26. Mai 2021 / 13:33 Uhr

Entscheidung gefallen: Glasner wechselt von Wolfsburg nach Frankfurt!

Entscheidung gefallen: Glasner wechselt von Wolfsburg nach Frankfurt!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fehlt Eintracht Frankfurt im ersten Europa-League-Spiel: Trainer und Ex-VfL-Coach Oliver Glasner.
Fehlt Eintracht Frankfurt im ersten Europa-League-Spiel: Trainer und Ex-VfL-Coach Oliver Glasner. © DPA
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Jetzt steht es fest: Oliver Glasner verlässt den VfL Wolfsburg und tritt bei Eintracht Frankfurt die Nachfolge von Adi Hütter an.

Das Trainer-Hickhack beim VfL Wolfsburg hat ein Ende - und es kommt so, wie es schon seit Wochen spekuliert wurde: Oliver Glasner verlässt den Fußball-Bundesligisten mit sofortiger Wirkung und übernimmt zur neuen Saison Konkurrent Eintracht Frankfurt. Das berichtete der Kicker am Mittwoch als erstes. Bei den Hessen bekommt der Österreicher einen Dreijahres-Vertrag.

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Nun herrscht endlich Klarheit nach wochenlangen Spekulationen. Immer wieder war der 46-Jährige Fragen zu seiner Zukunft ausgewichen, verwies immer wieder auf seinen bis 2022 laufenden Vertrag beim VfL. Selbst nach dem Saisonfinale am Samstag gegen Mainz 05 (2:3) hatte sich Glasner nicht klar positioniert." Lasst uns den Erfolg in den Mittelpunkt rücken", hatte er immer wieder appelliert und lobte Mannschaft, Betreuer- und Trainerteam. "Alle anderen haben es sich verdient, dass sie jetzt in den Mittelpunkt rücken und dass wir nicht über meine Zukunft sprechen." Denn: „Was ich jetzt sage, sind am Ende des Tages vielleicht nicht die richtigen Worte."

Vielmehr hatte er zu diesem Zeitpunkt auch nicht gesagt. Nun steht fest, dass es für Glasner in Frankfurt weitergeht. Von der Ausstiegsklausel des Trainers hatten die Hessen zwar keinen Gebrauch gemacht, einigten sich jetzt aber auf eine Zusammenarbeit - nach zwei Jahren in Wolfsburg. 2019 war der Österreicher vom Linzer ASK zum VfL gewechselt, führte die Mannschaft in seinem ersten Jahr auf Platz sieben, also in die Europa-League-Quali, wo Maximilian Arnold und Co. allerdings gegen AEK Athen das Nachsehen hatten und den Einzug in die Gruppenphase verpassten. Noch besser wurde es für den VfL unter Glasner in dessen zweiter Saison: Mit 61 Punkten landete der Klub aus der VW-Stadt in der abgelaufenen Spielzeit auf Rang vier, erreichte damit zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Champions League. Bei den Hessen (Platz fünf) wird er allerdings nur Europa League spielen. Auffällig: In allen vier Halbserien steigerte der VfL unter Glasner seine Punkteausbeute - 24, 25, 29, 32.

Aber nicht nur das: Der VfL verliert den punktetechnisch zweitbesten Trainer seiner Bundesliga-Geschichte. Zum Abschied hatte sich Glasner gegen Mainz mit einem 2:3 abfinden müssen, ansonsten wäre sein Punkteschnitt, den er in 87 VfL-Pflichtspielen erreicht hat, noch besser gewesen als er ohnehin schon ist. An Rang zwei in der Liste der punktemäßig erfolgreichsten Bundesliga-Trainer des VfL hätte das aber auch nichts geändert. Auf dem Rang liegt der Coach, dessen Zukunft offiziell immer noch nicht klar geregelt ist, mit 1,67 Zählern im Schnitt - berücksichtigt man nur Trainer im Oberhaus, die mehr als 34 Spiele, also mindestens eine ganze Saison, absolviert haben.

Übertroffen wird der Österreicher in dieser Statistik nur von Dieter Hecking. Der Ex-Wolfsburg-Coach war von Januar 2013 bis Oktober 2016 für die Niedersachsen verantwortlich, bestritt in dieser Zeit 165 Partien und holte im Durchschnitt 1,75 Punkte. Besonders erfolgreich war er in der Saison 2014/15, die mit dem Vizemeister-Titel und dem Gewinn des DFB-Pokals endete. VfL-Meistertrainer Felix Magath liegt "nur" auf Position drei. Zwar hatte er in seiner überaus starken ersten Amtszeit (2007 bis 2009) in 85 Partien einen Punkteschnitt von 1,86 eingefahren, diese aber in seiner zweiten Periode (März 2011 bis Oktober 2012) zunichte gemacht (1,23 in 52 Spielen) - macht einen Gesamtschnitt von 1,55.

17 Siege hatte der VfL in dieser Saison unter der Leitung Glasners gefeiert, spielte die drittbeste Saison seiner Bundesliga-Geschichte und schaffte mit dem 2:2 bei RB Leipzig schon einen Spieltag vor Schluss die Qualifikation für die Champions League.


Und wie geht's nun in Wolfsburg weiter? Aller Voraussicht nach übernimmt Mark von Bommel (vorher PSV Eindhoven) den Trainerposten. Der Ex-Bayern-Profi war Jugend- und Cheftrainer der PSV Eindhoven und ist im Moment ohne Verein. Als Co-Trainer arbeitete er zuvor für die Nationalteams von Australien und Saudi-Arabien sowie für die niederländische U17-Auswahl. Im vergangenen Herbst war der Schwiegersohn des Ex-Dortmund- und - Holland-Trainers Bert van Marwijk beim FC Utrecht im Gespräch, etwa zur selben Zeit soll es die ersten Kontakte nach Wolfsburg gegeben haben.