber wir sind cool geblieben und haben sie gnadenlos ausgekontert“, so Real. Der deutsche Kapitän war erleichtert: „Wir waren in einem kleinen Loch, aus dem haben wir uns herausgearbeitet.“

Olympia-Ticket: Nun muss ein Sieg gegen Georgien her

Am Freitag (13 Uhr) streiten die Deutschen nun mit Georgien um Platz neun. Nur der könnte ein Nachrücker-Ticket für die WM 2021 in Fukuoka bringen. „Das ist natürlich extra motivierend. Wir wollen uns Platz neun unbedingt holen und hier mit zwei Siegen abschließen“, unterstrich Real. Keeper Götz formulierte es so: „Wir sind zwar jetzt schon in Feierlaune. Aber Budapest bei Nacht können wir uns auch in zwei Tagen ansehen.“

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