18. Februar 2020 / 08:27 Uhr

Englische Presse über RB Leipzig: Lob für Werner, Bewunderung für Nagelsmann

Englische Presse über RB Leipzig: Lob für Werner, Bewunderung für Nagelsmann

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner
Timo Werner ist einer der begehrtesten deutschen Spieler. © Getty Images
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Die englischen Medien zeichnen vorm Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur ein insgesamt positives Bild von RB Leipzig. Besonders über Trainer Julian Nagelsmann und Nationalstürmer Timo Werner wird von der Insel-Presse wohlwollend bis überschwänglich berichtet. Kritik ist nur am Rande zu vernehmen.

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Leipzig. Lob für Timo Werner, fast Bewunderung für Julian Nagelsmann: Die britische Presse beschäftigt sich inzwischen immer häufiger mit RB Leipzig – und dabei kommt der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga überwiegend gut weg. Beispiel Timo Werner: Der 23-Jährige (25 Saisontore/10 Vorlagen) wird vom „Evening Standard“ als „Stürmer-Sensation“ gepriesen und vom Boulevard-Blatt Sun als „einer der begehrtesten Stars im deutschen Fußball“ bezeichnet. Als ein Spieler, auf den die Schützlinge von Tottenham-Coach Jose Mourinho unbedingt ein Auge haben müssen. Werners aktuelle Saison sei vergleichbar mit dem Durchbruch-Jahr von Harry Kane 2014/15, heißt es weiter. Einer der wenigen RB-Kicker, über den die Inselpresse neben Werner regelmäßig schreibt, ist Innenverteidiger Dayot Upamecano. Der Grund: Am 20-Jährigen sollen verschiedene Clubs aus der Premier League Interesse haben.

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RBL bekommt auch in der Gesamtschau gute Noten ausgestellt. Beim 0:0 im Spitzenspiel gegen Bayern München sah die Sun ein „beindruckendes Team“, das den Serienmeister ernsthaft herausfordern konnte. Unterschätzt werden die jungen Nagelsmann-Schützlinge offenbar nicht.

„Ein extrem beeindruckender junger Trainer“

Mit Lob gegenüber dem Trainer wird in der englischen Presse ebenfalls nicht gegeizt. Melissa Reddy, eine Journalistin vom „Indepdendent“, reiste kürzlich eigens nach Leipzig, um Julian Nagelsmann zu interviewen. Ihr Urteil? „Wenn er seinen Weg weiter geht, wird es bald keinen Schritt mehr geben als den größten.“ Soll heißen: In ein paar Jahren ist der RB-Coach reif wie eine süße Pflaume. Reif genug, um von europäischen Spitzenclubs wie Bayern München oder Real Madrid gepflückt zu werden. Eine Anfrage der Madrilenen hatte er 2018 noch abgelehnt, weil der Schritt zu früh für ihn gekommen wäre, wie er nun zugab.

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In einen Artikel des „Guardian“ aus dem Dezember heißt es über den Fußball-Lehrer: „Nagelsmann ist ein extrem beeindruckender und selbstsicherer junger Trainer, dessen Zukunft jenseits der Bundesliga liegen könnte.“ Respekt wird in dem Text auch für RB eingefordert, weil sie „jungen Spielen vertrauen, einen spannenden Trainer fördern und die Hegemonie von Bayern München herausfordern“. Darüber hinaus erwähnt der Guardian positiv, dass Leipzig auf dem Transfermarkt nicht „extravagant“ agiert.

Zugespitzte Darstellung

Auch Kritikpunkte spielen in der Insel-Presse eine Rolle, allerdings nur vereinzelt. Eine Reportage auf der britischen Seite von „ESPN“ beschäftigte sich im Januar ausführlich mit dem Vereinsmodell, dem Sponsoring von Red Bull und der Fankultur – zum Teil etwas zugespitzt und nicht ganz faktengetreu. So unterstellte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer in dem Text, es gebe keine Hardcore-Fans in der Red Bull Arena. „Wo stehen die Hardcore-Fans von Leipzig? Im Westen? Im Norden? Im Süden? Im Osten? Niemand weiß es.“ Von den ultra-affinen Fans aus Sektor B hat Cramer demnach noch nichts gehört.

Ein inzwischen schon einige Jahre alter Podcast der BBC unter dem Titel „Der Aufstieg von RB Leipzig“ („The Rise of RB Leipzig) beschäftigte sich facettenreich mit RBL, ließ Gestalter wie Ralf Rangnick, Beobachter, Fans und Gegner zu Wort kommen. Prädikat: Auch heute noch extrem hörenswert.

Insgesamt sind die Medien in Großbritannien aber fast ausschließlich am sportlichen Geschehen interessiert. Und das dürfte ganz nach dem Geschmack der RB-Verantwortlichen sein: Diese Saison gibt es schließlich fast nur Positives zu berichten. Mal schauen, ob das am Mittwochabend auch der Fall sein wird.