07. Juli 2021 / 23:36 Uhr

Harry Kane erlöst England in der Verlängerung: Three Lions nach Sieg gegen Dänemark im EM-Finale

Harry Kane erlöst England in der Verlängerung: Three Lions nach Sieg gegen Dänemark im EM-Finale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit seinem Elfmeter-Nachschuss erlöste Harry Kane die Engländer in der Verlängerung.
Mit seinem Elfmeter-Nachschuss erlöste Harry Kane die Engländer in der Verlängerung. © Getty Images
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England ist Italien ins Finale der Europameisterschaft gefolgt. Gegen bis zum Schluss tapfer kämpfende Dänen erlöste Harry Kane die Three Lions in der Verlängerung. Der Top-Stürmer versenkte den Nachschuss eines vergebenen Foulelfmeters.

England hat den so ersehnten Einzug ins EM-Endspiel im heimischen Wembley-Stadion perfekt gemacht. Vor rund 60.000 zugelassenen Zuschauern gewann der WM-Vierte von 2018 am Mittwochabend an gleicher Stelle das zweite Halbfinale gegen Dänemark mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und darf nun vom zweiten großen Titelgewinn nach dem WM-Triumph 1966 träumen. Dabei war der Außenseiter in London in Führung gegangen. Mikkel Damsgaard hatte einen sehenswerten Freistoß aus knapp 25 Metern im Tor der Three Lions versenkt (30.). Doch der Deutschland-Bezwinger kam dank eines Eigentores von Simon Kjaer noch vor der Pause zum Ausgleich (39.). In der Verlängerung sorgte Harry Kane dann für die Entscheidung, als er den Nachschuss eines vergebenen Foulelfmeters versenkte (105.). Im Endspiel am Sonntag wartet nun Italien, das sich am Dienstag gegen Spanien durchgesetzt hatte.

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Englands Trainer Gareth Southgate hatte seine Startformation im Vergleich zum 4:0 im Viertelfinale gegen die Ukraine auf einer Position verändert - sehr zum Leidwesen von Jadon Sancho. Der Flügelstürmer von Borussia Dortmund, der unmittelbar vor einem Wechsel zu Manchester United steht, fand sich sich mit Spielbeginn einmal mehr auf der Bank wieder und wurde von Bukayo Saka ersetzt. Bei den Dänen gab es ebenfalls keine Überraschungen in der Anfangsformation. Von den beiden Bundesliga-Profis im Kader begann der ebenfalls für die Dortmunder spielende Thomas Delaney im Mittelfeld, RB Leipzigs Angreifer Yussuf Poulsen blieb dagegen erstmal auf der Ersatzbank.

Von dort aus sah der Stürmer eine von beiden Teams zwar engagierte Anfangsphase, in der vor den Toren aber nahezu nichts passierte. Dänemark überließ England die Spielkontrolle, den Briten gelang es aber nicht, sich entscheidend durchzusetzen. So blieben echte Höhepunkte in den ersten 30 Minuten nahezu aus. Einzig Damsgaard sorgte mit einem Schlenzer für ein wenig Gefahr. Sein Versuch strich aber am Tor vorbei (25.). Fünf Minuten später zielte der 21-Jährige dann genauer und versenkte einen Freistoß mit beachtlicher Schusstechnik - es war das erste Gegentor für England im gesamten EM-Verlauf.

Kjaer mit elftem Eigentor der EM

Die Three Lions suchten nach einer Antwort und wurden aktiver. Zunächst stand Kasper Schmeichel im Tor der Dänen dem möglichen Ausgleich noch im weg. Nach einer Flanke von Harry Kane kam der Ball zu Raheem Sterling, der aus rund neun Metern frei abschließen konnte - doch Schmeichel parierte den Versuch glänzend (38.). Wenig später war dann aber auch der Schlussmann machtlos. Eine scharfe Hereingabe von Saka lenkte Kjaer zum Ausgleich ins eigene Netz. Der frühere Wolfsburger sorgte damit für das nun schon elfte (!) Eigentor während der EM.

Nach der Pause übernahm dann zunächst Dänemark die Initiative, die erste richtig gute Chance hatte jedoch England. Schmeichel, dessen Vater Peter 1992 das Tor der dänischen Europameister hütete, reagierte bei einem Kopfball von Harry Maguire erneut bärenstark (55.). Überhaupt war die Partie nun lebhafter als über weite Strecken der ersten Hälfte, da die Gastgeber nach rund einer Stunde immer mehr ins Risiko gingen und sich nicht mehr allein auf ihre defensive Stabilität konzentrierten. Wirklich Zwingendes kam trotz der streckenweise erdrückenden Dominanz allerdings auch jetzt kaum zu Stande.

Schmeichel treibt England immer wieder zur Verzweiflung

Einem Treffer nahe kam Mason Mount, dessen verunglückte Flanke von Schmeichel über die Latte gelenkt wurde (74.). In der fünften Minute der Nachspielzeit wuchtete Maguire noch einen Kopfball in die Arme des Keepers von Leicester City - dann ging es in die Verlängerung. Auch hier blieb England gegen die entkräftet wirkenden Dänen am Drücker. Kane scheiterte jedoch einmal mehr am bärenstarken Schmeichel (93.), der fünf Minuten auch einen Schuss von Jack Grealish wegfaustete.


Die Three Lions rannten weiter an, benötigten dann aber einen Elfmeter zur Führung. Sterling stürmte auf dem rechten Flügel in den dänischen Strafraum, wurde von drei Gegenspielern umringt und kam zu Fall. Schiedsrichter Danny Makkelie (Niederlande) zeigte auf den Punkt, seine harte Entscheidung hielt auch der Überprüfung durch den VAR Stand. Kane schnappte sich den Ball, fand seinen Meister aber erneut in Schmeichel. Erst den Abpraller versenkte Englands Top-Stürmer im Netz. Dänemark hatte nach dem Rückstand nicht mehr genug Kraft, um noch einmal zurückzukommen.