06. Mai 2021 / 15:39 Uhr

Eisbär und Grizzly: Sharrow wünscht Wolfsburg den DEL-Titel "ein bisschen mehr"

Eisbär und Grizzly: Sharrow wünscht Wolfsburg den DEL-Titel "ein bisschen mehr"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
DEL, Eishockey, Finale, Grizzlys Wolfsburg- Eisbären Berlin, 05.05.2021
Wolfsburg gönnt er den Titel ein bisschen mehr: Doch das Herz von Jimmy Sharrow, der sowohl für die Eisbären als auch für die Grizzlys spielte, ist zerrissen. © Boris Baschin
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Showdown in der deutschen Eishockey-Liga. Am Freitag (ab 19.30 Uhr) wird der deutsche Eishockey-Meister ermittelt. Die Eisbären Berlin erwarten die Grizzlys Wolfsburg. Einer wird gewinnen, krallt sich den Titel. Einem, der für beide Teams spielte, zerreißt es das Herz. Ex-DEL-Profi Jimmy Sharrow würde es ein wenig mehr Wolfsburg gönnen.

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Showdown in der deutschen Eishockey-Liga. Am Freitag (ab 19.30 Uhr) wird der deutsche Eishockey-Meister ermittelt. Die Eisbären Berlin erwarten die Grizzlys Wolfsburg. Einer wird gewinnen, krallt sich den Titel. Einen, der für beide Teams spielte, zerreißt es das Herz. Ex-DEL-Profi Jimmy Sharrow würde es aber ein wenig mehr Wolfsburg gönnen.

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Sharrow spielte von 2010 bis 2015 für die Eisbären, holte mit ihnen drei Titel. "Ich liebe Berlin", sagt der Abwehrspieler, der bei den Eisbären total beliebt war, der nach fast jedem seiner späteren Auftritte in Wolfsburg (von 2015 bis 2018 war er ein Grizzly) noch einmal von den Berliner Fans aus der Wolfsburger Kabine gesungen wurde. "Und ich weiß, dass es die Eisbären-Fans vielleicht nicht gerne hören werden. Bei der Frage, wem ich den Titel wünsche, bin ich total zerrissen. Wolfsburg hat Sebastian Furchner ein Urgestein, er wird nächstes Jahr 40, wird nicht mehr ewig spielen. Jeff Likens bestreitet sein letztes Spiel als Profi. Beide haben noch keinen Titel. Solchen Akteuren würde ich es wünschen", erklärt Sharrow. Und fügt hinzu: "Alleine für diese beiden wäre es toll. Ich selbst hätte gern mit Wolfsburg auch einen Titel geholt. Berlin hat schon so viele Titel gewonnen - als Sportsmann würde ich es Wolfsburg, den Spielern, dem Klub und der Stadt ein bisschen mehr wünschen. Gönnen würde ich es beiden Klubs."


Zehn Jahre nach dem ersten Bären-Finale geht es um den 100. Titel

Der Titel muss nun noch in einem echten Endspiel vergeben werden. Die Best-of-Three-Serie ist ausgeglichen. Wer am Freitag gewinnt, schnappt sich den 100. deutschen Eishockey-Meistertitel. Genau zehn Jahre nach dem ersten Final-Aufeinandertreffen der Grizzlys mit den Eisbären. Die holten schon sieben Titel, Wolfsburg schafft auch in seiner vierten Finalteilnahme keinen Heimsieg, ist dreimal Vizemeister (2011, 2016, 2017).



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Die Grizzlys haben in Play-Offs im Oberhaus noch nie eine Best-of-Three-Serie verloren, schalteten zuvor jeweils in Spiel drei auswärts einen Favoriten aus. Berlin ging auch zweimal in Spiel drei, gewann jeweils daheim. Am Freitag werden Serien reißen. Sharrow wird per Internet zuschauen: "Ich habe von Berlin und Wolfsburg fast alles aus den Play-Offs gesehen, das ist die beste Zeit", so der Verteidiger. Das Gute für ihn: Die Teams müssen es entscheiden. "Wer gewinnt, hat es verdient. Ich werde mich freuen, egal, wer gewinnt, diese Corona-Saison und ohne Fans war für alle brutal hart. Zu erleben, dass einige Jungs, die noch nie den Titel hatten, ihn gewinnen, wäre schon was Besonderes." Einen Tipp hat er nicht, meint: "Die kurze Serie macht es unkalkulierbar. Ein schlechter Tag, eine unglückliche Aktion, das ist dann schwer zu reparieren. Berlin hat viel Talent, Wolfsburg arbeitet hart, beide kämpfen hart."

Sharrow jetzt in Agentur mit NHL-Star

Sharrow hatte nach seinem Abschied aus Wolfsburg bis 2019 noch für Heilbronn gespielt, wollte seine Karriere fortsetzen, doch es zog sich etwas. Die Pandemie platzte dazwischen, er entschied sich "wegen der unabsehbaren Dauer" fürs Karriere-Ende, zog in die Nähe seiner Familie nach Boston. Dann kam ein Angebot der Coast to Coast Development Agentur. US weit arbeitet er jetzt als Mentor für Nachwuchsspieler, schult sie speziell im Defensivbereich, zudem gibt er noch Trainingscamps für Defensiv-Nachwuchs.Einer der Leiter der Mentoren ist übrigens Brent Burns (Weltmeister, über 1200 NHL-Spiele) von den San José Sharks.