15. Juni 2022 / 09:57 Uhr

England-Presse ätzt nach Ungarn-Pleite: "Peinlich schlecht" - Carragher legt sich mit Fans an

England-Presse ätzt nach Ungarn-Pleite: "Peinlich schlecht" - Carragher legt sich mit Fans an

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach der Heim-Blamage gegen Ungarn ist die öffentliche Kritik an den Three Lions um Kapitän Harry Kane (2.v.r.) groß. Ex-Nationalspieler Jamie Carragher (r.) stützt derweil Trainer Southgate.
Nach der Heim-Blamage gegen Ungarn ist die öffentliche Kritik an den Three Lions um Kapitän Harry Kane (2.v.r.) groß. Ex-Nationalspieler Jamie Carragher (r.) stützt derweil Trainer Southgate. © 2022 Getty Images
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Das 0:4 gegen Ungarn erschüttert die englische Fußball-Seele zutiefst. Die Presse motzt über die "Three Lions", die Fans schießen gegen Gareth Southgate. Doch der Nationaltrainer hat auch Unterstützer. Ein Tweet von Jamie Carragher zeigt, die Zerrissenheit im Land des einstigen WM-Favoriten.

Vor rund zwei Wochen zählte England für viele Beobachter noch zu den WM-Favoriten - seit Dienstagabend liegt der Vize-Europameister am Boden. Das 0:4 gegen Ungarn in Wolverhampton war die höchste Heimpleite der Nationalmannschaft seit 1928. Nach vier Spielen in der Nations League belegt man den letzten Platz in der deutschen Gruppe - der Abstieg droht. "Zwei Spiele vor dem Beginn der WM in Katar befindet sich England in der schlechtesten Form seit Roy Hodgson die Mannschaft auf die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien vorbereitet hat. Erinnert Euch: Damals schied das Team binnen fünf Tagen aus - also noch bevor man alle nötigen Malariatabletten eingenommen hatte", ätzte die Sun am Mittwochmorgen.

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Das Blatt bezeichnete die Niederlage gegen Ungarn als "demütigend" und den Auftritt der "Three Lions" als "peinlich schlecht". Der Frust der Fans hatte sich derweil schon während der Partie entladen: Pfiffe, Buhrufe, Pöbeleien. Im Zentrum der Kritik: Nationaltrainer Gareth Southgate, der die Mannschaft im September 2016 übernommen, 2018 ins WM-Halbfinale und im vergangenen Jahr ins EM-Endspiel geführt hatte. Der Stolz der zuvor so angeknacksten Fußball-Nation war zurück. Nun wünscht sich mancher auf der Insel, dass Southgate bald weg ist. Die Fans in Wolverhampton hatten ihr Urteil am Dienstag jedenfalls bereits gefällt. "Du weißt nicht, was Du tust", lauteten die Sprechchöre von den Rängen.

Ex-Nationalspieler Gary Lineker beschränkte sich auf Twitter noch darauf, sich einen Spielstil wie den des FC Liverpool zu wünschen. Nach nur einem Tor in den vier sieglosen Nations-League-Partien der vergangenen zwei Wochen sagte Ex-Liverpool-Profi Stephen Warnock dem BBC-Radio aber: "Ich bin nicht sicher, dass er der richtige Mann ist. Es gibt andere Kandidaten, die besser geeignet sind - und ich bin sicher, Gareth Southgate steht heute Nacht unter Druck." Kapitän Harry Kane stellte sich derweil hinter den Coach. Doch die Fußball-Nation wirkt zerrissen.

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"Southgate sah nach dem Schlusspfiff schockiert aus und wusste nicht genau, was er tun oder wohin er schauen sollte, da dies zweifellos die dunkelsten Tage seiner Amtszeit sind", kommentierte der Mirror: "Dies sollte die Nacht sein, in der England die Wende schafft, aber es begann schlecht - und es wurde noch schlimmer." Ex-Nationalspieler Jamie Carragher legte sich derweil mit den Fans an und kritisierte die Schmähungen in Richtung Southgate via Twitter scharf: "Haltet die Schnauze ihr Clowns", schimpfte der frühere Profi des FC Liverpool: "Dieser Trainer hat das Land bei zwei Turnieren zu den besten Resultaten seit 1966 geführt." Damals wurde England Weltmeister. Dass dies in Katar erneut gelingt, scheint derzeit mehr als fraglich.