17. November 2022 / 20:57 Uhr

Von "Equipe tricolore" bis "La Albiceleste": Das sind die Spitznamen der 32 WM-Teilnehmer

Von "Equipe tricolore" bis "La Albiceleste": Das sind die Spitznamen der 32 WM-Teilnehmer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die französische und argentinische Nationalmannschaft (v.l.). 
Die französische und argentinische Nationalmannschaft (v.l.).  © imago images/PanoramiC/AFLOSPORT (Montage)
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Warum ist Deutschland die einzige Nation der 32 WM-Teilnehmer, die aktuell keinen Beinamen hat? Und wie werden eigentlich die kleineren Nationen genannt? Der SPORTBUZZER blickt auf die Spitznamen der Nationalteams.

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2014 als Einheit überzeugte und den Titel holte, verlieh der DFB dem Team rund ein Jahr später den Beinamen "Die Mannschaft". Ein Schachzug, der die Fan-Identifikation und wohl auch die Vermarktungsmöglichkeiten verbessern sollte - am Ende aber nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Die Anhänger wurden mit dem Begriff nie wirklich warm, seit vergangenem Juli verzichtet der Verband auf den Begriff. Damit ist die deutsche Auswahl der einzige Teilnehmer bei der anstehenden WM in Katar, der über keinen Spitznamen verfügt. Aber wie werden die anderen 31 Nationen eigentlich genannt? Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), gibt einen Überblick über die Spitznamen der WM-Starter.

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Die Spitznamen der WM-Teams im Überblick:

Europa

Wales: "Y Dreigiau" bzw. "The Dragons" ("Die Drachen"). Der Spitzname bezieht sich auf den roten Drachen im Wappen des Landes. Um dieses Fabeltier ranken sich gleich mehrere Legenden: In allen geht es um kriegerische Auseinandersetzung mit den Angelsachsen, in denen kämpferische Drachen eine Rolle spielen.

Dänemark: "Danish Dynamite", dänisches Dynamit. Der Spitzname stammt aus den – für die Dänen glorreichen – 80er-Jahren. Bei der EM 1984 wurde Dänemark mit "explosivem" Fußball überraschend Dritter.

Belgien: "Rode Duivels" (niederländisch), "Diables Rouges" (französisch) – die "Roten Teufel". Der Spitzname stammt aus dem Jahr 1906 und geht zurück auf einen Reporter, der der Meinung war, die Belgier würden in roten Trikots spielen wie Teufel.

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Polen: "Bialo-Czerwoni", die "Weiß-Roten" – mit Bezug auf die Farben der Flagge, die die menschliche Seele (weiß) und das Blut (rot) symbolisieren. Auch der Name "Biale Orly", "Die Weißen Adler", wird für die Polen verwendet – wegen des gekrönten weißen Adlers im polnischen Wappen.

Serbien: "Orlovi" (Adler). Bis zur WM 2006 wurde Serbien noch "Plavi" (Blau) genannt, seitdem hat der Name "Orlovi" bestand. Der Adler ist das Wappentier auf der Flagge Serbiens.

Schweiz: "Nati", seltener italienisch "Rossocrociati", wegen der roten Nationalflagge mit dem weißen Kreuz.

Niederlande: Der Spitzname "Oranje" geht zurück auf Oranien-Nassau, das regierende Königshaus der Niederlande. Die knallorangefarbenen Trikots sollen der Farbe des Hauses entsprechen. Noch einfacher ist der Spitzname "Elftal". Der meint einfach die elf Spieler, die auf dem Platz stehen.

Kroatien: "Kockasti" ("Die Karierten"), der Spitzname bezieht sich auf die Heimtrikots. Teilweise wird auch der Name "Vatreni" ("Die Feurigen") für die Kroaten verwendet.

England: "Three Lions", "Die drei Löwen". Drei goldene Löwen auf rotem Grund sind das Wappen Englands. Ursprünglich war es nur ein Löwe, der Richard hieß.

Spanien: "La Selección" ("Die Auswahl"), außerdem auch "La Furia Roja" ("Die Rote Furie") – der Name entstand während der Olympischen Spiele 1920 in Antwerpen, bei denen die Spanier überraschend die Silbermedaille gewannen.

Frankreich: "Equipe tricolore" ("Die dreifarbige Mannschaft"), benannt nach der blau-weiß-roten Nationalflagge. Auch "Les Bleus" ("Die Blauen") werden die Franzosen genannt, weil sie traditionell in blauen Trikots spielen.

Portugal: "A Selecao das Quinas". Selecao heißt Auswahl auf Portugiesisch, Quinas meint die fünf in Kreuzform gestellten Schilde im Zentrum des Wappens Portugals, die geschlagene maurische Könige repräsentieren sollen.


