05. Oktober 2018 / 15:17 Uhr

Endspiel für Henrik Pedersen? Der Trainer von Eintracht bleibt bemerkenswert cool

Endspiel für Henrik Pedersen? Der Trainer von Eintracht bleibt bemerkenswert cool

Alex Leppert
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fordert volle Konzentration: Braunschweig-Trainer Henrik Pedersen steht schon gewaltig unter Druck.
Volle Konzentration gefordert: Henrik Pedersen steht gewaltig unter Druck.
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Wenn Eintracht Braunschweig zu Hause gegen die Sportfreunde Lotte verliert, fliegt der Trainer - das ist der Tenor im weiteren Umfeld der "Löwen". Aber ist das wirklich so? Oder sind die derzeit handelnden Personen wirklich extrem überzeugt vom Dänen?

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Gibt's die Wende oder das endgültige Scheitern? Wenn Eintracht Braunschweig am Sonnabend (14 Uhr) in der 3. Liga gegen die Sportfreunde Lotte antritt, ist das ein ganz besonderes Spiel. Vor allem für den Trainer der "Löwen", Henrik Pedersen.

Endspiel für Pedersen?

Lotte – das ist bundesweit für viele das Meppen der Neuzeit, ein namenloser Klub und für Anhänger von abgestürzten Traditionsvereinen wie Braunschweig als Gegner ein Stück weit peinlich. Allerdings zieren nicht die Westniedersachsen das Tabellenende, sondern die Blau-Gelben. Deren Coach wäre bei einer Niederlage wohl endgültig nicht mehr zu halten.

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Dass er überhaupt noch im Amt ist, überrascht. Entweder die Verantwortlichen sind trotz Erfolglosigkeit und zuletzt schlechter Spiele vom Dänen und seinem Konzept wirklich absolut überzeugt – das wäre im Profifußball ausgesprochen bemerkenswert.

Oder sie wollen ihn nicht freistellen, weil keiner mit Fußball-Kompetenz da ist, der einen neuen Trainer holen könnte. Der neue Sportdirektor soll jedoch schnell kommen. Von daher werden die Karten wohl in der anstehenden Länderspielpause so oder so neu gemischt.

"Wenn sie frei ist im Kopf, spielen wir geilen Fußball."

Zunächst steht aber die Partie gegen Lotte an, das bereits elf Punkte gesammelt hat. Pedersen sieht das Hauptproblem seiner Mannschaft nach wie vor im psychischen Bereich.

„Wenn sie frei ist im Kopf, spielen wir geilen Fußball“, sagt der Däne und erklärt abermals, wie er den Zusammenhang zwischen Rückschlägen und Misserfolg sieht: „In dem Moment, in dem sie Widerstand spüren, fangen sie an zu bewerten.“ Das führe zu mentalem Stress, der Erfolg schwer mache. Klingt plausibel, aber auch Pedersen weiß: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“

Das sind die nächsten Spiele von Eintracht Braunschweig in der 3. Liga:

37. Spieltag (11. Mai 2019, 13.30 Uhr): Hallescher FC - Eintracht Braunschweig  Zur Galerie
37. Spieltag (11. Mai 2019, 13.30 Uhr): Hallescher FC - Eintracht Braunschweig  ©

Und da gab es zuletzt in vielen Bereichen Mängel. Der im Tor scheint mit der Verpflichtung des erfahrenen Lukas Kruse behoben zu sein. „Lukas hat große Ruhe reingebracht“, sagt sein Trainer mit Blick auf das im Elfmeterschießen verlorene Pokalspiel bei der SV Drochtersen/Assel.

Fehlen werden hingegen möglicherweise Gustav Valsvik und Leandro Putaro. Der seit Monaten ausfallende Christoffer Nyman hat derweil im Mannschaftstraining bereits fast alle Übungen mitgemacht.

"Bin dankbar für die Unterstützung."

Es ist fast bewundernswert, wie viel Überzeugung, das Richtige zu tun, Pedersen trotz der Pleitenserie ausstrahlt. „Die Vereinsführung und das Präsidium sehen jeden Tag, wie wir arbeiten. Deshalb bin ich dankbar für die Unterstützung in dieser schwierigen Phase.“

Klar ist aber auch: Wenn es gegen Lotte keinen Sieg gibt, bröckelt diese Unterstützung – allein schon, weil Fans und Umfeld zu rebellieren drohen.