05. Mai 2020 / 18:16 Uhr

Entscheidung gefallen: Fußball-Saison in Sachsen auf Landesebene beendet

Entscheidung gefallen: Fußball-Saison in Sachsen auf Landesebene beendet

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Enten haben weiter gute Chancen auf einen Spaziergang auf Sachsens Fußballplätzen. Denn Ligaspiele wird es bis zum Herbst keine mehr geben.
Enten haben weiter gute Chancen auf einen Spaziergang auf Sachsens Fußballplätzen. Denn Ligaspiele wird es bis zum Herbst keine mehr geben. © Alexander Prautzsch
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Der Sächsische Fußball-Verband wird die laufende Saison im Ligenspielbetrieb nicht fortsetzen. Absteiger soll es keine geben, Aufsteiger dagegen schon. Zu deren Ermittlung will man die Quotientenregelung heranziehen. Weitergehen soll es dagegen im Landespokal.

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Dresden. Die Saison in der Fußball-Landesliga und in den vier Landesklasse-Staffeln ist beendet. Das gab der Sächsische Fußball-Verband (SFV) am Dienstagabend bekannt. Auch die dem SFV zugeordneten 13 Kreis- und Stadtverbände sollen das Spieljahr abbrechen, so die SFV-Empfehlung. Der sächsische Landespokal, in dem lediglich noch zwei Halbfinalpartien und das Endspiel ausstehen, soll dagegen zu Ende gespielt werden, „damit der Sieger am DFB-Pokal-Wettbewerb 2020/21 teilnehmen kann“, teilte SFV-Präsident Hermann Winkler mit. Gegebenenfalls sollen die Pokalpartien nach dem 30. Juni nachgeholt werden.

Zudem gab der SFV bekannt, die Auf- und Abstiegsregelung außer Kraft zu setzen. Aus der Landesliga wird kein Team aufsteigen. Das stand allerdings schon vorher fest, denn lediglich der souveräne Spitzenreiter Einheit Kamenz hatte zunächst für die NOFV-Oberliga 2020/221 gemeldet. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie erklärte Präsident Thorsten Edelmann dann aber den Aufstiegsverzicht der Lessingstädter. In die Landesklasse absteigen muss keine Landesliga-Mannschaft, damit verbleibt auch der abgeschlagene Tabellenletzte BSG Stahl Riesa in der Sachsenliga.

Fehlende Einigkeit unter Fußball-Landesverbänden

„Aufsteiger in die Landesliga soll es geben“, so Winkler. Die Rangfolge in den vier Landesklasse-Staffeln soll durch einen Quotienten aus Punkten und Anzahl der Spiele (Stand 13. März) ermittelt werden. Aus der Landesklasse Mitte würde der Hainsberger SV, der eine Fusion mit Stahl und Motor Freital anstrebt, sowie aus der Ost-Staffel der FV Dresden 06 Laubegast aufsteigen. Gibt es aus allen vier Staffeln einen Aufsteiger, müsste die Landesliga in der Saison 2020/21 auf 20 Mannschaften aufgestockt werden.

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Der Laubegaster Cheftrainer Andreas Haupt bestätigte, dass seine Spieler „das Abenteuer Landesliga in Angriff nehmen würden“. Dementsprechend sei der Kader vor dieser Saison zusammengestellt worden. „Am Donnerstag fällt die endgültige Entscheidung, die auch notwendig ist, damit wir für den Fall, dass wir 2020/21 in der Landesliga spielen, die entsprechenden Vorbereitungen treffen können.“ Die für 2021/22 angestrebte Reform der Landesklasse – Reduzierung auf drei Staffeln – hatte der SFV schon in der vergangenen Woche erst einmal ad acta gelegt. Damit entfällt auch das Qualifikationsjahr 2020/21.

Einigkeit gibt es unter den Fußball-Landesverbänden offensichtlich nicht. So beabsichtigt der Thüringer Fußball-Verband, die laufende Saison im Herbst fortzusetzen. Schleswig-Holstein hatte sich bereits zu einem Saisonabbruch entschieden, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland, Westfalen, Berlin, Brandenburg und Niedersachsen tendieren ebenfalls zu einem vorzeitigen Ende der laufenden Serie. Dagegen wollen neben Thüringen auch die Verbände Bayern, Hamburg und Südwesten weiterspielen. In Niedersachsen ist der Verband für einen Abbruch, die Vereine allerdings dagegen. In den restlichen Ländern ist die Haltung noch unklar.