21. August 2019 / 06:00 Uhr

Entdecker Gonçalves über Bayern-Superstar Coutinho: "Eine Zehn wie Ronaldinho"

Entdecker Gonçalves über Bayern-Superstar Coutinho: "Eine Zehn wie Ronaldinho"

Martina Farmbauer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Wege von Superstar Neymar und Philippe Coutinho keuzten sich bereits in der Jugend. Vom Typ sind beide laut Entdecker Rodney Gonçalves aber ganz unterschiedlich. 
Die Wege von Superstar Neymar und Philippe Coutinho keuzten sich bereits in der Jugend. Vom Typ sind beide laut Entdecker Rodney Gonçalves aber ganz unterschiedlich.  © Verwendung weltweit
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Der Entdecker von Philippe Coutinho erklärt den neuen Superstar des FC Bayern und erzählt spannende Anekdoten aus Jugendzeiten mit Neymar. Das SPORTBUZZER-Interview mit Rodney Gonçalves.

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Am Dienstag trainierte Bayerns neuer Star Philippe Coutinho erstmals an der Säbener Straße. Sein Entdecker Rodney Gonçalves coachte den Brasilianer in der U17 von Vasco da Gama und hat bis heute Kontakt. Er erinnert sich an damals und blickt in die Zukunft.

Herr Gonçalves, welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit mit Philippe Coutinho?

Er war schon früh ein großes Versprechen, wusste aber um seine Schwierigkeiten, weil es dauerte, bis er eine gewisse körperliche Reife erreichte. Er war klein und dünn, aber technisch sehr stark, wurde deshalb auch Philippinho genannt, was klein und zerbrechlich klang. Außerdem hatten wir drei Felipes im Team. Da habe ich angefangen, ihn Coutinho zu nennen. 

Was haben Sie gemacht, um seine Physis zu verbessern?

Er hat praktisch den ganzen Tag im Stadion verbracht, weil er Teil der Schule wurde, die der Klub unterhält, und hat Unterricht mit Futsal und Fußball verbunden. Er hat nur nicht trainiert, wenn es in der Schule um etwas ging, da wollte er nicht fehlen. So etwas fällt im brasilianischen Fußball sehr auf.

Entdecker Rodney Gonçalves mit Philippe Coutinho, als er noch für den FC Liverpool gespielt hat. 
Entdecker Rodney Gonçalves mit Philippe Coutinho, als er noch für den FC Liverpool gespielt hat.  ©
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Dann ging alles sehr schnell ...

Die Einladungen zu den Jugend-Nationalteams kamen regelmäßig, sodass er bald mehr mit der Seleção, zu der auch Neymar gehörte, unterwegs war als mit uns bei Vasco. Aber wir haben zusammen die brasilianische U17-Meisterschaft gegen Santos gewonnen. Er war gerade an Inter Mailand verkauft worden, verließ das Turnier, um den Vertrag zu unterschreiben. Als er zurückkehrte, rief er mich an und sagte, dass er das Finale spielen und es entscheiden wollen würde. Ich sagte ihm, dass das nicht ginge, weil er verkauft worden sei. Da rief er den Vizepräsidenten an. Wir haben mit 2:1 gewonnen, Neymar hat groß aufgespielt, ein Tor gemacht – aber Coutinho hat ein Tor gemacht und eine Vorlage gegeben.

Neymar und Coutinho sind beide 1992 geboren, haben eine lange gemeinsame Geschichte, sind aber sehr unterschiedlich.

Coutinho war schon immer eher schüchtern. Als wir den Titel gegen Santos gefeiert haben, saß Philippe, der gerade Meister geworden und an Inter verkauft worden war, in der Ecke, in sich gekehrt. Neymar, der verloren hatte, wurde von der Menge in den Klamotten seines Sponsors gefeiert. Verglichen mit Neymar, der zum Popstar wurde, hat Cou­tinho länger gebraucht, um die Welt des Fußballs zu verstehen, die ihn umgibt. Er macht auch bis heute mehr sein eigenes Ding.

Philippe Coutinho: Das erste Training des "kleinen Magiers" beim FC Bayern in Bildern

Die erste Trainingseinheit des kleinen Magiers an der Säbener Straße. Bevor es an die Arbeit ging, stellte sich der umjubelte Neuzugang Philippe Coutinho zusammen mit seinem neuen Bayern-Kollegen Michael Cuisance und seinem Trainer Niko Kovac den Fotografen, die sich am Trainingsplatz versammelt haben. 
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Die erste Trainingseinheit des "kleinen Magiers" an der Säbener Straße. Bevor es an die Arbeit ging, stellte sich der umjubelte Neuzugang Philippe Coutinho zusammen mit seinem neuen Bayern-Kollegen Michael Cuisance und seinem Trainer Niko Kovac den Fotografen, die sich am Trainingsplatz versammelt haben. ©

Bei Barcelona hat sich Coutinho nicht richtig durchsetzen können. Warum?

Die ganze Welt hat eine riesige Erwartung geschürt. Dabei wussten alle, dass sich bei Barcelona alles um Messi dreht, das Spiel auf ihn ausgerichtet ist. Fast jeder Spieler wird da Probleme haben. Neymar hat Barcelona ja auch deswegen verlassen.

Was sind Ihre Erwartungen mit Blick auf den FC Bayern?

Der deutsche Fußball hat viele Gemeinsamkeiten mit dem englischen Fußball. Mehr Kraft, mehr Geschwindigkeit als der spanische Fußball. Philippe ist ein extrem technischer, aber auch ein sehr schneller Spieler mit einer hohen Intensität in den Aktionen. Er wird sehr gut in den deutschen Fußball passen. Das ist die große Chance, zu dem Glamour seiner spektakulären Performances zurückzukehren.

Liverpool, Barcelona, Bayern: Die Karriere von Philippe Coutinho in Bildern

Philippe Coutinho ist der neue Star des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die Karriere des Bayern-Transfers. Zur Galerie
Philippe Coutinho ist der neue Star des FC Bayern München. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die Karriere des Bayern-Transfers. ©

Kann er mit Bayern die Champions League gewinnen?

Das geht bestimmt durch seinen Kopf. Er hat versucht, die Champions League mit Liverpool zu gewinnen. Als er weg war, hat Liverpool sie gewonnen. Er wird das mehr als je zuvor versuchen und um jeden Preis sein Bild aus Liverpool wiedererlangen wollen. Nachdem Bayern die Champions League in den letzten Jahren nicht gewonnen hat – klappt es vielleicht ja jetzt.

Haben Sie noch oft Kontakt?

Ich habe ihn über eine Whatsapp-Gruppe mit Spielern aus der Zeit bei Vasco beglückwünscht. Wenn die Hitze der Begeisterung des Wechsels etwas abgeklungen ist, werde ich ihn in Ruhe persönlich kontaktieren, um ihn zu unterstützen.

Bei Bayern bekommt er wie bei Vasco und Liverpool die Nummer 10. Ist er ein klassischer Zehner?

Philippes Funktion war immer die eines Verbindungsspielers. Manchmal hat er als dritter Angreifer auf der linken Seite agiert. Er war keine klassische Zehn wie Zico, eher eine Zehn wie Ronaldinho.

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