16. Dezember 2019 / 14:50 Uhr

Engländer in Leipzig: Als Tottenham im UEFA-Pokal beim 1. FC Lok zu Gast war

Engländer in Leipzig: Als Tottenham im UEFA-Pokal beim 1. FC Lok zu Gast war

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Wolfram Löwe (Mitte) köpft das Leipziger Tor gegen Kapitän Martin Peters (re.) und Torhüter Patrick Jennings (ganz re., beide Spurs).
Wolfram Löwe (Mitte) köpft das Leipziger Tor gegen Kapitän Martin Peters (re.) und Torhüter Patrick Jennings (ganz re., beide Spurs). © LVZ-Archiv
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RB Leipzigs Achtelfinal-Gegner Tottenham Hotspur ist in der Messestadt nicht unbekannt, vor allem nicht beim 1. FC Lok. Die Probstheidaer hatten die Spurs bereits 1974 zu Gast, und unterlagen. Lok-Torschütze Wolfram Löwe erinnert sich an zahlreiche vergebene Chancen

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Leipzig. Er ist bislang der einzige Leipziger, der den Tottenham Hotspur ein Tor „eingeschenkt“ hat. Wolfram Löwe sorgte am 10. April 1974 dafür, dass Lok Leipzig gegen die Londoner im Halbfinalhinspiel des UEFA-Cups beim 1:2 zum Ehrentreffer kam. Erinnern kann er sich an dieses Tor vor 75.000 Zuschauern im Zentralstadion nicht mehr, dafür umso mehr daran, dass er mit dem 1. FC Lok im Rückspiel durchaus noch den Finalleinzug hätte schaffen können. „Allein ich hatte drei dicke Möglichkeiten, doch Tottenham-Keeper Pat Jennings hielt da wie auch bei Kopfballchancen von meinem Sturmkollegen Hans-Bert Matoul leider großartig“, bedauert der heute 74-jährige, wie er selbst sagt, nicht mehr ganz so flinke Flügelstürmer von einst noch immer ein bisschen.

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Original-Eintrittskarte der Partie zwischen dem 1. FC Lok und Tottenham Hotspur im April 1974.
Original-Eintrittskarte der Partie zwischen dem 1. FC Lok und Tottenham Hotspur im April 1974. © LVZ-Archiv

„Ich habe in Leipzig getroffen, aber vor allem in London ebenso wie meine Kameraden ein sehr gutes Spiel gemacht und sogar Szenenapplaus von den Zuschauern bekommen. Aber getroffen habe ich dort eben nicht.“ Er sei ja auch mehr der Vorbereiter gewesen, ergänzt er fast entschuldigend. Auf jeden Fall entwischte er den „Heißspornen“ aus Londons Norden aber vielfach.

Drittes englisches Team war zuviel

Rainer Lisiewicz erinnert sich, dass das Hinspiel das erste dieser großartigen Leipziger Europa-Cup-Serie war, das nicht unter Flutlicht ausgetragen wurde. Warum, weiß er nicht mehr, auch Löwe kennt keinen Grund dafür. „Es war am hellen Frühabend trotz der prächtigen Kulisse nicht ganz so ein prickelndes Fluidum wie unter Flutlicht“, vermutet Lisiewicz eine Ursache für Loks Niederlage gegen die komplett in „Bäckerjackenweiß“, wie damals eine Zuschauerin anmerkte, antretenden Gäste.

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So schieden die Leipziger mit dem 1:2 sowie einer 0:2-Rückspielniederlage zwei Wochen später aus, nachdem sie zuvor mit dem AC Turin, den Wolverhampton Wanderers, Fortuna Düsseldorf und Ipswich Town namhafte Konkurrenz eliminiert hatten. Das dritte englische Team war dann eines zu viel. Für RB ist es hingegen das erste, also müsste da eigentlich etwas gehen. Und Fortuna Düsseldorf haben die „Bullen“ ja auch gerade bezwungen.