10. November 2021 / 20:24 Uhr

"Enttäuscht": Wolfsburgs Philipp schiebt Bankfrust und übt Kritik

"Enttäuscht": Wolfsburgs Philipp schiebt Bankfrust und übt Kritik

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spielte im Test gegen Rostock den defensiven Part im Mittelfeld: Auch auf dieser Position fühlt sich Maximilian Philipp wohl. Der feine Fußballer der Wolfsburger will wieder zurück in die Startelf.
Spielte im Test gegen Rostock den defensiven Part im Mittelfeld: Auch auf dieser Position fühlt sich Maximilian Philipp wohl. Der feine Fußballer der Wolfsburger will wieder zurück in die Startelf. © Boris Baschin (2)
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Maximilian Philipp war beim VfL Wolfsburg zuletzt nicht erste Wahl. Das will er schleunigst ändern. Zudem gefiel ihm bei der Testspiel-Niederlage gegen Rostock die Einstellung nicht.

Bei Wolfsburgs Ex-Trainer Mark van Bommel sehr häufig erste Wahl – und jetzt plötzlich Bankdrücker! Während Yannick Gerhardt, Josuha Guilavogui oder Lukas Nmecha die ersten Gewinner der noch kurzen Amtszeit von VfL-Trainer Florian Kohfeldt sind, ist Maximilian Philipp eher auf der Seite der Verlierer einzuordnen. Der feine Fußballer zeigte sein Können in dieser Bundesliga-Saison noch viel zu selten und ist jetzt erst einmal hinten dran.

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Im ersten Spiel unter Kohfeldt beim 2:0 in Leverkusen hatte der gebürtige Berliner zwar beginnen dürfen, aber zur Halbzeit musste er raus. Bei den Siegen in der Champions League gegen Salzburg und in der Liga gegen Augsburg war er ohne Einsatz geblieben. „Wenn du im ersten Spiel, nachdem man zweimal trainiert hat, in der Startelf stehst und kommst zur Halbzeit raus, dann bist du enttäuscht“, so Philipp über die Partie bei Bayer. Kohfeldt habe ihm seine Entscheidung erklärt. „Er wollte einen anderen Akzent im Spiel haben. Das habe ich auch verstanden.“ Dass er in beiden folgenden Spielen komplett raus gewesen sei, „ist halt so. Das ist halt Fußball.“ Er habe sich gefragt, was er besser machen müsse. „Wir haben Gespräche geführt – ich hoffe, das ändert sich dann auch bald“, sagte Philipp und meinte damit seine Bankrolle.

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Philipp will zurück in die Startelf, Kohfeldt traut ihm das zu. „Ich halte ihn für einen sehr guten Zwischenraumspieler“, sagt der neue VfL-Trainer und lobte Philipps Spielintelligenz. „Ich habe ihm gesagt, dass ich total gut verstehen kann, wenn er die erste Woche nicht so gut fand, weil er nicht mehr viel gespielt hat.“ Aber Dodi Lukebakio habe es in Leverkusen nach seiner Einwechslung gut gemacht und gegen Salzburg habe es eben nicht so viel Zwischenräume im Spiel gegeben. „Und gegen Augsburg habe ich schon gedacht: Okay, in der ersten Halbzeit hätte es auch ein Spiel für ihn sein können.“ Kohfeldt betonte, dass er eben noch dabei sei, Infos über die Spieler zu sammeln, sie kennenzulernen.

Abschlussstärke, Übersicht, Passsicherheit – Philipp hat eigentlich alles, um im Spiel das Extra ausmachen zu können. Kohfeldt: „Er hat die Fähigkeiten, um auch mal den besonderen Moment auf dem Platz zu kreieren.“ Aber was ihm – und das weiß er und sagt er auch selbst – fehlt, ist Selbstvertrauen. „Das ist schon seit Jahren mein Problem – ich versuche, daran zu arbeiten. Dann sehen auch meine Körperhaltung und meine Aktionen noch mal anders aus“, so der VfL-Profi, der sich jetzt nicht hängenlässt. Ganz im Gegenteil: „Ich denke, ich bin sehr fleißig. Ich bin ein positiver Mensch und glaube an mich.“ Ein Satz, der auch Kohfeldt gefallen dürfte. Der Trainer: „Mili ist grundsätzlich ein Spieler, den ich von seinen Fähigkeiten und von seiner Art und Weise zutraue, sich hier dauerhaft durchzusetzen.“ Dass Philipp jetzt zweimal nicht gespielt habe, „heißt nicht im Ansatz, dass er abgeschrieben ist“.

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Beim Test am Mittwoch gegen Rostock (1:3) ließ Kohfeldt ihn – wie van Bommel auch schon mal – nicht die offensive, sondern die defensive Rolle im Mittelfeld spielen. „Im zentralen Raum, egal wo, fühle ich mich wohl“, so Philipp, der nach der Niederlage gegen den Zweitliga-Aufsteiger deutliche Worte fand. „Wenn du nicht mit 100 Prozent bei der Sache bist, verlierst du so ein Spiel“, kritisierte Philipp, dem die Einstellung nicht gefiel: „Wir sind ein Bundesligist, hatten eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz und sollten solche Spiele gewinnen.“

Van de Ven: "Es war nicht wirklich Zeit zum Genießen"

Es geht Schlag auf Schlag für Micky van de Ven: Kurz vor Transferschluss war der Innenverteidiger vom FC Volendam zum VfL gewechselt, am vergangenen Samstag feierte er beim 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg sein Bundesliga-Debüt und wurde daraufhin für die niederländische U21-Nationalmannschaft für die EM-Quali-Spiele gegen Bulgarien und in Gibraltar nachnominiert.

„Es war nicht wirklich Zeit zum Genießen. Ich musste sofort eine Ecke verteidigen“, sagte der 20-Jährige auf der Webseite des niederländischen Fußball-Verbandes. Am Ende der Partie „kam der Stolz, und ich konnte einen Blick auf die Tribüne werfen“, erzählt er weiter. „Dann sagten Freunde zu mir: Hey Mick, du kommst aus der 2. Liga und hast gerade Bundesliga gespielt. Dann sage ich: Ach ja, das stimmt.“

Van de Ven ist mit der niederländischen U21 erstmals am Freitag gefordert. Den Anfang machte bereits am Mittwoch Youngster Anselmo Garcia MacNulty. Der Abwehrmann feierte mit Irland in der U19-EM-Quali einen knappen 3:2-Sieg gegen Montenegro. Nach 86 Minuten wurde der Wolfsburger beim Stand von 3:0 ausgewechselt, in der Nachspielzeit kassierte sein Team dann aber noch zwei Gegentore.

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