03. Mai 2021 / 16:50 Uhr

Energie, VfL, 1860: Jembkes Kapitän klopfte an die Tür zum Profi-Fußball

Energie, VfL, 1860: Jembkes Kapitän klopfte an die Tür zum Profi-Fußball

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klopfte an die Tür zum Profifußball: Jembkes Kapitän Maximilian Krüger hat im Nachwuchsbereich auch für 1860 München und den VfL Wolfsburg (kl. Bild) gespielt.
Klopfte an die Tür zum Profifußball: Jembkes Kapitän Maximilian Krüger hat im Nachwuchsbereich auch für 1860 München und den VfL Wolfsburg (kl. Bild) gespielt. © Imago Images
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Seine Stationen lauteten zunächst: Energie Cottbus, VfL Wolfsburg, 1860 München - und wie so viele hatte auch Maximilian Krüger den Traum vom Profi-Fußball, den er mit seiner Rückkehr nach Wolfsburg vor knapp drei Jahren aber ad acta legte. Eine harte Erkenntnis, doch auch eine Erleichterung. „Ich mache mir keinen Druck mehr und bin ausgeglichener geworden“, sagt Krüger, der heute Kapitän des SV Jembke in der 1. Kreisklasse Gifhorn Staffel A ist.

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Zurück in Wolfsburg begann der Offensivspieler eine Ausbildung zum Automobilkaufmann und schloss sich dem MTV Gifhorn an, im Jahr darauf der Wechsel zum SSV Vorsfelde. Seit der vergangenen Saison spielt der 23-Jährige für Jembke und wurde von Trainer Younes Zaibi zum Kapitän ernannt.

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Krüger gibt zu, dass ihm der Schritt von Vereinen mit professionellen Strukturen runter in die 1. Kreisklasse nicht leicht fiel, auch aufgrund der Ansprüche an sich selbst. „Es ist eine Umstellung, das hat damit zu tun, dass die Einstellung von anderen Spielern nicht so sein kann, wie ich sie mein bisheriges Leben lang immer hatte“, sagt Krüger. „Es war nicht einfach, den Erfolgsgedanken, den ich gewohnt war, abzulegen.“

Denn lange hatte er den Traum vom Durchbruch als Profi. Mit 13 Jahren ging Krüger beim FC Energie Cottbus ins Fußball-Internat, von dort aus ging es in die U16 des VfL Wolfsburg, für den er in der U17- und U19-Bundesliga auflief. In seinem zweiten Jahr in der A-Jugend folgte der Wechsel zum TSV 1860 München, dort kam Krüger nicht mehr voran und er hatte Zweifel, was die Profi-Karriere betrifft. „Es war hart, zu realisieren, dass es nichts mehr wird“, sagt Krüger.

Die folgenden Stationen in der Oberliga (für Gifhorn) sowie der Landesliga (in Vorsfelde) verliefen für Krüger unbefriedigend. „Ich bin ein sehr ehrgeiziger Typ und bin schnell unzufrieden, wenn ich nicht spiele und den gewünschten Erfolg habe. Das hat mich schnell verrückt gemacht“, sagt Krüger. „Ich wollte es immer so haben, wie ich es vorher kennengelernt hatte. Damit konnte ich mich nicht immer abfinden.“ Spartenleiter Cedric Hollas holte Krüger dann nach Jembke. Hier möchte der Kapitän nun mit dem Verein etwas aufbauen und seine Erfahrungen an die Mitspieler weitergeben. „Ich sehe es für mich als Schritt, um mich persönlich weiterzuentwickeln“, sagt Krüger.

Den Traum von seiner eigenen Profi-Karriere als Spieler begrub Krüger zwar vor drei Jahren, aber vielleicht kann er diese anderen ermöglichen. Beim MTV Gifhorn trainiert Krüger die U13-Junioren. „Als Trainer möchte ich meine Erfahrungen und das, was ich als Spieler erlebt habe, weitergeben.“ Und: „Vielleicht klappt es in der Funktion für mich, eine professionelle Karriere umsetzen zu können.“

Die Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit:

Buch-Tipp: „Die Biografie von Dennis Rodman. Er ist sehr extravagant, das gefällt mir. Aus dem Buch kann man auch viele Dinge für sich persönlich mitnehmen.“

Lebens-Tipp: „Our greatest glory is not in never falling, but in rising every time we fall. Es ist das Motto von Paul Pogba und bedeutet, immer wieder aufzustehen, auch, wenn es Rückschläge gibt."

Musik-Tipp: "Roddy Ricch. Seine Musik gibt mir persönlich immer ein gutes Gefühl und gute Laune. Ich kann die Musik nur jeden empfehlen, der gern RnB hört."