03. August 2021 / 18:38 Uhr

Björn Laars erklärt frühen Trainerwechsel beim SVB: "Überzeugt, dass es für unseren Weg die richtige Entscheidung ist"

Björn Laars erklärt frühen Trainerwechsel beim SVB: "Überzeugt, dass es für unseren Weg die richtige Entscheidung ist"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
29.05.2021, Fußball,Landespokal, Pokalspiel, Finale,FSV Union Fuerstenwalde-SV Babelsberg 03, Werner-Seelenbinder-Stadion
im Bild: v.l. Trainer Predrag Uzelac (SV Babelsberg 03),Co-Trainer Joerg Buder (SV Babelsberg 03)
Jörg Buder (r.) tritt beim SV Babelsberg 03 als Cheftrainer die Nachfolge von Predrag Uzelac an. © Foto: Julius Frick
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Regionalliga Nordost: Nach nur drei absolvierten Punktspielen in der Saison 2020/21 trennt sich der SVB von Predrag Uzelac, der von seinem Co-Trainer Jörg Buder beerbt wird.

Trainerwechsel beim Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 zu einem ganz frühen Zeitpunkt der Saison: Der Kiezverein gab am Dienstagnachmittag die Trennung von Predrag Uzelac bekannt. „Für die künftige sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft haben Vereinsführung und Trainer Vorstellungen entwickelt, die nicht mehr deckungsgleich sind“, hieß es in einer Pressemitteilung. Nach drei absolvierten Regionalligaspielen hatten die Babelsberger sechs Punkte auf dem Konto. Der 55 Jahre alte Uzelac stand seit Januar 2020 und in insgesamt 21 Regionalligaspielen (acht Siege, sechs Remis, sieben Niederlagen) beim SVB in der Verantwortung. Sein Vertrag am Babelsberger Park wäre noch bis zum 30. Juni 2022 gelaufen.

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Nachfolger von Uzelac wird sein bisheriger Co-Trainer Jörg Buder. Der 51-Jährige, der von 1994 bis 2000 selbst das Nulldrei-Trikot trug, leitete am Dienstagnachmittag bereits die erste Einheit und wird zukünftig von Lars Simon (ehemaliger Spieler bei Kloster Lehnin und Eintracht Glindow) unterstützt. Beide hatten in der Vergangenheit bereits im Babelsberger Nachwuchs zusammengearbeitet. „Ich war von der Entscheidung des Vereins selbst überrascht und habe damit nicht gerechnet. Für mich ist es aber natürlich eine fantastische Aufgabe, auf die wir uns freuen.“

In Bildern: Von Hermann Andreev bis Predrag Uzelac: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003.

Von Hermann Andreev bis Marco Vorbeck: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003. Zur Galerie
Von Hermann Andreev bis Marco Vorbeck: Die Trainer des SV Babelsberg 03 seit 2003. © Jan Kuppert

Björn Laars, der zusammen mit Katharina Dahme den Vorsitz beim Kiezverein inne hat, erklärte auf SPORTBUZZER-Nachfrage: „Wir waren optimistisch, dass wir gemeinsam mit Predrag und dem aktuellen Kader die neue Saison nutzen können, die Mannschaft trotz des jungen Kaders zu entwickeln. Das hat sich in der Gesamtanalyse der letzten Monate und der ersten Saisonwochen nicht bestätigt. Deshalb haben wir uns jetzt gemeinsam im Vorstand und Aufsichtsrat zu diesem Schritt entschieden. Und zwar lieber zu einem frühen Zeitpunkt der Saison, als zu einem, an dem man im schlimmsten Fall im Tabellenkeller steckt und unter Druck steht.“

Nach SPORTBUZZER-Informationen war das Verhältnis zwischen Mannschaft und Cheftrainer schon seit längerem sehr angespannt. Unter anderem deswegen hatte der Verein im Vorfeld der beiden am Ende erfolgreich absolvierten Landespokalspiele gegen Cottbus und Fürstenwalde Buder zur Unterstützung an die Seite gestellt.

Uzelac verabschiedet sich von SVB-Mannschaft

„Natürlich ist es nie leicht, einen Trainer zu entlassen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass es für unseren Weg die richtige Entscheidung ist. Diesen haben wir unabhängig von den Ergebnissen an den ersten drei Spieltagen getroffen“, erklärt Laars, der einen Platz zwischen sechs und neun als Saisonziel ausgegeben hatte. „Ich habe weder die Auftaktniederlage bei Tasmania noch die beiden folgenden Siege überbewertet. Wir haben gesagt, dass wir in zwei, drei Jahren so weit sein wollen, oben mitzuspielen. Dafür wollen wir jetzt die Grundlage legen“, ergänzt Laars und betont, dass der Uzelac-Nachfolger das vollste Vertrauen genießt. „Mit ihm haben wir dafür einen Mann, der alles mitbringt. Mit ihm als Interimstrainer, der die Nulldrei-DNA in sich trägt und bereits als Spieler und Nachwuchstrainer im Verein aktiv war, wollen wir den Zusammenhalt im gesamten Verein stärken, das Nulldreigefühl spüren und so unsere Ziele erreichen.“

Uzelac selbst hatte sich am Dienstag von der Mannschaft, die er vor gut eineinhalb Jahren als Abstiegskandidat übernommen hatte, verabschiedet. „Ich weiß, wo die Mannschaft stand, als ich hierher gekommen bin. Ich habe meinen Beitrag geleistet, dass Babelsberg 03 heute weiter in der Regionalliga spielt und weiter planen kann.“


Kommentar: "Kurve nicht bekommen"

Für Außenstehende kommt die Entlassung von Predag Uzelac bei Babelsberg 03 zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison überraschend. Hinter den Kulissen rumorte es aber schon länger. Bereits Mitte Juni hatte Vorstandschef Björn Laars auf der Mitgliederversammlung deutlich angesprochen, dass man im Frühjahr kurz vor einer Trennung stand. Mit der Installation von Co-Trainer Jörg Buder habe man versucht, die Kurve gemeinsam mit Uzelac zu bekommen – aus Sicht des Vereins ohne Erfolg. Deshalb folgte jetzt die Trennung, die vor dem Start der Vorbereitung auf die Saison sicherlich für weniger Aufsehen gesorgt hätte. Rückblickend stellte sich vor allem als falsch heraus, dass der Verein – noch unter Präsident Archibald Horlitz – den Vertrag mit Uzelac bereits Ende April 2020 ohne Not direkt um zwei Jahre verlängerte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der als Feuerwehrmann in einer prekären Situation geholte Coach erst in fünf Punktspielen an der Seitenlinie gestanden. Viel zu wenig Zeit, um nachhaltig zu zeigen, ob er und Verein wirklich zusammenpassen. Eine Verlängerung um lediglich eine Saison wäre die bessere Lösung gewesen und hätte dem Verein jetzt eine finanzielle Mehrbelastung erspart.