18. Februar 2021 / 23:26 Uhr

Erfolg macht die Wolfsburg-Stars begehrt: „Keiner hat eine Ausstiegsklausel...“

Erfolg macht die Wolfsburg-Stars begehrt: „Keiner hat eine Ausstiegsklausel...“

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kandidaten für Borussia Dortmund? Maxence Lacroix (l.) und Koen Casteels spielen beim VfL Wolfsburg eine Top-Saison, Manager Schmadtke sieht's gelassen.
Kandidaten für Borussia Dortmund? Maxence Lacroix (l.) und Koen Casteels spielen beim VfL Wolfsburg eine Top-Saison, Manager Schmadtke sieht's gelassen. © imago images/Horstmüller
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Vorm Spiel des VfL Wolfsburg bei Arminia Bielefeld bringt Sky-Experte Hamann Maxence Lacroix beim BVB ins Gespräch. Manager Schmadtke sieht’s gelassen: "Natürlich gucken alle genau hin, wenn die Mannschaft erfolgreich ist."

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Seit sieben Liga-Spielen ungeschlagen, sechs Pflichtspiele nacheinander ohne Gegentor, Platz vier in der Tabelle vor dem Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld - und der Sprung in die Champions League ist im Bereich des Möglichen: Der VfL Wolfsburg ist so erfolgreich unterwegs wie seit Jahren nicht mehr – und hat Spieler in seinen Reihen, die Interesse wecken. Dass auf Stürmer Wout Weghorst englische Klubs längst aufmerksam geworden sind, ist bekannt. Aber auch Maxence Lacroix könnte zum Objekt für Transferspekulationen werden…

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Sky-Experte Didi Hamann nannte Lacroix am Rande des BVB-Champions-League-Spiels in Sevilla als Kandidaten für die Dortmunder Abwehr. Der erst 20-jährige Franzose, den der VfL für 5 Millionen Euro vom Zweitligisten Sochaux geholt hatte, spielt eine famose Saison – ebenso wie Weghorst oder auch Eigengewächs Maximilian Arnold, Neu-Nationalspieler Ridle Baku und Koen Casteels im Wolfsburger Tor.

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Locken jetzt größere Klubs die VfL-Stars weg? Jörg Schmadtke sieht das gelassen. „Es hat keiner eine Ausstiegsklausel“, sagt der Wolfsburg-Manager – und verweist auf die Vertragslaufzeiten. Arnold hat gerade bis 2026 verlängert, Baku ist bis 2025 gebunden, Lacroix und Casteels bis 2024, Weghorst bis 2023. Mit Ausnahme von John Anthony Brooks sind alle Stammspieler über 2022 hinaus gebunden.

„Natürlich gucken alle genau hin, wenn die Mannschaft erfolgreich ist“, sagt Schmadtke. „Wenn du Achter bist, läufst du auch als Top-Spieler mal unterm Radar. Von daher ist alles normal. Und wenn Didi Hamann einen unserer Spieler als Kandidaten für Dortmund sieht und nicht den eines anderen Klubs, dann ist das doch erst einmal gut für uns.“

Klar ist aber auch: Vertragslaufzeiten schützen nicht vor Abgängen – das hat der VfL immer dann gemerkt, wenn er besonders erfolgreich war. Meisterspieler Edin Dzeko wechselte eineinhalb Jahre nach dem Titelgewinn zu Manchester City, derselbe Klub holte unmittelbar nach Pokalsieg und Vizemeisterschaft 2015 Kevin De Bruyne – jeweils für Riesen-Ablösesummen, die die Wolfsburger Transferdimensionen sprengten.

„Wenn der Geldkoffer groß genug ist, kannst du nicht von Vornherein sagen: Da geht nichts. Aber das gilt ja für alle Vereine, sogar für die Bayern“, sagt Schmadtke. Und: Spieler in Wolfsburg so zu entwickeln, dass man sie teuer verkaufen kann, ist durchaus auch Teil der neuen VfL-Philosophie – Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer haben mehrmals betont, dass sie Werte schaffen wollen. Was beispielsweise bei Weghorst und Lacroix schon gelungen ist, beide sind ein Vielfaches der Ablöse wert, die der VfL gezahlt hat.

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Dass eine Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation es dem VfL leichter macht, auch begehrte Spieler zu halten, ist selbstredend – nicht nur wegen der 10 bis 20 Millionen Euro höheren Einnahme im Vergleich zur Europa League. Casteels etwa, der auch bereits mit Dortmund in Verbindung gebracht wird, sagte der Sportbild: „Wenn ich wechseln würde, dann nur zu einem Klub, der Champions-League-Ambitionen hat. Ich habe die Ambition, auf dem höchsten Niveau zu spielen.“ Weghorst äußerte sich in der jüngsten 11-Freunde-Ausgabe ähnlich: „Die Champions League ist das höchste Niveau, und auf dem will ich irgendwann spielen“.

Womit wir bei der nächsten Kehrseite des aktuellen Erfolges wären: Muss der VfL die Königsklasse erreichen, um am Saisonende nicht enttäuscht zu sein? „Das hängt davon ab, wie der Rest der Saison verläuft“, findet Schmadtke. „Natürlich kann das passieren, kann man ja gar nicht wegdiskutieren.“ Die Zukunft der Wolfsburger Top-Spieler an einer Teilnahme an der Champions League festzumachen, sei aber „im Moment die falsche Diskussion“.