19. Oktober 2020 / 22:45 Uhr

Entscheidung über Fan-Zulassung: Wolfsburg-Geschäftsführer kritisiert Kurzfristigkeit

Entscheidung über Fan-Zulassung: Wolfsburg-Geschäftsführer kritisiert Kurzfristigkeit

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kritisiert Kurzfristigkeit in Sachen Fan-Zulassung: VfL-Geschäftsführer Michael Meeske.
Kritisiert Kurzfristigkeit in Sachen Fan-Zulassung: VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. © Roland Hermstein
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Am Sonntag hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist Aufsteiger Arminia Bielefeld zu Gast. Wie viele Zuschauer dabei sein dürfen, entscheidet sich endgültig erst einen Tag vorher. VfL-Geschäftsführer Michael Meeske kritisiert die Kurzfristigkeit - blickt der Partie am Wochenende aber positiv entgegen.

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Immer erst einen Tag vor dem Spiel wird entschieden, wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen. Das findet Michael Meeske, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, zu kurzfristig und schlägt deshalb vor, den Stichtag nach vorn zu legen. Für die Partie des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld wird sich an den Abläufen wohl nichts ändern. Wie viele Fans dann in die VW-Arena dürfen, ist noch offen - Hoffnung auf 6000 besteht aber weiter.

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Schon in der vergangenen Woche hatte VfL-Manager Jörg Schmadtke die Kurzfristigkeit in Sachen Fan-Zulassung für problematisch befunden. Betroffen davon war auch das Wolfsburg-Spiel am Samstag in Mönchengladbach, das eigentlich vor über 10.000 Zuschauern hätte steigen sollen, letztlich aber nur vor 300 Anhängern stattfand - das war erst am Freitag beschlossen worden. Grund für die Entscheidung war, dass der Inzidenz-Wert, der besagt, wie viele Menschen sich auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit Covid-19 infiziert haben, den Grenzwert von 35 überschritten hatte. "Die Planbarkeit ist sehr schwierig, daher finde ich die Frage nach einem Stichtag durchaus angemessen", sagt Meeske.

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Und der VfL-Geschäftsführer hat dafür eine konkrete Idee. "Man könnte sagen, dass der Wert mit drei, vier Tagen Vorlauf bewertet wird. Und nur wenn dann noch eine exorbitante Dynamik ins Infektionsgeschehen kommt, kann kurzfristig noch ein Veto eingelegt werden", so Meeske. Sprich: Ist der Wert beispielsweise vier Tage vorm Spiel unter 35, darf das Stadion zu 20 Prozent ausgelastet werden. "Das wäre aus meiner Sicht für alle Beteiligten effizienter", betont Meeske, er sagt aber auch: "Es ist ein schwieriges Feld, in dem wir uns bewegen, es gibt keine perfekte Lösung."

Für Wolfsburg jedenfalls sieht es derzeit in Sachen Corona-Neuinfektionen noch verhältnismäßig gut aus. Die Hoffnung, dass wie schon gegen den FC Augsburg beim Spiel am Sonntag 6000 Fans (von denen 4700 kamen) in die Arena dürfen, besteht nach wie vor. "Grundsätzlich sind wir optimistisch und hoffen, dass wir das dann auch umgesetzt bekommen", so Meeske. "Prognostizieren können wir es aber nur bedingt." Am Montagnachmittag lag der Inzidenz-Wert in der VW-Stadt bei 22,3. Allerdings: Über das Wochenende werden erfahrungsgemäß bundesweit weniger Neuinfektionen gemeldet als an Werktagen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Sollte der Wert bis Samstag auf über 35 steigen, dürften laut Niedersächsischer Corona-Verordnung lediglich 500 Besucher ins Stadion. Aber macht das Sinn oder sollte man dann besser ganz auf Zuschauer verzichten? "Ich würde immer versuchen, jeden ins Stadion zu bekommen, der möglich ist. Es ist langfristig wichtig, dass der Fußball mit den Menschen in Kontakt und ein Teil in ihrem Leben bleibt", macht Meeske deutlich. Aber nicht nur das: "Die Mannschaft spürt die Unterstützung, auch wenn nur 500 dabei sind. Jeder Fan im Stadion ist ein wichtiger Fan."

Was die Anzahl an Fans in den übrigen Bundesliga-Stadien angeht, ist die Lage unterschiedlich. Stand Montagabend sind am Wochenende in Stuttgart, München und Bremen keine Zuschauer zugelassen. In Mainz dagegen 250, in Dortmund beim Revier-Derby gegen Schalke 300. Union (4400), Leverkusen (6000) und Leipzig (8500) könnten auf die meiste Unterstützung zählen.