28. März 2021 / 21:49 Uhr

Endlich: Grizzlys Wolfsburg gewinnen in Ingolstadt

Endlich: Grizzlys Wolfsburg gewinnen in Ingolstadt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Eishockey, Herren, DEL, Saison 2020-2021, ERC Ingolstadt - Grizzlys Wolfsburg, 28.03.2021 Torjubel bei den Grizzlys Wolfsburg nach dem 0:1 durch Max Görtz Nr.88 - Grizzlys Wolfsburg Ingolstadt Saturn Arena Bayern Deutschland *** Ice hockey, men, DEL, season 2020 2021, ERC Ingolstadt Grizzlys Wolfsburg, 28 03 2021 Goal celebration at Grizzlys Wolfsburg after 0 1 by Max Görtz Nr 88 Grizzlys Wolfsburg Ingolstadt Saturn Arena Bayern Germany
Jubel bei den Grizzlys: In der Verzahnungsrunde gab es im vierten Spiel beim 3:1 in Ingolstadt den ersten Sieg. Hier bejubeln Spencer Machacek, Torschütze Max Görtz, Dominik Bittner und Sebastian Furchner (v. l.) das 1:0. © Imago Images/Johannes Traub
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Na, endlich: Die Grizzlys Wolfsburg haben den ersten Sieg in der überregionalen Runde des Eishockey-Oberhauses eingefahren. Nach drei Niederlagen in Folge gewann der DEL-Klub aus Niedersachsen mit 3:1 beim ERC Ingolstadt.

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Endlich der erste Sieg in der Verzahnungsrunde. Mit 3:1 (2:0, 1:0, 0:1) gewannen die Grizzlys Wolfsburg das Eishockey-Erstliga-Spiel am Sonntag Abend beim ERC Ingolstadt. Entscheidend: Wolfsburgs Defensive stand wieder sehr gut, die Chancen-Verwertung aber war diesmal auch sehr gut und das Powerplay brachte endlich wieder Ertrag. Für Wolfsburg trafen Max Görtz, Janik Möser und Pekka Jormakka. Mit dem Erfolg behaupteten die Grizzlys als Vierter (28 Spiele, 41 Punkte) den Play-Off-Rang und setzten zugleich den Dritten Iserlohn (27 Spiele, 41 Punkte, schlechteres Torverhältnis) unter Druck.

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Personal

Dustin Strahlmeier stand im Tor bei Wolfsburg - genau wie am Donnerstag gegen Mannheim. Allerdings: Bis kurz vor dem Spiel hieß es, dass Chet Pickard im Kasten stehen würde. Das Feldspieler-Aufgebot blieb gleich. Garrett Festerling (Unterkörperverletzung) fehlte wie am Donnerstag.

Furchners Glückwunsch an die Tochter

Im Interview vor den Magentasport-Kameras (übrigens in seinen 20 Jahre alten Schlappen aus Bremerhavener Zeiten; vielfach repariert) schickte Kapitän Sebastian Furchner einen bewegenden Gruß in die Heimat. An Tochter Emma: "Emma, heute ist dein 17. Geburtstag, dein zweiter Geburtstag im Lockdown. Ich weiß, du solltest eigentlich in Discotheken rumhängen, das Leben genießen, das tut mir unheimlich leid für dich. Nichtsdestotrotz: Herzlichen Glückwunsch. Ich hab dich lieb."

Powerplay zündet wieder

Wolfsburg hatte den ersten Abschnitt unter Kontrolle, ließ wenig zu. Was durchkam, hatte Strahlmeier meist mühelos. Die Gäste setzten auf ihre starke Defensive und die gewohnten Konter. Das lief. Beim 1:0 hatte Furchner maßgeblichen Anteil am perfekten Spielzug. Mit dem Pass von Dominik Bittner zu Görtz auf der Halbposition stellte er sich genau vor ERC-Keeper Michael Garteig, der sah gar nichts, der Schuss war gut - 1:0.