Südamerika

Argentinien: "La Albiceleste" ("Die Weiß-Himmelblauen"), so wird die argentinische Nationalmannschaft in ihrem Heimatland aufgrund ihrer weiß-himmelblauen Trikots genannt, die sie schon seit 1908 trägt.

Brasilien: „Seleção“ ("Die Auswahl"). Ebenso wie Portugal wird auch die brasilianische Nationalmannschaft so bezeichnet, bei den Brasilianern wird allerdings kein Zusatz angefügt.

Uruguay: Ähnlich wie Argentinien, nur ohne weiß: Nach den himmelblauen Trikots des Teams wird Uruguay "La Celeste" genannt. Die Trikotfarbe etablierte sich als Hommage an River Plate FC, die 1910 den als unschlagbar geltenden Alumni AC in himmelblauem Dress besiegten.

Ecuador: "La Tri". Der Spitzname der Ecuadorianischen Mannschaft ist eine Anspielung auf die aus drei Farben (gelb, blau, rot) bestehende Nationalflagge.

Nord- und Mittelamerika

Costa Rica: "Los Ticos". In Anlehnung an die Einwohner Costa Ricas, die sich selbst "Tico" nennen.

Mexiko: "El Tri" (Kurzform für "El Tricolor"). Wie bei Ecuador kommt der Spitzname auch bei Mexico von den drei Farben (rot, weiß, grün), aus denen die Nationalflagge besteht. Die gleiche Farb-Kombination findet sich in der Spielkleidung wieder.

Kanada: "Les rouges" ("Die Roten"), bezieht sich auf die rote Farbe der Heimtrikots.

USA: "The Stars and Stripes". Der Name ist angelehnt an die Amerikanische Flagge, worauf 50 Sterne für die Bundesstaaten und 13 weiße und rote Streifen für die Gründungsstaaten abgebildet sind. Ein weiterer Rufname für die US-Fußball-Nationalmannschaft lautet "Soccer Boys" ("Fußball-Jungs").

Afrika

Marokko: "Lions de l'Atlas". Der Spitzname von Marokkos Elf verweist auf die Geographie des Landes: "Die Löwen vom Atlas" werden die Spieler genannt. Gemeint ist damit zum einen das Gebirge, zum anderen ist der Löwe ein beliebtes Symboltier bei Fußballern. Ganz konkret könnte es aber auch um den Berber- oder Atlaslöwen gehen, eine einst in Nordafrika heimische Unterart.

Kamerun: „Les Lions Indomptables“ ("Die unbezähmbaren Löwen"). Seit 1972 wird die Nationalmannschaft so genannt, der genaue Hintergrund ist unklar.

Tunesien: "Les Aigles de Carthage" ("Die Adler von Karthago"). Karthago ist eine Gemeinde in Tunesien, nach dem Afrika-Cup-Erfolg 2004 integrierte der tunesische Fußballverband sogar einen Adler in das Verbandslogo.

Senegal: "Les Lions de la Téranga" ("Löwen der Gastfreundschaft"). In erster Linie dient der Name der Abgrenzung von den "Löwen" aus Kamerun und Marokko. In Senegal werden sie meist nur "Les Lions" (die Löwen) genannt.

Ghana: "Black Stars". Das Symbol des afrikanischen Landes ist ein schwarzer Stern, welcher sich auch auf der Flagge Ghanas wiederfindet.

Asien/Australien

Katar: "al Anabbi" ("Die Weinroten"), benannt nach den Trikotfarben und dem roten Farbanteil in der Flagge Katars.

Japan: "Samurai Blue". Seit der WM 2006 wird die japanische Nationalmannschaft so genannt – der Farbton, in dem die Trikots der Japaner gehalten sind, wird als "Samurai-Blau" bezeichnet, daher der Spitzname.

Südkorea: "Taegeuk Warriors". Als Taegeuk (höchstes Ultimatives) wird der rot-blaue Kreis von der südkoreanischen Flagge bezeichnet. Dementsprechend sind die Südkoreaner die "Krieger", die den rot-blauen Kreis tragen.

Saudi-Arabien: "Die grünen Falken". Die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien wird teilweise aber auch nur "Die Grünen" (nach der Trikotfarbe) oder "Die Falken" (nach dem Wappentier des Verbands) genannt.

Iran: "Team Melli". Beim Iran sucht man vergebens nach einem besonderen Spitznamen. Zwar wurde man bis zur WM 2006 als die "Persian Stars" bezeichnet, doch inzwischen hat sich "Team Melli", was schlichtweg Nationalmannschaft bedeutet, durchgesetzt.

Australien: "Socceroos". Der Name der australischen Auswahl setzt sich aus Soccer und den für Australien typischen Kängurus zusammen.

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