24. Juli 2021 / 15:52 Uhr

Engagierte Zweitligarückkehr von Hansa Rostock nicht belohnt

Engagierte Zweitligarückkehr von Hansa Rostock nicht belohnt

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Viel investiert, aber am Ende hart gefallen wie hier Calogero Rizzuto: Hansa Rostocks Zweitligarückkehr endete ertragslos.
Viel investiert, aber am Ende hart gefallen wie hier Calogero Rizzuto: Hansa Rostocks Zweitligarückkehr endete ertragslos. © Lutz Bongarts
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Der Videoassistant-Referee war der erste Aufreger in der neuen Saison der 2. Bundesliga für den FC Hansa Rostock. Am Ende Ernüchterung: Gegen einen effizienten Karlsruher SC gab es eine 1:3-Pleite.

Mutig und engagiert gespielt, getroffen aber dennoch Lehrgeld bezahlt und verloren: Der FC Hansa Rostock hat nach seiner Rückkehr in die 2. Bundesliga sein erstes Saisonspiel verloren. Gegen den Karlsruher SC zogen die Blau-Weißen am Sonnabend mit 1:3 (0:2) den kürzeren.

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In einem sehenswerten, phasenweise spannenden und gutklassigen Spiel gehörte dem Aufsteiger die Startphase. Kurz vor der Pause waren die Karlsruher durch einen Doppelschlag dann aber in Führung gegangen: Zunächst war Christoph Kobald zur Stelle (42.). Nicht mal 120 Sekunden später, profitierten die Badener von einem Abspiel-Fehler: Philip Hofmann hatte es viel zu leicht und erhöhte auf 2:0 für die Gäste (44). Nach dem Seitenwechsel schaffte der FCH durch John Verhoek den 1:2-Anschlusstreffer (52.). Sebastian Jung zerstörte mit dem Treffer zum 1:3 Hansas Hoffnungen auf einen erfolgreichen Start (79.)

Hansas Rückkehr in die Liga hatte mit Freude und Euphorie auf und neben dem Platz begonnen. Mit 15 000 Zuschauern im Ostseestadion, darunter rund 250 Karlsruher Anhänger, hatten die Rostocker das Maximum an Fans ausgeschöpft, das coronabedingt von den Behörden zugelassen worden war. Und die sorgten von Beginn an mit lautstarker Unterstützung für Gänsehaut-Atmosphäre. Im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wurde vor dem Anpfiff in einer Schweigeminute den Opfern der Flutkatastrophe in Deutschland gedacht.

Das Spielgeschehen zum Nachlesen: Der Liveticker

Aufgepeitscht von den Massen legten die Hanseaten beherzt und mutig los - und hatten nach einer Balleroberung vor dem gegnerischen Strafraum die erste Gelegenheit. Doch Lukas Scherff bekam den Ball bei der Mitnahme nicht unter Kontrolle (5.).

Fünf Minuten später hätte der Führungstreffer für den FCH dann fallen müssen: Nach Zuspiel von Calogero Rizzuto landete der Ball bei Svante Ingelsson. Der Schwede zog aus Mittelstürmer-Position direkt ab - doch KSC-Keeper Marius Gersbeck wehrte den Schuss mit dem Fuß ab. (10.).

Hansa-Coach Jens Härtel ließ mit Markus Kolke, Damian Roßbach, Simon Rhein, Nico Neidhart, John Verhoek und Lukas Scherff insgesamt sechs Spieler von Beginn an ran, die auch beim abschließenden Drittligaspiel gegen den VfB Lübeck in seiner Startformation standen.


Als der Ball nach 15 Minuten nach einem Kracher-Kopfball von John Verhoek im Karlsruher Tor gelandet war, waren alle aus dem Häuschen, doch der Treffer wurde überprüft und dann doch nicht gegeben. Weil Streli Mamba in Abseitsposition dem KSC-Torhüter im Fünfmeterraum etwas die Sicht genommen hatte - auch das verständliche wütende Pfeifkonzert der Fans änderte nichts an der Entscheidung (15.) des Unparteiischen.

In der Folge ebbten die Angriffe der Hausherren ab. Ein Schuss von Streli Mamba (25.) war die letzte nennenswerte Aktion des FCH im ersten Abschnitt, die aber nichts brachte.

Die Gäste hingegen nutzen schon ihre erste Gelegenheit. Nach einer Ecke von Philip Heise konnten die Rostocker nicht klären. Erst hatte Marvin Wanitzek den Pfosten des Kolke-Kastens getroffen. Kobald nutze den Abpraller im zweiten Versuch und netzte zum 0:1 ein (42.). Keine 120 Sekunden später bestrafte der KSC ein Risiko-Abspiel auf Thomas Meißner, der den Ball vertändelte. In der Folge hatte es Philip Hofmann viel zu leicht, auf 0:2 zu erhöhen.

Nach Wiederanpfiff machten die Rostocker unbeirrt und mit Elan weiter - und belohnten sich: nach Freistoß von Rhein und Zuspiel von Roßbach war Verhoek zur Stelle. Und wieder wurde der Treffer vom Videoreferee überprüft - diesmal aber anerkannt. Der Jubel über das 1:2 war grenzenlos.

Die Härtel-Elf blieb beherzt. Der Coach brachte 15 Minuten vor Spielende mit Kevin Schumacher, Ryan Malone und Ridge Munsy drei frische Profis. Doch statt des Ausgleichs fiel der Treffer zum 3:1. Lukas Scherff hatte Sebastian Jung auf der rechten Seite aus den Augen verloren. Der legte den Ball am herausgeeilten Hansa-Kapitän Markus Kolke vorbei in die Maschen. Hansa steckte nicht auf, rannte weiter gegen an und kam durch Munsy in der Nachspielzeit noch zu einer Chance, die der KSC-Schlussmann aber vereitelte.