26. März 2019 / 13:16 Uhr

UEFA ermittelt nach Rassismus-Skandal um England-Stars - Sterling: "Eine Schande"

UEFA ermittelt nach Rassismus-Skandal um England-Stars - Sterling: "Eine Schande"

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Englands Spieler sahen sich in Montenegro rassistischen Beleidigungen ausgesetzt. ManCity-Star Raheem Sterling (r.) fand im Anschluss klare Worte.
Englands Spieler sahen sich in Montenegro rassistischen Beleidigungen ausgesetzt. ManCity-Star Raheem Sterling (r.) fand im Anschluss klare Worte. © imago/Montage
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Anhänger aus Montenegro haben beim Spiel gegen England mit rassistischen Gesängen gegen Bayern-Wunschspieler Callum Hudson-Odoi und Danny Rose für Aufsehen gesorgt. ManCity-Star Raheem Sterling hat sich im TV klar positioniert. Die UEFA hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Nur wenige Tage nach dem Eklat um Leroy Sané und Ilkay Gündogan beim DFB-Länderspiel gegen Serbien in Wolfsburg wird der europäische Fußball vom nächsten Rassismus-Skandal erschüttert. Diesmal traf es die Nationalmannschaft von England, die beim Gastspiel in Montenegro mit 5:1 gewann, sich aber gegen Spielende mit diskriminierenden Gesängen der Heimfans in Podgorica konfrontiert sah. Besonders im Fokus der Montenegriner: Danny Rose von Tottenham und Chelsea-Jungstar Callum Hudson-Odoi, an dem der FC Bayern München großes Interesse hat,.

Was war geschehen? Bereits im ersten Durchgang hatten Anhänger der montenegrinischen Nationalmannschaft (u,a, mit Atlético-Verteidiger Stefan Savic in der Startelf) sich Rose und Hudson-Odoi vorgenommen, Affenlaute gemacht. Das bestätigte der Jung-Nationalspieler bei Sky. "Wir haben 'Uh-Ah-Ah'-Laute gehört." Sein Fazit: "Das ist leider normal im Fußball, das habe ich schon zuvor erlebt. Wir müssen einfach weitermachen, eine starke Mentalität behalten und dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen." Erschütternd: Hudson-Odoi ist erst 18 Jahre alt, hat gerade erst debütiert und spricht bereits über Rassismus im Fußball als wäre es das Normalste der Welt. Die UEFA hat nach den Vorfällen im Stadion die Ermittlungen aufgenommen.

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Raheem Sterling: "Es braucht mehr, um uns zu stoppen"

Um einiges deutlicher als sein junger Teamkollege wurde ManCity-Superstar Raheem Sterling, der seit Monaten Rassismus im Fußball anprangert und nicht müde wird, diesen auch medial zu thematisieren - nicht zuletzt, weil er selbst schon häufiger Opfer rassistisch motivierter Angriffe war. Beim Jubel über seinen Treffer zum 5:1 hatte er seine Hände an die Ohren gelegt und Montenegros Fans so eine eindeutige Antwort auf ihre Gesänge gegeben. Er setzte bei Sky zu einer eindrucksvollen Wutrede an.

"Ich habe ihre Worte selbst nicht gehört, aber Danny (Rose) hat mir klar gemacht, dass sie es getan haben", betonte der Star von Manchester City. "Ich wollte ihnen zeigen, dass es mehr braucht, um uns zu stoppen. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wir wissen es nicht. Jeder von uns weiß, welche Hautfarbe wir haben. Ich weiß nicht, wo das Problem ist."

Der 24-Jährige ist seit Wochen in überragender Verfassung und hätte zweifelsohne lieber über seine überragende Saison oder seinen Hattrick gegen Tschechien vor wenigen Tagen gesprochen - doch trotz der neuerlichen Gala der Engländer gab es nach dem Abpfiff nur ein Thema: Die Diskriminierung der schwarzen Spieler.

ManCity-Star fordert harte Konsequenzen - Hudson-Odoi: "Inakzeptabel"

Sterling fordert harte Konsequenzen - nicht nur für die Übeltäter, sondern auch normale Fans. "Es ist eine Schande, dass es damit kein Ende hat", betonte der Rechtsaußen. "Wir können nur ein Bewusstsein für diese Situation schaffen. Es ist nun an der Zeit für die verantwortlichen Personen, eine klare Linie einzunehmen."

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Man könne die Leute, die das getan haben, zwar finden. "Aber was wird das ändern? Man muss härter vorgehen. Man muss im Zweifel alle Fans bestrafen, damit sie nicht zu den Spielen kommen. Man muss etwas tun, damit sie es sich gründlich überlegen. Denn wenn ihr Team nicht mit Fans spielen kann, wird es schwierig für sie werden."

Von Rassismus im Fußball seien indes nicht nur schwarze Männer betroffen, betonte Sterling. "Es sind auch schwarze Kinder, die in bunt gemischten Städten aufwachsen. Es sind aber nicht nur schwarze Kinder, auf die ich zugehen möchte. Wir in England sind ein sehr diverses Land. Es gibt viele verschiedene Gesichter in unserem Land. Die Menschen müssen verstehen, dass wir in neuen Zeiten leben. Das sah auch Hudson-Odoi ein. "Es ist total inakzeptabel, es sollte keine Diskriminierung geben, nirgendwo. Es ist nicht richtig, denn im Fußball ist jeder gleich."

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