25. Februar 2021 / 10:00 Uhr

Entdecker von Jamal Musiala über erste Schritte, die DFB-Entscheidung und die Chancen beim FC Bayern

Entdecker von Jamal Musiala über erste Schritte, die DFB-Entscheidung und die Chancen beim FC Bayern

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Branko Milenkovski (links) hat Jamal Musiala vom FC Bayern in der Jugend trainiert. Im SPORTBUZZER-Interview gibt er Einblicke in die noch junge Karriere des Mega-Talents.
Branko Milenkovski (links) hat Jamal Musiala vom FC Bayern in der Jugend trainiert. Im SPORTBUZZER-Interview gibt er Einblicke in die noch junge Karriere des Mega-Talents. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur/Getty/privat
Anzeige

Jamal Musiala vom FC Bayern gehört zu den größten Talenten im Weltfußball. Schon als Dreijähriger beginnt der gebürtige Stuttgarter mit dem Fußballspielen. Sein erster Jugendtrainer Branko Milenkovski spricht im SPORTBUZZER-Interview über Musialas Anfänge bei den Bambinis des TSV Lehnerz, die rasante Entwicklung und den Sprung nach ganz oben.

Anzeige

Jamal Musiala machte vor wenigen Tagen Joachim Löw glücklich. Nach "einer Nacht zum Erinnern" in Rom will das Supertalent des FC Bayern künftig auch für die deutsche Nationalmannschaft glänzen. Der Bundestrainer möchte den 17-Jährigen gleich für den Länderspieldreierpack im März einladen. Hinter dem Megatalent liegt eine lange Reise. Von Stuttgart über Fulda nach London und zurück nach Deutschland zum FC Bayern. Musialas Jugendtrainer Branko Milenkovski hat diesen Weg immer genaustens verfolgt, wie er dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), in einem Interview erklärte.

Anzeige

SPORTBUZZER: Herr Milenkovski, Sie haben Jamal Musiala als erster Coach überhaupt trainiert. Wie sind Ihre Erinnerungen an das Jahr 2007?

Branko Milenkovski: Er ist im Februar zu uns gekommen und wollte einfach mal mittrainieren. Seine Mutter hat uns gesagt, dass er Spaß am Fußball hat und im Verein spielen möchte. Ich war gleich von ihm beeindruckt. Die anderen Jungs waren schon fünf, sechs Jahre alt. Jamal ist gerade erst vier geworden. Einen Unterschied hat man überhaupt nicht gemerkt.

Das Talent war ihm sicherlich schon früh anzusehen.

Milenkovski: Auf jeden Fall. Das ist nicht nur mir aufgefallen. Auch die Trainer von den gegnerischen Mannschaften meinten immer, dass Jamal ein Ausnahmetalent ist. Er war klein, schnell, sehr flink und hatte einfach Spaß am Fußball. Er hat sich super entwickelt und hat viele Jahre mit zwei Jahre älteren Jungs zusammengespielt. Einmal haben wir ihn in seine eigentliche Altersklasse gegeben. Aber da meinte der Trainer, dass er mit seinen Qualitäten zurück zu uns muss.

Mehr vom SPORTBUZZER

Was verbinden Sie besonders mit ihm?

Milenkovski: Er hat natürlich in fast jedem Spiel seine Tore geschossen. Aber besonders in Erinnerung bleibt mir sein Vater. Er war nach den Spielen oft mehr am Schwitzen als Jamal. (lacht) Er hat so mitgefiebert und ist die Seitenlinie immer rauf und runter gelaufen. Wenn wir heute im Verein über Jamal sprechen, denkt auch jeder direkt an seinen Vater.

Musiala ist im Sommer 2010 aus Fulda nach England gegangen...

Milenkovski: Für uns war dieser Schritt natürlich sehr bitter. Aber seine Mutter hat damals ein Auslandsstudium angefangen. Und dort wurde er dann bei einer kleinen Mannschaft vom FC Chelsea entdeckt. Jamal ist aber noch mal für vier Monate zurück zu uns in die E-Jugend gekommen. Dann ist die Familie im März 2011 fest nach England gezogen.

Ihr ehemaliger Kicker spielte zwischen 2011 und 2019 für den FC Chelsea. Wie war der Kontakt in dieser Zeit zu ihm?

Milenkovski: Ich habe damals ab und zu mit seiner Mutter und seinem Vater telefoniert. Wir haben uns über Jamals Entwicklung ausgetauscht und auch sie haben sich nach seinen Ex-Mitspielern erkundigt. Mit 15 ist er dann noch mal vorbeigekommen und hat uns besucht. Und schon damals war er am überlegen, ob er für Deutschland oder England spielen möchte.

In der U15, U16, U17 und zuletzt auch U21 stand Musiala für England auf dem Platz. Für Deutschland nur zweimal in der U16. Jetzt hat er sich aber für sein Geburtsland entschieden. Haben Sie damit gerechnet?

Milenkovski: Überrascht bin ich von dieser Entscheidung nicht. Ich rechne auch nicht damit, dass er in den nächsten Jahren die Bundesliga verlässt. Er ist hier in seinen ersten Jahren aufgewachsen und fühlt sich in Deutschland sehr wohl – so habe ich es zumindest immer wahrgenommen.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. Zur Galerie
Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. ©

Beim FC Bayern absolvierte Musiala bereits 26 Spiele für die Profimannschaft. Würden Sie ihm zu einem Verbleib in München trotz der großen Konkurrenz raten?

Anzeige

Milenkovski: Am Ende muss er für sich entscheiden, was er sich zutraut. Aktuell bekommt er viele Spielzeiten und ich denke, dass er auch in Zukunft einige Einsätze erhält. Er ist in München gut aufgehoben und ich glaube, dass er es als Stammspieler packen wird. Vielleicht schon nächstes Jahr.

Am kommenden Freitag feiert Musiala seinen 18. Geburtstag. Was wünschen Sie ihm?

Milenkovski: Gesundheit ist im Fußball ganz wichtig. Ich hoffe, dass er mit der Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft ein nachträgliches Geschenk im März bekommt. Besonders gespannt wäre ich dann auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien – das ist mein Heimatland. Wenn Jamal spielen sollte, weiß ich gar nicht auf welcher Seite ich sein soll (lacht).