23. Januar 2019 / 11:05 Uhr

Energie Cottbus-Trainer Wollitz zieht die Schrauben fest an

Energie Cottbus-Trainer Wollitz zieht die Schrauben fest an

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Claus-Dieter Wollitz, Trainer des FC Energie Cottbus, hatte schon vor einigen Wochen eine Verlegung des Landespokalfinals vorgeschlagen.
Der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz war nicht immer mit der (Lauf-)Leistung seiner Mannschaft zufrieden. © dpa
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3. Liga: Der Drittligist aus Cottbus startet am Samstag in die Frühjahrsrunde .

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So schnell kann es gehen: Vergangene Woche war Moritz Broschinski noch der Depp. Der Fußballer des Drittligisten Energie Cottbus hatte im Testspiel bei Hertha BSC II (0:0) neben das leere Tor geschossen. Am Wochenende machte es der 18-Jährige besser: Bei der Generalprobe vor dem Drittligastart erzielte Stürmer Broschinski das entscheidende 1:0 gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg.

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Dieser Sieg gibt dem Aufsteiger Rückenwind im Kampf um den Klassenerhalt, der am Samstag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden in die entscheidende Phase eintritt. Die Lausitzer haben als Tabellen-14. nur zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nach zwei Jahren in der Viertklassigkeit ist die bisherige Bilanz nicht zum Haareraufen.

Werner Fahle: "Benötigen ein hohes Verantwortungsbewusstsein"

Doch die Angst vor einem erneuten Absturz in die Regionalliga ist groß. „Wir brauchen uns nichts vormachen, dass ein erneuter Schritt in die Viertklassigkeit für den Verein nur sehr schwer zu stemmen sein würde“, warnt der neue Präsident Werner Fahle. „Deshalb benötigen wir ein hohes Verantwortungsbewusstsein und vollen Einsatz. Wir wollen in Cottbus und der Lausitz den Profifußball dauerhaft erhalten und entwickeln.“

In Bildern: Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994.

Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994. Zur Galerie
Die Trainer von Energie Cottbus seit 1994. © dpa

Fahle war bis zu seiner Pensionierung Geschäftsführer eines Bergbau-Unternehmens. Beim FC Energie will der Nachfolger von Michael Wahlich ungenutzte Potenziale zu Tage fördern. Wahlich war zum Jahresende zurückgetreten – entnervt von Machtkämpfen innerhalb des Vereins. Vor zwei Jahren hatte Wahlich dem Club einen finanziellen Rettungsring zugeworfen und Genussscheine in Höhe von 500.000 Euro gezeichnet. Damals sprach er von einem „ziemlich besten Freund“, der anonym bleiben wolle.

Hoffen auf Leistungssteigerung bei Streli Mamba

Offenbar gab es Differenzen zwischen Wahlich und dem Hauptsponsor. Die Sparkasse Spree-Neiße hat die Namensrechte am Stadion der Freundschaft, nimmt sie aber nicht in Anspruch. Fahle muss nun alle Beteiligten in eine Richtung dirigieren. Dabei hilft ihm der neue Geschäftsführer Karsten Sachs. Der Cottbuser Jurist hatte sich gegen knapp 80 Bewerber durchgesetzt. Sachs muss nun den Mangel verwalten. Der Besucherschnitt liegt lediglich bei 7500, obwohl die vier Ostduelle gegen Rostock, Zwickau, Halle und Jena bereits alle in Cottbus stattfanden.

Außerdem möchte Coach Claus-Dieter Wollitz den Kader noch verstärken. Zumal zahlreiche Mittelfeldspieler verletzt sind. Durch die überraschende Vertragsauflösung von Kapitän Marc Stein, ist eine Planstelle frei. Bereits in der Hinrunde waren die vertragslosen Fabian Holthaus, Dimitar Rangelov und Lars Bender verpflichtet worden, alle drei avancierten zu Stammspielern. Bei anderen Kickern hofft Wollitz auf eine Leistungssteigerung – etwa bei Streli Mamba, der in der Vorsaison 19 Tore erzielt hatte.

Wollitz: "Wer das nach 50 Prozent der Spiele nicht begreift, hat hier keine Zukunft"

Wollitz sieht noch viel Luft nach oben. „Wir hatten genügend Spiele, wo wir nicht als Mannschaft aufgetreten sind“, sagte der Ex-Profi der Lausitzer Rundschau. „Wir könnten mehr Punkte haben. Aber dafür brauchen wir mehr Verantwortungsbewusstsein. Wer das nach 50 Prozent der Spiele nicht begreift, hat hier keine Zukunft.“ Auch mit dem läuferischen Engagement war Wollitz oft nicht zufrieden. Beim 2:0 in Rostock kurz vor Weihnachten hatte das Team insgesamt 120 Kilometer abgespult. „In den Spielen, die wir verloren haben, waren es nicht weit über 105 Kilometer“, analysierte Wollitz. Deshalb lernte ihn die Truppe von einer anderen Seite kennen. „Ich habe die Schrauben angezogen. Sie sind nicht nur leicht angezogen, sie sind komplett angezogen, denn so werden wir unsere Ziele nicht erreichen“, wetterte Wollitz vor dem Jahreswechsel.

​FIFA 19: Die Werte und Potenziale von Energie Cottbus

Tim Stawecki (Tor) - Gesamtbewertung: 54/Potential: 67 Zur Galerie
Tim Stawecki (Tor) - Gesamtbewertung: 54/Potential: 67 ©

Nun müsse die Mannschaft den Gewöhnungsprozess in der 3. Liga abschließen. Wollitz: „Wir bekommen immer dieselben Gegentore. Wenn man eine Liga höher spielt, dann muss man sich dieser Liga anpassen.“ Und zwar am besten schon am Samstag gegen Wiesbaden.