08. August 2020 / 12:12 Uhr

England führt Gehaltsobergrenze für 3. und 4. Liga ein - "Auswirkungen von Covid-19 tiefgreifend"

England führt Gehaltsobergrenze für 3. und 4. Liga ein - "Auswirkungen von Covid-19 tiefgreifend"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In der drittklassigen League One gilt in England künftig eine Gehaltsobergrenze. Die Play-offs um den Aufstieg finden im Londoner Wembley-Stadion statt. Zuletzt schoss Joe Jacobson die Wycombe Wanderers per Elfmeter eine Etage höher.
In der drittklassigen League One gilt in England künftig eine Gehaltsobergrenze. Die Play-offs um den Aufstieg finden im Londoner Wembley-Stadion statt. Zuletzt schoss Joe Jacobson die Wycombe Wanderers per Elfmeter eine Etage höher. © imago images/PRiME Media Images/Andy Rowland
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In England gibt es in der drittklassigen League One und der viertklassigen League Two ab sofort eine Gehaltsobergrenze. Darauf verständigten sich die Klubs mit der Dachorganisation EFL, deren Geschäftsführer drastische Worte zur Begründung fand.

Im englischen Fußball gibt es ab sofort eine Gehaltsobergrenze für die drittklassige League One und die viertklassige League Two. Die zuständige Dachorganisation English Football League (EFL) verständigte sich mit den Klubs auf eine entsprechende Maßnahme. Laut einer Stellungnahme der EFL werden die Gehälter in der League One bei 2,5 Millionen britischen Pfund (umgerechnet etwa 2,8 Millionen Euro) und in der League Two bei 1,5 Millionen Pfund (ca. 1,7 Millionen Euro) gedeckelt - jeweils für den gesamten Kader. Darin enthalten sind demnach neben den Grundlöhnen auch Steuern, Boni, Bildrechte und Beratergebühren, aber nicht mögliche Prämien für die Vereine aus Pokalwettbewerben oder Werbeaktionen.

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Wie die EFL, die in England für die zweite bis vierte Liga verantwortlich ist, mitteilt, seien die Beratungen der Vereine zu Fragen der Nachhaltigkeit und der inflationären Gehälter bereits vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im März aufgenommen und im Laufe des Sommers fortgesetzt worden. Für Verträge, die vor dem aktuellen Beschluss abgeschlossen wurden, wird für die gesamte Laufzeit eine Liga-Durchschnittssumme angesetzt. Vereine, die absteigen, können die Spielerverträge künftig auf den vor dem Abstieg gültigen Ligadurchschnitt begrenzen. Mögliche Verstöße gegen die Obergrenze, die im US-Sport unter dem Begriff "Salary Cap" bekannt ist, sollen mit Geldstrafen geahndet werden.

Diskussionen um Gehaltsobergrenze auch in Bundesliga

EFL-Geschäftsführer David Baldwin betonte laut Mitteilung, betonte, der Begriff "Gehaltsobergrenze" sei emotional und erwecke den Eindruck einer restriktiven Maßnahme. Jedoch verwies er darauf, dass die "Auswirkungen von Covid-19 für EFL-Klubs tiefgreifend" sein würden. Der Beschluss werde dazu beitragen, "dass sich die Klubs nicht bis zu dem Punkt ausdehnen können, der zu finanzieller Instabilität führen könnte".

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Auch in Deutschland sind die Diskussionen um die Einführung einer Gehaltsobergrenze im Profifußball wieder neu entbrannt. Durch die Aussetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und der 2. Bundesliga infolge der Corona-Krise und damit verbunden ausbleibende TV- und Zuschauereinnahmen sind einige Vereine wirtschaftlich Druck geraten. Auch deswegen kämpfte die Deutsche Fußball-Liga als Dachverband um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, die in der abgelaufenen Saison zunächst ohne Publikum in den Stadien erfolgte. Vor allem der FC Schalke 04 ist durch die Auswirkungen der Pandemie finanziell angeschlagen. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, geht jedoch davon aus, dass eine Gehaltsobergrenze nach US-Vorbild nicht mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist.

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