06. November 2019 / 16:55 Uhr

Er spielt und spielt und spielt: Der Dauer-Wout ist nicht müde

Er spielt und spielt und spielt: Der Dauer-Wout ist nicht müde

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
SPORT, Fußball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - Union Berlin, Foto; Boris Baschin, Wolfsburg, 1:0, 06.10.2019,
Dauerbrenner: Wout Weghorst, der Top-Stürmer des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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15 Pflichtspiele, acht Tore, drei Tor-Vorlagen - Wout Weghorst ist der Top-Torjäger des Fußball-Bundesligisten, er spielt immer. Da stellt sich die Frage: Ist der Sturm-Riese denn nie müde?

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Er ist der Dauer-Wout des VfL: Als einziger Spieler stand Holland-Stürmer Weghorst in allen 15 Pflichtspielen in der Startelf des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Maximilian Arnold und Josip Brekalo kommen zwar auch auf 15 Einsätze, aber jedoch nicht so viele Einsatzminuten. 1380 Minuten wären möglich gewesen in dieser Saison, 1347 hat Weghorst auf der Uhr – da stellt sich die Frage: Ist dieser Mann denn nie müde?

„Doch, doch“, sagt der Holländer schmunzelnd. Er wisse schon, wie sich Müdigkeit anfühle. „Aber du versuchst nach einem Spiel dich so gut es geht zu erholen, sodass du für das nächste Spiel wieder bereit bist.“ Und der 27-Jährige fügt hinzu: „Ich bin noch kein einziges Mal müde in ein Spiel gegangen.“ Das liege auch an der gut aufgestellten medizinischen Abteilung des Klubs. „Die machen das gut“, lobt der VfL-Profi, der auch am Donnerstagabend (21 Uhr) in der Europa League wieder in der Startelf stehen wird. Sein rechtes Knie (war nach dem Dortmund-Spiel am Samstag dick verbunden) bereitet ihm keine Sorgen. „Es ist alles okay“, so Weghorst, der sich nach dem Hinspiel (2:2) so geärgert hatte.

3. Spieltag in der Europa League: Bilder vom Gruppenspiel zwischen der KAA Gent und dem VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Wout Weghorst (rechts) erzielt gegen Gents Mikael Lustig (Mitte) und dem am Boden sitzenden Torwart Thomas Kaminski das Tor zum 0:1. Zur Galerie
Wolfsburgs Wout Weghorst (rechts) erzielt gegen Gents Mikael Lustig (Mitte) und dem am Boden sitzenden Torwart Thomas Kaminski das Tor zum 0:1. ©

Eine 2:0-Führung reichte dem VfL am Ende nicht zum Sieg – ein Sieg, mit dem Weghorst und Co. einen Riesenschritt Richtung K.o.-Phase gemacht hätten. „In der ersten Halbzeit waren wir besser, aber dann haben wir Gent wieder zurück in den Sattel geholfen, vor der Pause ist das 2:1 gefallen – das war für Gent das Signal, sich ins Zeug zu legen, dann hat das Publikum mitgemacht.“ Und KAA kam doch noch zum Ausgleich. Weghorsts Wunsch fürs Rückspiel: „Wenn wir am Donnerstag 2:0 führen, dann dürfen wir das nicht wieder hergeben.“

Der Dauer-Wout: Einzig in der Europa League bei der AS St. Etienne (nach einer Stunde) sowie beim Liga-Auftakt gegen den 1. FC Köln (kurz vor Schluss) war Wolfsburgs Top-Stürmer ausgewechselt worden. Aber nicht, weil er müde war, sondern weil ihm Glasner gegen Köln den wohlverdienten Applaus von den Rängen gönnen wollte – Weghorst hatte damals das 2:0 erzielt. Es war sein zweiter von nun insgesamt acht Treffern, dazu noch drei Torvorlagen – Wolfsburgs Nummer 9 ist auf dem besten Weg ihre erste VfL-Saison (18 Tore in 36 Pflichtspielen) zu bestätigen. Sowohl Ex-VfL-Trainer Bruno Labbadia als auch dessen Nachfolger Glasner schätzen Weghorsts Torgefahr, ihnen gefällt aber auch sein Fleiß.

VfL-Dauerbrenner
VfL-Dauerbrenner © Boris Baschin
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Der Stürmer ist nicht nur eiskalt vorm Tor – nein, Weghorst ist auch ein Kilometerfresser. Einer, der nie aufgibt – VfL-Trainer Glasner nickt da zustimmend. Der Österreicher weiß, was er an Weghorst hat – durch die Verletzung von Daniel Ginczek fehlt Glasner momentan die Alternative im Sturmzentrum, sodass er dem 1,97- Meter-Mann nur schwer mal eine Pause geben kann.

Möglicherweise bekommt er die auch in der bevorstehenden Länderspielpause nicht, denn Weghorst könnte nach längerer Zeit mal wieder im Kader der niederländischen Nationalelf stehen, die in der EM-Quali in Nordirland (16. November) und gegen Estland (19. November) im Einsatz ist.

Bondscoach Ronald Koeman hat den Wolfsburger am Samstag beim 0:3 in Dortmund beobachtet, am Freitag wird der Kader bekanntgegeben. Mit Weghorst? Und wie fände das Glasner dann? „Der Mensch Oliver Glasner würde sich riesig freuen, wenn Wouts großer Wunsch in Erfüllung geht und er für die holländische Nationalelf nominiert wird, weil er sich das absolut verdient hätte“, so der Coach. Andererseits sei da „der Trainer Oliver Glasner als Angestellter des VfL Wolfsburg, der natürlich weiß, dass Wout, der in den Spielen viele Schläge einstecken muss, ein paar Tage Ruhe gut tun würden.“