Furchner hatte vor der Partie vor den Kameras erklärt: "Wir wollen nichts zulassen, dann ist die Offensive nicht so druckvoll, wie wenn man hinten offener spielt. Wir brauchen unser Powerplay, das war in der Siegesserie ganz stark. Da müssen wir uns selber auch ein bisschen Druck machen."

Das klappt prompt. Genau wie deutlich sichtbar wurde, dass die Grizzlys aus den vergangenen Partien nicht nur Schlüsse gezogen hatten, sondern auch Lösungen präsentierten. Es war mehr Zug zum Tor da, viel Wille in den Zweikämpfen auch in der Angriffszone. Neben der gewohnt aufmerksamen Defensive.

Mathis Olimb etwa spielte motiviert wie zuletzt, aber eben auch geradlinig. Vor dem 2:0 hatte er den Puck erobert, brachte Machacek ins Spiel, zog vor den Kasten (ein Spielzug, der einige Minuten zuvor schon einmal versucht worden war). Machacek schoss Garteig auf die Schoner, den Abpraller, der zwangsläufig entstehen musste, nutzte der aufgerückte Möser zu seinem ersten Saisontor. Und schon hatten die Grizzlys verdientermaßen binnen knapp 16 Minuten so viele Tore erzielt wie in den drei Partien zuvor.

Jormakkas Knaller

Im zweiten Drittel antwortete Ingolstadt wütend, Wojciech Stachowiak scheiterte an Strahlmeier, die Gastgeber waren am Drücker, da leistete sich Marc Aubry ein völlig unnötiges Foul. Und das Team, das laut Furchner sein Powerplay braucht, kann es doch: Das nächste Überzahlspiel dauerte nur 39 Sekunden, da hatte der einige Partien abgetauchte Jormakka nach feinem Zuspiel von Olimb ein wenig Platz und hämmerte den Puck ins Dreieck - 3:0. Ingolstadt wurde aggressiver, sportlich und unsportlich. Morgan Ellis verpasste Valentin Busch bei dessen 100. DEL-Einsatz ungeahndet einen Cross-Check in die Rippen. Aubry rammte Jeff Likens von hinten in die Bande. Mit nur 2 + 10 Strafminuten war der Ingolstädter sehr gut bedient.

Wolfsburg ging also in Überzahl in den Schlussabschnitt, traf nun mal nicht mit einem Mann mehr. Danach rannten die Gastgeber an, Simon Schütz prüfte Strahlmeier einmal gefährlich, sein zweiter Versuch aus der Distanz saß abgefälscht von Wayne Simpson zum 1:3. Wolfsburg kurz danach in Unterzahl, Ingolstadt stark. Likens mit zwei starken Blocks und Strahlmeier waren nun Türme in der Abwehrschlacht. Ingolstadt bremste sich dann mit einer Strafzeit selbst aus, Garteig bewahrte sein Team vor dem 1:4, die Grizzlys bekamen aber wertvolle Zeit von der Uhr.

Statistik

ERC: Garteig – Ellis, Jobke; Marshall, Wagner; Schütz, Quaas; Pruden – Simpson, Wohlgemuth, Storm; Elsner, Pietta, Höfflin; Palmu, Aubry, Kuffner; Detsch, Soramies, Stachowiak.

Grizzlys: Strahlmeier – Bittner, Melchiori; Likens, Adam; Möser, Wurm, Raabe – Görtz, Järvinen, Furchner; Machacek, Olimb, Busch; Rech, Fauser, Jormakka; Boucher, Nijenhuis, Hungerecker.

Schiedsrichter: Schrader/Polaczek. Zuschauer: keine. Strafminuten: Ingolstadt 10 plus 10 Aubry (Check gegen den Kopf), Grizzlys 6.

Tore: 0:1 (2:25) Görtz (Bittner/Järvinen - 5:4), 0:2 (15:27) Möser (Machacek/Olimb), 0:3 (26:21) Jormakka (Olimb/Melchiori - 5:4), 1:3 (47:07) Simpson (Schütz/Wagner).