04. Dezember 2022 / 21:56 Uhr

Harry Kane bricht Tor-Bann: Effiziente Engländer lassen Senegals WM-Traum platzen

Harry Kane bricht Tor-Bann: Effiziente Engländer lassen Senegals WM-Traum platzen

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Harry Kane hat gegen den Senegal seinen ersten Treffer bei dieser WM erzielt.
Harry Kane hat gegen den Senegal seinen ersten Treffer bei dieser WM erzielt. © IMAGO/Pro Shots
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Auch das vierte Achtelfinale bei dieser Weltmeisterschaft gewinnt der Favorit. Vor allem dank einer starken Chancenverwertung hat sich England gegen den Underdog aus dem Senegal durchgesetzt. "Three Lions"-Star Harry Kane brach seinen Tor-Bann in Katar.

Das Duell auf den Rängen verloren die Engländer. Die Gesänge ihrer Fans kamen nicht gegen das ausdauernde Getrommel des senegalesischen Anhangs an. Das Geschehen auf dem Rasen ging aber klar an England. Die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate gewann das WM-Achtelfinale im Al-Bayt-Stadion nach kurzer Schwächephase souverän 3:0 und rückte damit ins Viertelfinale vor. Dort wartet am Samstag die wohl schwerstmögliche Prüfung für die Titel-Ambitionen der Engländer. Es geht gegen Weltmeister Frankreich mit dem überragenden Kylian Mbappé.

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Die Partie gegen den Senegal vor knapp 66.000 Zuschauern war nach einem Doppelschlag kurz vor der Pause entschieden. Jordan Henderson in der 38. Minute und Harry Kane mit seinem ersten Tor in Katar in der dritten Minute der Nachspielzeit brachten England 2:0 in Führung – bei beiden Treffern hatte der überragende Jude Bellingham von Borussia Dortmund seine Füße im Spiel. Bukayo Saka stellte in der 57. Minute den Endstand her, der England weiter vom ersten Titel seit der WM 1966 träumen lässt. Auch damals führte der Weg übrigens über Frankreich. England gewann in der Vorrunde 2:0. In Katar treffen sich die beiden Ländern zum ersten Mal in einem K.o.-Spiel.

Kane trifft endlich

England-Trainer Southgate verfügt über einen verschwenderischen Überfluss an Flügelstürmern, weshalb er in jedem Spiel unpopuläre Entscheidungen treffen muss. Gegen den Senegal ließ er zur Verblüffung vieler Beobachter Marcus Rashford draußen, mit drei Toren bis dahin Englands bester WM-Schütze. Außerdem konnte Raheem Sterling aus persönliche Gründen nicht mitmachen. Stattdessen spielten Phil Foden und Saka auf den Flügeln und komplementierten Mittelstürmer und Kapitän Kane, der mit einer erstaunlichen Statistik in die Veranstaltung ging – er stand bei drei Vorlagen bei dieser WM, war aber noch ohne Tor.

Es dauerte dann auch, bis England gefährlich wurde. Die Mannschaft startete ambitioniert und kam gut ins Pressing, echte Chancen gab es aber erstmal nicht. Nach einer Bellingham-Flanke segelte Senegals Torwart Édouard Mendy am Ball vorbei, die Hereingabe fand aber keinen Abnehmer. Auch eine Flanke von Luke Shaw verfehlte den Adressaten. Ein Kopfball von Verteidiger John Stones nach einer Ecke flog deutlich über das Ziel.

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Senegal nutzt beste Chancen nicht

Nach einer halben Stunde gaben die Engländer das Geschehen aus der Hand, Senegal kam zu den bis dahin besten Chancen. Nach einem Fehlpass von Abwehrchef Harry Maguire landete der Ball über Umwege bei Ismaïla Sarr, dessen Versuch ging über das Tor. Der VAR prüfte auf Elfmeter, entschied aber dagegen. Kurz danach rettete England-Torwart Jordan Pickford stark gegen einen Sarr-Schuss aus spitzem Winkel.

Als die englischen Fans kurz unruhig wurden, ging die Mannschaft in Führung. Kane passte aus der Tiefe auf Bellingham, dessen Hereingabe von links verwertete Henderson aus rund elf Metern. Plötzlich drängte England. Kane schoss aus ähnlicher Position über das Tor, Shaw scheiterte aus spitzem Winkel an Mendy. Noch vor der Pause fiel das 2:0. Bellingham gewann in der eigenen Hälfte den Ball, trieb ihn nach vorne, legte auf links zu Foden. Dieser passte auf die halbrechte Seite, Kane lief alleine auf das Tor zu und vollendete zu seinem Premierentreffer in Katar.

Senegal wechselte zum Wiederanpfiff dreifach, doch England behielt die Kontrolle. Kane legte den Ball auf die rechte Seite zu Saka, dieser schoss über das Tor. Dann wehrte Mendy einen Kane-Schuss fast ins eigene Netz ab. Der dritte englische Treffer nach einer knappen Stunde fiel fast zwangsläufig. Nach Vorlage von Foden hob Saka den Ball clever ins Netz. Trainer Southgate konnte danach entspannt durchwechseln. Unter anderem brachte er Marcus Rashford und gönnte Bellingham eine Pause. Vom Senegal kam nichts mehr – nur die Fans trommelten weiter bis zum Ende. Sie gewannen das Duell auf den Rängen, England dagegen steht im Viertelfinale gegen Frankreich.

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