04. März 2020 / 08:30 Uhr

Zwei England-Klubs jagen die beste Bundesliga-Fußballerin!

Zwei England-Klubs jagen die beste Bundesliga-Fußballerin!

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Verlässt sie am Saisonende die Bundesliga? Pernille Harder vom  VfL Wolfsburg steht in London und Manchester auf der Einkaufsliste. 
Verlässt sie am Saisonende die Bundesliga? Pernille Harder vom  VfL Wolfsburg steht in London und Manchester auf der Einkaufsliste.  © imago images/Sports Press Photo
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Top-Fußballerin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg steht bei Chelsea und Manchester United auf der Einkaufsliste. Ein Wechsel per Ausstigesklausel könnte möglich sein, Verhandlungen laufen.

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Sie ist die herausragende Spielerin des VfL, Fixpunkt des Wolfsburger Offensivspiels, Führende der Bundesliga-Torjägerinnenliste und eine der besten Fußballerinnen der Welt: Pernille Harder. Ihren Vertrag beim deutschen Meister hat sie vor einem Jahr bis 2021 verlängert, aber dennoch ist ihre Zukunft in Wolfsburg fraglich. Denn mit Chelsea und Manchester United buhlen gleich zwei englische Top-Klubs um die Dänin!

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Hinter den Kulissen hat der Poker um Harders Zukunft längst begonnen, denn bis Ende März will der VfL Klarheit in Sachen Personalplanung haben - zumal mit Sara Gunnarsdottir und Noelle Maritz (Verträge laufen aus) bereits zwei Leistungsträgerinnen Wolfsburg verlassen werden. In Sachen Harder halten sich derweil alle Beteiligten noch bedeckt. Meldungen aus England, nach denen die 27-Jährige eine Ausstiegsklausel in ihrem VfL-Vertrag hat, bleiben unbestätigt. „Zu Vertragsinhalten“, so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, „äußern wir uns nicht.“ Zur Zeit ist Kellermann beim Algarve-Cup im Süden Portugals, wo Harder mit dem dänischen Team am Mittwoch gegen Norwegen ins Turnier einsteigt.

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Mit 14 spielte Pernille Harder erstmals für die dänische U16-Auswahl. Zur Galerie
Mit 14 spielte Pernille Harder erstmals für die dänische U16-Auswahl. ©

Harder steht, das ist in England ein offenes Geheimnis, in Manchester und Chelsea ganz oben auf der Wunschliste. United-Fans werben auf Twitter mit dem Hashtag #harder2020 bereits zahlreich für eine Verpflichtung der Offensivspielerin. Chelsea scheint aber klar im Vorteil. Zum einen, weil die Londonerinnen im Gegensatz zu United allerbeste Aussichten haben, auch nächstes Jahr in der Champions League mitzuspielen. Zum anderen, weil Harders Freundin Magdalena Eriksson für Chelsea spielt. Beide waren bereits gemeinsam bei Linköpings FC in Schweden aktiv, ehe sich die Wege trennten: Harder wechselte 2017 zum VfL, Eriksson (die damals auch in Wolfsburg im Gespräch war) nach London. Mittlerweile haben beide denselben Berater – und würden gern wieder gemeinsam für einen Klub auflaufen.

Nach SPORTBUZZER-Informationen hat Chelsea darum in Sachen Harder auch bereits Kontakt zum VfL aufgenommen und soll bereit sein, rund 300.000 Euro Ablöse zu bezahlen – eine ungewöhnlich hohe Summe für Vereinswechsel im Frauenfußball, wo sechsstellige Ablösen immer noch die Ausnahme sind. Zum Vergleich: Für Dominique Bloodworth überwies der VfL im vergangenen Sommer gut 50.000 Euro an Arsenal – und damit ist die Holländerin schon die teuerste Spielerin im Kader. Generell ist es im Frauenfußball immer noch üblich, Spielerinnen nach Ablauf eines Vertrags ablösefrei zu verpflichten – so wie es Wolfsburg gerade bei Pauline Bremer getan hat, die im Sommer von Manchester City zum VfL wechselt.

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Dass Chelsea ein mögliches Angebot für Harder abgeben könnte, bedeutet aber auch, dass die Spielerin entweder keine Ausstiegsklausel hat oder – was wahrscheinlicher ist – dass die in dieser Klausel festgeschriebene Ablöse noch deutlich höher ist als 300.000 Euro und Chelsea den Preis gern drücken möchte. Was aber auch heißt: Zahlen Chelsea oder United den höheren Preis doch, sind keine Verhandlungen nötig, der VfL hätte keine Chance, die Spielerin zu halten.

Interessant in diesem Zusammenhang: Auch der aktuelle Vertrag der Schwedin Eriksson, die mittlerweile eine der Top-Abwehrspielerinnen der englischen Women’s Super League ist, läuft in einem Jahr aus. 2021 könnten sie und Harder (ihr Kuss-Foto bei der WM ging als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz im vergangenen Jahr um die Welt) also gemeinsam ablösefrei nach einem gemeinsamen neuen Verein Ausschau halten.