20. April 2020 / 16:55 Uhr

Enis Djerlek zur Abstimmung über Saisonende: "Ein Armutszeugnis für Brandenburg"

Enis Djerlek zur Abstimmung über Saisonende: "Ein Armutszeugnis für Brandenburg"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Cheftrainer Enis Djerlek (3.v.l.) und sein Assistent Imre Kalman (2.v.r.). 
Enis Djerlek würde die Saison gerne sportlich abschließen, denkt aber auch schon an die nächste Spielzeit. © Stefan Blumberg
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Brandenburgliga: Der Trainer des Oranienburger FC Eintracht kritisiert den Fußball-Landesverband Brandenburg, er habe die Verantwortung an die Vereine weitergeschoben.

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Bei Enis Djerlek herrscht Unverständnis. Der Trainer des Oranienburger FC Eintracht kann nicht verstehen, dass der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) die Saison nach einem Votum der Vereine nicht über den 30. Juni hinaus verlängern möchte. „Man kann das so entscheiden, gar keine Frage“, sagt er, „aber dass der Verband seine Verantwortung an die Vereine weiterschiebt, ist enttäuschend. Das ist ein Armutszeugnis für Brandenburg.“

Der Coach der Oranienburger Brandenburgliga-Fußballer befürwortet stattdessen Szenarien, wie sie bereits in Bayern oder Niedersachsen favorisiert werden. Dort soll die Amateurfußball-Saison nötigenfalls erst im Spätsommer oder Herbst fortgesetzt werden. „Die spielen, wenn es sein muss, bis Dezember“, so Djerlek. Eine Annullierung der bisherigen Spielzeit würde in seinen Augen die bisher erbrachten Leistungen negieren. Für die Spitzenreiter sei das schade. „Der RSV Eintracht spielt so eine geile Serie“, verweist der 45-Jährige beispielhaft auf den souveränen Tabellenführer der Brandenburgliga aus Stahnsdorf.

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Wie sich sein eigener Verein in der Abstimmung des FLB positioniert hat, weiß Enis Djerlek derweil gar nicht. „Mich hat keiner gefragt“, sagt der Trainer, der seinen Spielern für die Corona-Zwangspause keine Trainingspläne auferlegt hat. „Sie haben jetzt auch eine Selbstverantwortung gegenüber ihrem Körper“, bemerkt er. Djerlek selbst bastelt derweil im Hintergrund schon an der Zukunft des OFC, steckt schon in der Planung für die Saison 2020/21. „Wir brauchen nicht so tun, als ob es das für die Welt mit dem Fußball war. Irgendwann werden wir auch wieder gegen den Ball treten.“ Auf diesen Moment will er sein Team bestmöglich vorbereiten. Dieses hätte am Wochenende eigentlich das Stadtderby gegen den TuS Sachsenhausen bestreiten sollen. Djerlek: „Es ist traurig, dass so ein Spiel nicht stattfinden konnte.“