06. Mai 2022 / 23:08 Uhr

"Enttäuschung und Leere": Bielefeld-Frust wächst vor drohendem Abstieg – Abhängigkeit vom FC Bayern "ist Mist"

"Enttäuschung und Leere": Bielefeld-Frust wächst vor drohendem Abstieg – Abhängigkeit vom FC Bayern "ist Mist"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Tiefe Enttäuschung bei Arminia Bielefeld. Der Abstieg rückt nach der Niederlage gegen Bochum immer näher.
Tiefe Enttäuschung bei Arminia Bielefeld. Der Abstieg rückt nach der Niederlage gegen Bochum immer näher. © IMAGO/Nordphoto/Getty Images (Montage)
Anzeige

Kurz vor dem Saison-Finale ist der Klassenerhalt in der Bundesliga für Arminia Bielefeld kaum noch möglich. Nach der späten Pleite gegen den VfL Bochum haben die Ostwestfalen den Liga-Verbleib nicht mehr in der eigenen Hand. Im Lager der Arminia übte man sich in Durchhalteparolen, die Enttäuschung überwog jedoch.

Zehn Spiele ohne Sieg, sieben Auswärtspleiten in Folge – für Arminia Bielefeld ist das Bangen um den Bundesliga-Verbleib die logische Folge aus den schwachen Resultaten der letzten Monate. Nach der späten 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den VfL Bochum am Freitagabend ist der direkte Klassenerhalt auch rechnerisch nicht mehr möglich. "Momentan bin ich ein bisschen sprachlos. Es ist einfach bitter", rang ein bedienter Bielefeld-Kapitän Manuel Prietl am DAZN-Mikrofon nach Worten: "Da ist nur pure Enttäuschung und Leere."

Anzeige

Gewinnt der VfB Stuttgart am Sonntag beim bereits als Meister feststehenden FC Bayern München (17.30 Uhr, live sehen mit DAZN-Abo [Anzeige]), stünde der achte Bundesliga-Abstieg der Arminia fest. Die Stuttgarter liegen zwei Punkte vor den Bielefeldern auf dem Relegationsrang. Die Entscheidungsspiele gegen den Dritten der zweiten Liga sind die letzte Hoffnung für die Arminia. Vor 25 000 Zuschauern brachte Sebastian Polter die Bochumer in der 22. Minute erstmals in Führung. Joakim Nilsson (35.) gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich für Bielefeld, ehe ein Eigentor von George Bello die Pleite besiegelte (89.).

Immerhin: Gänzlich abgefahren ist der Zug in Richtung Klassenerhalt noch nicht. Verliert der VfB gegen die Bayern, sind die Hoffnungen bei zwei Punkten Rückstand auf Platz 16 vor dem letzten Spieltag noch nicht vollends dahin. "Die Bayern sind Tabellenführer. Wir hoffen, dass sie uns ein bisschen Schützenhilfe geben", sagte Bielefelds Patrick Wimmer. "Jetzt müssen wir auf die anderen hoffen. Das ist der letzte Strohhalm", ergänzte Prietl geknickt, fügte jedoch kämpferisch an: "Man muss im Leben immer bis zum Schluss durchhalten, wir müssen nochmal alle Kräfte mobilisieren."

Bielefeld-Coach Kostmann: "Abhängigkeit ist Mist"

Klar ist jedoch: Die Enttäuschung über den verpassten "Öffner zur Relegation", wie es Prietl nannte, überwog. Das konnte auch Interimstrainer Marco Kostmann, der den Posten erst im April nach der Entlassung von Frank Kramer übernommen hatte, nicht verbergen. "Die Jungs sind genauso enttäuscht wie ich. In dieser Enttäuschung habe ich sie einen kleinen Moment in Ruhe gelassen", erklärte der 56-Jährige und richtete den Blick widerwillig auf die entstandene Konstellation. "Abhängigkeit ist Mist und jetzt sind wir abhängig vom FC Bayern." Der deutsche Rekordmeister muss gewinnen, dann hätte Bielefeld am 34. Spieltag gegen RB Leipzig zumindest noch einen letzten Hoffnungsfunken auf den Verbleib im deutschen Oberhaus.