24. Juli 2020 / 08:00 Uhr

Landespokal: Wird das Finale ein Geisterspiel?

Landespokal: Wird das Finale ein Geisterspiel?

Jürgen Brumshagen
Kieler Nachrichten
Die Vorbereitung auf den Pokal-Hit gegen den Drittligisten VfB Lübeck hat begonnen. SV Todesfeldes Torwarttrainer André Friedrichs (h.v.l.), Teamchef Sven Tramm, Trainer Bastian Holdorf und der neue Sportliche Leiter Serkan Rinal setzen dabei auch auf die Neuzugänge Hendrik Wehde (v.v.l.; Eintracht Norderstedt U<EI>19), Joshua Frankenstein (zuletzt USA), Finn Kornath (Holstein Kiel II), Til Weidemann (VfB Lübeck II) und Marco Pajonk (Phönix Lübeck).
Die Vorbereitung auf den Pokal-Hit gegen den Drittligisten VfB Lübeck hat begonnen. SV Todesfeldes Torwarttrainer André Friedrichs (h.v.l.), Teamchef Sven Tramm, Trainer Bastian Holdorf und der neue Sportliche Leiter Serkan Rinal setzen dabei auch auf die Neuzugänge Hendrik Wehde (v.v.l.; Eintracht Norderstedt U19), Joshua Frankenstein (zuletzt USA), Finn Kornath (Holstein Kiel II), Til Weidemann (VfB Lübeck II) und Marco Pajonk (Phönix Lübeck). © Nils Göttsche
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SV Todesfeldes Teamchef Sven Tramm stellte sich vor seine Mannschaft und sagte zunächst nur einen Satz: „Wir haben viel vor!“ Damit machte der 41-Jährige gleich zu Beginn der Vorbereitung deutlich, dass es für seine Fußballer in der Saison 2020/21 viel zu erreichen und zu verteidigen gilt.

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Mit dem Staffelsieg in der abgebrochenen Oberliga-Punktrunde, dem Gewinn des Hallenmasters in Kiel sowie dem Einzug in das Landespokal-Finale haben die Todesfelder die Messlatte selbst extrem hoch gelegt. Und die Höhepunkte reißen nicht ab: Am Sonnabend, 22. August, steigt das Endspiel um den Landespokal gegen den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck – unter Corona-Bedingungen und nach heutigem Stand ohne Zuschauer.

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ARD überträgt das Spiel in Bad Malente im TV

Die Partie wird im Uwe-Seeler-Fußballpark in Bad Malente gespielt. Sie wird zum großen Kino: Die ARD überträgt die Finalspiele aus allen Bundesländern am „Tag der Amateure“ in einer Konferenz live im Fernsehen. Die Todesfelder könnten unverhofft viel Sendezeit erhalten: Bislang ist Schleswig-Holstein der einzige Landesverband, in dem die Finalisten ermittelt sind. Todesfelde und Lübeck qualifizierten sich schon im vergangenen Jahr.

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In anderen Bundesländern könnte es knapp werden, die ausstehenden Partien rechtzeitig zu absolvieren. Hamburg beispielsweise ist erst im Viertelfinale angekommen. Dort sind – wie in Schleswig-Holstein – per Corona-Verordnung Spiele noch immer verboten. In Sachsen-Anhalt wurde der Wettbewerb abgebrochen und Drittligist 1. FC Magdeburg zum Teilnehmer am DFB-Pokal bestimmt.

In Bad Malente geht es für den VfB Lübeck und den SV Todesfelde neben der Trophäe und dem Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals um einen dicken Batzen Geld: Rund 140000 Euro warten auf den Sieger. Der Trostpreis für den Verlierer in Höhe von 20000 Euro ist ebenfalls nicht zu verachten. Der Gewinner darf sich auf weitere Einnahmen im DFB-Pokal freuen.

Für die Todesfelder müsste alles passen, um den VfB Lübeck zu überraschen. Nicht nur, weil ein Oberligist gegen eine Drittliga-Truppe naturgemäß krasser Außenseiter ist: Für die Profis von VfB-Trainer Martin Landerl gelten manche Corona-Verbote nicht. Die Lübecker Berufsfußballer dürfen in Mannschaftsstärke trainieren, während die Tramm-Truppe zumindest bis zum 9. August in Gruppen von maximal zehn Akteuren trainieren darf – von Vorbereitungsspielen ganz zu schweigen.

Die Fußballer des SV Todesfelde werden auf Corona getestet

Eine Voraussetzung, dass das Cupfinale überhaupt stattfindet, sind Corona-Tests. „Laut DFB sind wir dazu verpflichtet“, erklärt Todesfeldes Teammanager Timo Gothmann. „Es macht auch absolut Sinn. Die VfB-Profis werden regelmäßig getestet.“ In der ersten und dritten Augustwoche werden beim kompletten SVT-Kader sowie dem Trainerteam Abstriche genommen. „Wie genau das abläuft, weiß ich noch nicht“, sagt Gothmann. „Wir werden uns zeitnah mit Laboren in Verbindung setzen, die dafür in Frage kommen.“ Die Kosten dafür werden von Verbandsseite bezuschusst. „Wir rechnen damit, dass uns als Verein jeder einzelne Test nicht mehr als 20 Euro kosten wird“, verrät Gothmann.

Im Joda-Sportpark soll es ein Public Viewing geben

Er hofft, dass das Finale nicht zum Geisterspiel wird: „Das wäre total bitter für unsere Fans und die Mannschaft.“ Gothmann wartet ungeduldig auf weitere Lockerungen für den Sport. „Wir hoffen alle, dass es für die Zeit nach dem 9. August neue Regelungen gibt und wenigstens ein gewisses Kontingent an Anhängern das Spiel live im Stadion verfolgen darf.“

Ganz ohne Gemeinschaftserlebnis sollen die ebenso zahlreichen wie treuen Todesfelder Fans auf keinen Fall bleiben. „Wir planen ein Public Viewing im Joda-Sportpark“, kündigt Gothmann an. „Das Abstands- und Hygienekonzept dafür steht. Jetzt hoffen wir, von Behördenseite grünes Licht zu bekommen.“