23. August 2021 / 17:44 Uhr

„Entscheidend beim Handspiel ist die absichtliche Bewegung“

„Entscheidend beim Handspiel ist die absichtliche Bewegung“

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Schiedsrichter Christian Dingert zeigt Handspiel in der Partie SC Paderborn gegen Werder Bremen an. Häufig gibt es über die Regel Diskussionen.
Schiedsrichter Christian Dingert zeigt Handspiel in der Partie SC Paderborn gegen Werder Bremen an. Häufig gibt es über die Regel Diskussionen. © TimGroothuis/Imago
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Handspiel oder nicht – darüber gab es heftige Diskussionen. Nun gibt es neue Regeln. Sie besagen: Die absichtliche Bewegung ist entscheidend, ob gepfiffen wird. Peines Schiri-Lehrwart Nicolai Rühmann findet es gut.

Die Meinungen der Peiner Schiedsrichter über die neue Handspiel-Regelung gehen auseinander. „Jetzt hat der Schiri erst recht Schuld“, war einer der Kommentare beim jüngsten Lehrabend. „Man hat jetzt mehr Spielraum“, ein anderer.

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Reichlich Anlass zu Diskussionen hatte bisher die Regelung gegeben, dass ein strafbares Handspiel vorliegt, wenn der Spieler seinen Körper mit seiner Hand oder seinem Arm unnatürlich vergrößert hat. Denn eine genauere Definition dazu gab es nicht. Bewegungsdynamik zum Beispiel wurde dabei nicht berücksichtigt. Außerdem galt es als strafbares Handspiel, wenn die Hand oder der Arm über Schulterhöhe war – mit Ausnahme, wenn der Ball von einem anderen Körperteil dorthin geprallt war.

Die neuen Fußballregeln verzichten auf Sonderregelungen bei Abprallern vom eigenen oder gegnerischen Körper. Stattdessen wird neben dem offensichtlichen Handspiel nur noch darauf geachtet, ob es sich um ein unnatürliches Vergrößern der Körperfläche handelt.

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„Entscheidend beim Handspiel ist die absichtliche Bewegung“, erklärt Peines Schiri-Lehrwart Nicolai Rühmann. Nach der neuen Auslegung liegt ein absichtliches Handspiel vor, wenn die Hand- oder Armhaltung nicht mit der Körperbewegung des Spielers in der jeweiligen Situation gerechtfertigt werden kann, und der Spieler das Risiko eingeht, den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm zu berühren.

„Ich hatte als Schiedsrichter den Fall, dass ein Torwart außerhalb des Strafraums zum Ball grätschte und ihn gegen den abstützenden Arm bekam. Das war eine natürliche Bewegung und deshalb habe ich es weiterlaufen lassen“, sagte Rühmann. „Einige Zuschauer hatten das anders gesehen.“ Was im Fernseh-Standbild wie klares Handspiel aussieht, könne sich im Bewegungsablauf ganz anders darstellen.

Seit dieser Saison neu ist allerdings, dass ein Tor nicht zählt, wenn der Torschütze den Ball versehentlich mit der Hand berührt hat. Wenn einem anderen Spieler als jenem, der anschließend auch das Tor erzielt, der Ball an die Hand oder den Arm springt, wird somit nicht mehr abgepfiffen. „Früher wurde unabsichtliches Handspiel prinzipiell nicht gepfiffen, da hätte das Tor gezählt“, sagt Rühmann.


Er sieht die neuen Regelungen positiv. „Der Text ist präziser.“ Eines aber habe sich für die Schiedsrichter nicht verändert: „Je näher der Ball an den Strafraum kommt, desto schwieriger wird es.“