15. Februar 2021 / 09:03 Uhr

Erfahrungen aus 15 Minuten Fußball-Simulation: „Jetzt war’s das mit ‚Fifa‘!“

Erfahrungen aus 15 Minuten Fußball-Simulation: „Jetzt war’s das mit ‚Fifa‘!“

Maximilian Bosse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
SPORTBUZZER-Mitarbeiter Maximilian Bosse hat den Selbstversuch gewagt.
SPORTBUZZER-Mitarbeiter Maximilian Bosse hat den Selbstversuch gewagt. © imago/ULMER Pressebildagentur
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Coronabedingt wird noch häufiger virtuell gekickt als zuvor. Aus dem Spielspaß kann dabei schnell auch mal purer Frust werden – wie ein Selbstversuch zeigt. Erst himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betrübt – und das in nur 15 Minuten. Das schafft nur EA Sports, meint SPORTBUZZER-Mitarbeiter Maximilian Bosse.

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Elf gegen elf Fußball spielen – das ist schon etwas länger her außerhalb des Profibereiches. Das gilt aber nur für die Plätze unter freiem Himmel oder in der Halle. Virtuell wird zu jeder Zeit gekickt – Pandemie hin oder her. Millionen Fußballfans verbringen Stunden damit, an den Controllern ihrer Konsolen zum Torerfolg und zu Meisterschaftsehren zu kommen. Häufig geht es dabei mindestens so emotional zu wie auf dem „echten“ grünen Rasen.

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SPORTBUZZER-Mitarbeiter Maximilian Bosse nimmt Sie für einen Erfahrungsbericht mit in diese umkämpfte Welt, in welcher der Frust auch mal die Wahrnehmung vernebelt.

Vorfreude auf den Spielspaß

Meine Kollegen aus der „Fifa“-Community werden schon ahnen, worauf das jetzt hinausläuft. Ich entschuldige mich schon im Voraus bei all den Laien, die noch nie in den Genuss dieses Fußballsimulators mit Aggressionspotenzial gekommen sind, für meinen vielleicht etwas harschen Ton. Meinen Respekt habt ihr, da ihr euch eine Menge Nerven und eine ganze Menge Geld spart. Um meinen Zorn aber möglichst anschaulich zum Ausdruck zu bringen, muss ich zunächst etwas ausholen.



Vergangenen Freitag kam ich später nach Hause als gewohnt. Auf der Zugfahrt versüßte mir der Gedanke an mein Lieblingsspiel „Fifa 21“ von EA Sports die Planung für den bevorstehenden Abend. Daheim angekommen, schmiss ich die Playstation an. Selbstbewusst löste ich die hart erspielten 2000 FUT-Champions-Punkte ein, um wieder am heiß begehrten „Fifa“-Onlinemodus teilnehmen zu können. Ich ahnte bereits, dass ich vermutlich schon nach acht der 30 möglichen Spiele meinen Controller entrüstet beiseitelegen würde.

Die Sicherungen brennen durch

Und schon vor dem Anpfiff des ersten Spiels war meine gute Laune dahin. Im gegnerischen Team lächelten mich Marcus Rashford, Anthony Martial und Lucas Moura – von mir liebevoll als „Todesdreizack“ bezeichnet – an, und das Schauspiel nahm seinen Lauf. Gleich in der fünften Minute erreichte ein direkt gespielter 60-Meter-Pass den schnellen Rashford auf der linken Außenbahn. Mit einer, wie ich es nur für mich, aber dennoch sehr lautstark kommentierte, „unmenschlichen Außenristannahme“ legte sich der Stürmer von Manchester United den Ball an meinem perplexen Rechtsverteidiger vorbei. Eine Schussfinte 30 Meter vor dem Tor sowie ein Trick genügten, um meine restlichen Verteidiger ins Leere laufen zu lassen. Der darauffolgende Schuss, nicht sonderlich platziert, drehte sich durch, ja wirklich durch die Hand meines Torhüters. „Eins zu null für den wohl schlechtesten Spieler der Welt“, ließ ich die gesamte Nachbarschaft durch mein gekipptes Fenster wissen.

Mit dem kreativen Onlinenamen „IchZidaneMalDurch“ zerlegte mich mein virtuelles Gegenüber bereits vor der Halbzeit in alle Einzelteile. Verständlich, dass bei mir die Sicherungen durchbrannten und die Frage aufkam, wie zum Teufel ich auch nur für eine Sekunde denken konnte, das Spiel hätte sich innerhalb einer Woche wirklich geändert. Wie ein eingeschnapptes Kind verfiel ich in einen intensiven Monolog, in dem ich angestrengt zu klären versuchte, weshalb das eigentlich nicht vorhandene Talent meines Gegners, das typische Momentum und die unerklärbaren Spielfehler immer mir zum Verhängnis werden. Jede Woche dieselbe Leier. Jede Woche der gleiche Schwur: Jetzt war’s das mit „Fifa“!

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Erst himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betrübt

Das Spiel endete übrigens 7:1 für meinen Kontrahenten. Fünfmal traf Rashford. Selbstverständlich war ich an keinem der Gegentore selbst schuld. Fun Fact: In der Realität steht Marcus Rashford aktuell nach 24 Ligaspielen bei gerade mal acht Treffern.

Erst himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betrübt – und das in nur 15 Minuten. Das schafft nur EA Sports Vancouver. Als ich nach der Partie mein Fenster schloss, blickte ich in die fassungslosen Augen meines Nachbarn. Es war die reinste Schmach. Nein, diesmal war es das wirklich.

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