19. September 2019 / 11:53 Uhr

Engagierte Hände und kreative Köpfe beim TSV Leipzig-Engelsdorf

Engagierte Hände und kreative Köpfe beim TSV Leipzig-Engelsdorf

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Passt perfekt: Laura Mainusch, Viktoria Wolff und Anna Reichelt (v. l.).
Passt perfekt: Laura Mainusch, Viktoria Wolff und Anna Reichelt (v. l.).
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Der TSV Leipzig-Engelsdorf zwischen Mini-Turnbezirksspielen, Lieblingsanzügen, Weiterbildung und WM in Stuttgart.

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Leipzig. Luftballons schmückten die Engelsdorfer Halle des Gymnasiums, Luftsprünge hin zum Siegerpodest vollführte der Nachwuchs bei den Mini-Turnbezirksspielen. 150 Mädchen und Jungen starteten von der Altersklasse 5 bis zur 8/9 in einem vom TSV Leipzig-Engelsdorf bestens organisierten Wettkampf. Auf den vorderen Plätzen war vor allem der Nachwuchs aus Oschatz, Markkleeberg, Plagwitz und von der HSG DHfK zu finden. Auch die Gastgeber zeigten einen gelungen Spagat zwischen Turngerät, Kampfrichtertisch und Ehrungsposten hin.

Do-it-yourself-Anzüge

Während die Jüngsten-Riege erste Wettkampfluft schnupperte, wartete Turbine-Übungsleiter Rudi Polster mit einer rekordverdächtigen Leistung auf. Der 88-Jährige zählte in Engelsdorf seinen 1848. Wettkampf, den er mit seinen Aktiven absolvierte. Ein Blick ins akribisch geführte Notizbuch verriet das Premierendatum. Am 1. Juni 1952 war’s. Vermisst an Rudis Seite wurde Ehefrau Dorle, mit der er den familiären Turnbetrieb in der Dölitzer Halle jahrzehntelang verständnisvoll und vorbildlich leitete. Als engagierte Kampfrichterin und Gewinnerin der LVZ-1000-Dank-Aktion 2002 wird die Anfang August verstorbene „gute Turbine-Seele“ allen in Erinnerung bleiben.

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„Gerade hat mein Schützling Mia Bergander bei den Jüngsten gewonnen“, strahlte Laura Meinusch übers ganze Gesicht. Die 20-Jährige gehört zum engagierten Engelsdorfer Team und legt mit Anna Reichelt (22) noch eine ganz spezielle Outfit-Übung hin – sie vertreiben Turnanzüge der handgemachten Art, wunschgemäß. Vor drei Jahren begann das Abenteuer, „weil uns die üblichen Anzüge zu langweilig waren oder besonders schöne zu teuer“, erinnert sich Anna Reichelt an den Beginn eines wunderbaren Hobbys. Die Absolventin der HTWK (Buch- und Medienproduktion) und heutige Projektmanagerin übernahm in Do-it-yourself-Manier die Näherei.

„Große Sprünge wagen“

Die ersten Modelle präsentierten Laura Mainusch und Annas Zwillingsschwester Elisabeth zum Stadtpokal 2016. Die Unikate mit viel Glitzer und Engelsflügel-Logo fanden bald neue Freundinnen. Fan der ARTurnanzüge ist Helene Schäfer, die Schwester von Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline (TuS Chemnitz-Altendorf). Gleich für die ganze Mannschaft orderte der TSV Stadtlauringen aus Bayern neue Kleidung. Zu den Mini-Turnspielen zeigte sich die neunjährige Viktoria Wolff im Minie-Maus-Outfit. Die kleine Firma hat gerade den Gewerbeschein erhalten. „Es soll vorerst ein Hobby bleiben“, betonte Anna Reichelt.

„Große Sprünge wagen“, heißt das Motto der Turn-Engel um die Vereinsvorsitzende Christine Rockmann. Sie sind schon wieder auf dem Sprung, am Wochenende als Teilnehmerinnen des Sächsischen Turn-, Gesundheits- und Sportkongresses auf dem Leipziger Uni-Campus an der Marschnerstraße, im Oktober dann zum Daumendrücken bei der Heim-Weltmeisterschaft in Stuttgart mit der Chemnitzerin Sophie Scheder. Als Ersatzturnerin und sechste Athletin gehört die Balken-Weltmeisterin von 2017, Pauline Schäfer zur Mannschaft (beide TuS Chemnitz-Altendorf). Die Männer-Riege für die Titelkämpfe vom 4. bis 13. Oktober wird von Andreas Toba (TK Hannover) und Marcel Nguyen (TSV Unterhaching) angeführt. Kerstin Förster

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