15. August 2020 / 17:54 Uhr

Endlich Grund zum Jubeln! Hockey-Bundesligen starten im September - Neuer Pokal für unterklassige Teams

Endlich Grund zum Jubeln! Hockey-Bundesligen starten im September - Neuer Pokal für unterklassige Teams

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Hockeymänner
 des DHC Hannover starten im September wieder in den Ligabetrieb. Ganz zur Freude von Calvin Pernak (von links), Jan Eidenschink und Julian Buck. 
Die Hockeymänner des DHC Hannover starten im September wieder in den Ligabetrieb. Ganz zur Freude von Calvin Pernak (von links), Jan Eidenschink und Julian Buck.  © Florian Petrow
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Die Hockeyspieler der 1. und der 2. Bundesliga stehen in den Startlöchern. Am ersten Septemberwochenende geht nach der längsten Unterbrechung der Geschichte die Saison weiter. Seit dem 13. Oktober 2019 fand kein Spiel mehr statt. Auch die Zweitligamänner des DHC Hannover sind dann wieder am Ball und spielen am 5. September bei SW Neuss um die Punkte.

Die Corona-Pandemie hatte die eigentlich für das Frühjahr 2020 geplante Rückrunde verhindert. Nun geht es weiter, und nach der längsten Unterbrechung wird es auch die längste Saison werden. Denn die Rückrunde mit ihren neun Spieltagen bis Ende Oktober ist nur der zweite Teil der nun einmalig dreiteiligen Saison. Im Frühjahr 2021 werden die jeweils zehn Bundesligisten in den jeweils zwei Staffeln bei Männern und Frauen noch Play-off- und Play-down-Runden spielen. Die ersten fünf Teams nach der bereits gespielten Hin- und der noch ausstehenden Rückrunde werden unter Mitnahme aller Punkte nochmals in Hin- und Rückspielen den Meister oder Aufsteiger ausspielen, die letzten fünf Mannschaften die Absteiger.

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Große Chance für den DHC

Für den DHC bedeutet das eine große Chance. Aktuell liegt das Team von Trainer Mike Wiebe auf dem fünften Platz der 2. Liga Nord. „Da kann es nur das Ziel sein, diesen Platz zu halten“, sagt Wiebe. „Aufsteigen wollen wir nicht, aber wenn wir es in die Play-off-Runde schaffen sollten, kann uns nichts mehr passieren, und ich hätte tolle Möglichkeiten, unsere starken ­A-Ju­gend­lich­en ins Team zu integrieren.“ Doch solange noch die Rückrunde ansteht und der DHC aktuell bei nur einem Punkt Vorsprung auf Platz sechs auch die Play-down-Runde noch lange nicht abhaken kann, darf Wiebe noch nicht viel experimentieren. „Da kann ich immer nur ein, zwei Jugendliche bringen“, sagt er.

Eine Herausforderung ist die Rückrunde auch für Sylke Stünkel vom DHC-Sportausschuss. Sie muss das Hygienekonzept des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) umsetzen. „Auf dem Platz dürfen nur maximal 50 Menschen sein. Mit 17 Spielern pro Team, Trainern, Betreuern, Schiedsrichtern, Zeitnehmern und Ballkindern sind wir schnell am Limit“, sagt Stünkel. „Und vor allem müssen alle 48 Stunden vorher namentlich gemeldet werden. Da dürfte es viel Aufwand geben, wenn einer absagt oder sich kurzfristig verletzt“, sagt Stünkel.

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Bilder vom Hockey-Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem DHC Hannover und Rahlstedter HTC

Die Rahlstedter sind enttäuscht, Hannover jubelt! Zur Galerie
Die Rahlstedter sind enttäuscht, Hannover jubelt! ©

"Alle freuen sich, dass es endlich wieder losgeht"

Zusätzlich zu den Akteuren auf dem Feld sind 50 Zuschauer zugelassen. „Aber egal, wie aufwendig es wird, alle freuen sich, dass es endlich wieder losgeht. Seit Wochen fiebern sie schon darauf hin.“ Sich bis zu ihren Ligaspielen noch gedulden müssen die Teams von den Regionalligen an abwärts. „In den Bundesligen müssen Trainer und Spieler bezahlt werden. Die brauchen Spiele und Einnahmen“, sagt Reinhard Krull, Präsident des Niedersächsischen Hockey-Verbandes.

Doch weil die Bundesligen ihre Absteiger erst im kommenden Frühjahr ermittelt, müssen in den niedrigeren Staffeln erst dann auch Fakten geschaffen werden. „Wir haben uns mit den Hamburger Vereinen darauf geeinigt, die Rückrunden in den Regionalligen und tiefer auch erst im Frühjahr 2021 zu spielen und dann die Punkte aus der Hinrunde 2019 mitzunehmen“, sagt Krull.

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Niedersächsische und Bremer Teams spielen um Siggi-Aberle-Pokal

Tatenlos werden diese Hockeyspieler nicht bleiben. „Wir wollten etwas für unsere Hockeyfamilie tun“, sagt Krull. So wurde der Siggi-Aberle-Pokal ins Leben gerufen. „Das ist ein einmaliger Pokal aus Anlass der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Siggi Aberle. Auch das war ja ein einmaliges Ereignis“, sagt Krull. Die niedersächsischen sowie die Bremer Teams aus Regional- und Oberliga (die Hamburger Mannschaften machen nicht mit) spielen in je zwei Fünfergruppen bei Männern und Frauen die Halbfinalisten aus, die Endspiele steigen am 25. Oktober bei Hannover 78. Auch einen ­B-Po­kal gibt es, bei dem die Verbandsligateams nach dem gleichen Modus spielen.

„So kommen Mannschaften zusammen, die sonst nie gegeneinander spielen würden“, sagt Krull. Günter Küster, Präsident von Hannover 78, hatte mitgeholfen und auch seine Anlage zur Verfügung gestellt. „Siggi ist 78er, die Pokale werden von 78 gestiftet – da ist es doch verständlich“, sagt Krull, „dass wir die Endspiele auch da abhalten werden.“