18. März 2021 / 20:46 Uhr

Enttäuschung in Lemgo: Fehlende Offensivkraft kostet Handballern des SC DHfK Leipzig einen weiteren Sieg

Enttäuschung in Lemgo: Fehlende Offensivkraft kostet Handballern des SC DHfK Leipzig einen weiteren Sieg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Die DHfK-Handballer lassen zwei Punkte in Lemgo.
Die DHfK-Handballer lassen zwei Punkte in Lemgo. © Klaus Trotter Photography
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Der SC DHfK Leipzig hat gegen den TBV Lemgo Lippe eine klare 23:28-Niederlage kassiert. Der gute Auftakt der Haber-Männer sollte nicht lange währen. Zu viele technische Fehler und eine schwache Abwehr ließen die Partie völlig kippen.

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Lemgo/Leipzig. Der Druck auf den SC DHfK Leipzig am Donnerstagabend war groß. Nach einem verpatzen Heimspiel gegen Stuttgart wollte der Handball-Bundesligist beim TBV Lemgo Lippe unbedingt zwei Punkte holen. Sieben Minuten Vollgas zu Beginn der Partie machten Hoffnung – bevor 53 Minuten im Rückwärtsgang das Spiel völlig kippen ließen und ein dickes Fragezeichen hinter die aktuellen Leistungen der Grün-Weißen zeichnete. Mit 23:28 (11:12) kassierten die Leipziger eine klare Niederlage, die sie zu großen Teilen selbst zu verantworten haben.Direkt nach dem Anpfiff starteten die DHfK-Handballer auch ohne Philipp Weber, der nach drei anstrengenden Spielen mit der Nationalmannschaft zunächst auf der Bank Platz nahm, voll durch und hämmerten einen Ball nach dem anderen in das TBV-Tor. Nach nur wenigen Minuten waren die Sachsen mit 5:1 in Front – eine Führung, die sie alles andere als kompetent verwalteten.

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DHfK verliert Kontrolle übers Spiel

Während den Leipzigern ganz langsam die Kontrolle über das Spiel entglitt, fanden die Gastgeber immer besser in ihr erstes Heimspiel im Jahr 2021. Technische Fehler von den Mittelmännern Luca Witzke, Philipp Weber und Niclas Pieczkowski verhinderten einen Ausbau der Führung im Angriff. Eine Zeitstrafe gegen Mamic, gemütliches Rückzugsverhalten und gleich drei erfolgreiche Strafwürfe durch Bjarki Mar Elisson trugen den Rest zur Kehrtwende des Spiels bei. Mit großen Fragezeichen auf der Stirn und einem 11:12-Rückstand ging es für die Haber-Handballer in die Kabine.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom Auswärtsspiel in Lemgo

Der SC DHfK Leipzig liefert nicht in Lemgo und verliert die Auswärtspartie 23:28. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig liefert nicht in Lemgo und verliert die Auswärtspartie 23:28. ©

Mit einem Ausrufezeichen hätten die Grün-Weißen zurückkommen müssen, um erneut die Kontrolle zu erlangen. Stattdessen ermöglichten technische Fehler und klaffende Lücken in der Abwehr eine deutliche Führung für den TBV. In knapp zehn Minuten hatte das Team von André Haber neun Gegentreffer kassiert, eine 16:21-Hypothek aufgenommen und den vielleicht schlechtesten Handball der bisherigen Saison gespielt. Im Angriff wollte den Gästen wenig bis gar nichts mehr gelingen, in der Abwehr sah es noch schlimmer aus. Die eigentlich zweitbeste Defensive der Bundesliga hatten die Sachsen in dieser Phase ganz offensichtlich in der Heimat vergessen.

„Wir haben etwas aufzuholen. Gebt noch einmal absolutes Tempo“, forderte der Coach zwölf Minuten vor Schluss. Nationalspieler Weber wollte mit gutem Vorbild vorangehen – und mit dem Kopf durch die Wand. In der 54. Minute prallte der Rückraum-Star in die TBV-Abwehr und ging zu Boden. Sichtlich benommen musste der Spielführer zurück in die Kabine gebracht werden. „Lemgo hat sich direkt mit seinem Ärzteteam um Philipp gekümmert. Dafür möchte ich mich bedanken. Er hat einen harten Schlag abbekommen. Er war aber bei Bewusstsein“, so Haber direkt nach dem Spiel, das ohne Weber nicht mehr aufzuholen war. Zur Analyse des Spiels bleibt wenig Zeit. „Wir spielen in vier Tagen zu Hause, drei Tage später geht es nach Kiel. Aber natürlich müssen wir das aufarbeiten“, so der Coach.

DHfK-Tore: Mamic 4, Wiesmach 4, Binder 3, Gebala 3, Witzke 3, Krzikalla 2/2, Remke 2, Leun 1, Pieczkowski 1