27. September 2022 / 14:00 Uhr

England-Trainer Gareth Southgate schimpft nach Musiala-Frage: "Das ist eine Schande"

England-Trainer Gareth Southgate schimpft nach Musiala-Frage: "Das ist eine Schande"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
England-Trainer Gareth Southgate (links) adelt DFB-Talent Jamal Musiala, ist aber aufgrund des Entscheidung für Deutschland etwas verärgert.
England-Trainer Gareth Southgate (links) adelt DFB-Talent Jamal Musiala, ist aber aufgrund des Entscheidung für Deutschland etwas verärgert. © IMAGO/Uk Sports Pics Ltd/Getty (Montage)
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Jamal Musiala war im DFB-Team der beste Spieler im Nations-League-Duell mit England. Nach dem Auftritt in seiner alten Heimat äußert sich Gareth Southgate über den ehemaligen englischen U-Nationalspieler und zeigt sich etwas verärgert über die Nationalmannschafts-Entscheidung des 19 Jahre alten Top-Talents.

Im Team der deutschen Nationalmannschaft sorgte Jamal Musiala zuletzt für die meisten positiven Momente. Nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Ungarn durfte das 19 Jahre alte Offensivtalent in England direkt in der Startelf ran - und überzeugte dabei auch den gegnerischen Trainer Gareth Southgate. "Sein Auftritt war exzellent. Er ist ein aufregender Spieler", sagte der Chef-Coach der "Three Lions". Doch er wählte nicht nur nette Worte in Richtung des Profis des FC Bayern München. Der 52-Jährige hätte Musiala gerne in seinem eigenen Team gehabt.

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"Musiala ist ein außergewöhnlicher Spieler. Wir hatten ihn bei uns mit Jude (Bellingham/Anm. d. Red.) in unserer U16 spielen. Sie wissen, wie sehr wir ihn mochten, Sie wissen, wie sehr wir versucht haben ihn zu behalten. Er hat aber beim FC Bayern mit acht deutschen Nationalspielern trainiert, die die Gelegenheit hatten, ihn zu beeinflussen. Das ist eine Schande. Er ist ein sehr spezielles Talent", sagte Southgate auf der Pressekonferenz nach dem 3:3-Remis in Wembley - und schob noch hinterher: "Seine Zukunft ist mir egal…"

Musiala wurde bis zum Wechsel nach München beim FC Chelsea ausgebildet und spielte auch als Junior hauptsächlich für Englands U-Nationalteams. "Hier fühle ich mich immer ganz gut", sagte London-Rückkehrer Musiala zuletzt. Es sei "keine einfache Entscheidung" gewesen, Deutschland als Nationalspieler England vorzuziehen. "Ich fühle mich aber wohl mit ihr. Ich bin glücklich damit", erklärte Musiala, der gegen die "Three Lions" einen Elfmeter rausholte und immer wieder als Fixpunkt in der DFB-Offensive herausstach.

"Jamal hat gezeigt, warum er ein außergewöhnliches Talent ist. Er hat beim zweiten Tor einen Ballgewinn in der eigenen Hälfte gehabt. Er ist defensiv und offensiv ein Spieler, der uns sehr gut tut. Er kann dem Gegner Probleme bereiten und solche Situationen wie den Elfmeter rausholen. Er spielt ein, zwei Gegner aus, dann haben wir mehr Platz", sagte Bundestrainer Hansi Flick nach der Partie.

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Auch FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß war schwer beeindruckt, wie der in London aufgewachsene Youngster bei seinem besonderen Länderspiel in der Fußball-Kultstätte Wembley aufspielte und als offensiver Impulsgeber den riesigen Erwartungen standgehalten habe. "Im Vorfeld wurde er ja ohne Ende unter Druck gesetzt. Man hat ja gemeint, Messias spielt jetzt bei der deutschen Mannschaft", sagte Hoeneß, der sich als "großer Fan" von Musiala outete und Bayern-Trainer Julian Nagelsmann einen Rat gab, der wie ein Befehl klang: "Wenn Jamal so spielt, muss er beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft gesetzt sein."

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