02. April 2019 / 21:09 Uhr

Er schenkte Reinhard Grindel die 6000-Euro-Uhr: Das ist Grigori Surkis 

Er schenkte Reinhard Grindel die 6000-Euro-Uhr: Das ist Grigori Surkis 

Stefan Scholl
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Grigori Surkis schenkte DFB-Präsident Reinhard Grindel eine ca. 6000 Euro teure Uhr.
Grigori Surkis schenkte DFB-Präsident Reinhard Grindel eine ca. 6000 Euro teure Uhr. © dpa/imago
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Auch an einer geschenkten Armbanduhr scheiterte die DFB-Präsidentschaft von Reinhard Grindel. Wer ist Grigori Surkis, der Grindel die Uhr überließ? Der SPORTBUZZER klärt auf.

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Die Rolex-Armbanduhr (rund 6000 Euro wert) für Reinhard Grindel war keineswegs das einzige ominöse Geschenk aus dem ukrainischen Hause Surkis. Aber nicht immer hat Grigori Surkis, der Urheber des Grindel-Abgangs, dabei in der ersten Reihe gestanden.

Reinhard Grindel: Seine Zeit als DFB-Präsident in Bildern

Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals Fußball ist Zukunft. Zur Galerie
Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals "Fußball ist Zukunft." ©
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Surkis gilt als einer der großen Drahtzieher im ukrainischen Fußball

1995 berichtete ein spanischer Schiedsrichter, Grigoris Bruder Igor, damals Manager und jetzt Präsident von Dynamo Kiew, habe ihm vor einem Vorrundenspiel der Champions League gegen den griechischen Klub Panathinaikos Athen für einen Sieg der Seinen zwei teure Nerzmäntel und 30 000 Dollar Schmiergeld angeboten. Es war der erste Bestechungsskandal in der Champions League. Und in der Ukraine gilt es als offenes Geheimnis, dass nicht Igor, sondern sein großer Bruder Grigori dahintersteckte.

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Grigori Surkis, 69, laut ­„Forbes“ 76 Millionen Dollar reich, gilt als einer der großen Drahtzieher im ukrainischen Fußball. Der gelernte Ingenieur aus Odessa gründete nach dem Fall des Sowjetsozialismus 1991 mit seinem Bruder Igor den Industrie- und Finanzkonzern Slawutitsch, kaufte sich parallel beim traditionsreichen Klub Dynamo Kiew ein; 1993 wurde Grigori dort Präsident, 2000 auch Präsident der Fußballföderation der Ukraine (FFU).

Grigori Surkis schaffte es bis ins Exekutivkomitee der UEFA

Grigori gilt als der mit Abstand klügere der Brüder; zwar ist Igor jetzt Präsident von Dynamo Kiew, aber nach Einschätzungen von Sportjournalisten fällt sein großer Bruder die Entscheidungen. Grigori Surkis schaffte es bis ins Exekutivkomitee der UEFA, wurde sogar Vizepräsident. Dass die EM 2012 an Polen und an die Ukraine ging, gilt als sein Werk.

So reagierte Fußball-Deutschland auf den Rücktritt von Reinhard Grindel

Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler bei Sky): Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig. Zur Galerie
Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler bei Sky): "Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig." ©

„Grigori Surkis ist sehr klug“, sagt Dmitri Durnjew, Experte für Korruption im ukrainischen Fußball. „Aber seine Geschäftsmethoden sind eher von vorgestern.“ Schiebung soll dazugehören. Nachdem Dynamo Kiew vergangenen August Slavia Prag aus der Qualifikation für die Champions League geworfen hatte, protestierten die Tschechen heftig wegen skandalöser Schiedsrichterentscheidungen.

Unter Präsident Petro Poroschenko wurde Surkis’ Einfluss systematisch gekappt. Im Februar musste er sein Amt als UEFA-Vize abgeben. Es ist fraglich, ob der alternde Drahtzieher noch einmal die Fäden des ukrainischen Fußballs in die Hände bekommt.

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