01. Dezember 2021 / 10:59 Uhr

Erfolgreich dabei: Sachsen mischt in der Motorrad-WM kräftig mit

Erfolgreich dabei: Sachsen mischt in der Motorrad-WM kräftig mit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der tschechische Moto3-Pilot Filip Salac (19) vom sächsischen Prüstel-GP-Team beim Großen Preis von Portugal.
Der tschechische Moto3-Pilot Filip Salac (19) vom sächsischen Prüstel-GP-Team beim Großen Preis von Portugal. © Ronny Lekl
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Die großen Erfolge der Sachsen rückten in diesem Jahr weit in den Hintergrund, denn das Team Prüstel musste in dieser Saison den Unfalltod von Jason Dupasquier verkraften. Doch im kommenden Jahr soll ein Neustart her, samt neuem Hersteller aus China und mit dem Aushängeschild Tom Lüthi.

Zschopau. Sachsen mischt seit 2016 in der Motorrad-WM erfolgreich mit: Das Team Prüstel-GP aus Oberlungwitz feierte in der gerade beendeten Saison sein fünfjähriges Bestehen und kann mit John McPhee bereits einen Grand-Prix-Sieger und mit Albert Arenas einen Weltmeister vorweisen.

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Die großen Erfolge der Sachsen rückten in diesem Jahr jedoch weit in den Hintergrund. Der tragische Unfall des 19-jährigen Ausnahmetalents Jason Dupasquier hatte dem Team auf allen Ebenen sehr viel abverlangt. Erst nach einer längeren Pause und einer gemeinsamen Aufarbeitung der Geschehnisse war das Team bereit, wieder an den Start zu gehen.

Für die kommende Saison dürfen sie sich über Unterstützung aus vielerlei Richtungen freuen. Mit einem neuen Hersteller aus China in der Moto3-Weltmeisterschaft und den beiden Fahrern Xavier Artigas und Carlos Tatay stellt sich das am Sachsenring beheimatete Team mit spanischen Fahrern für die Saison 2022 neu auf.

Neue Fahrer, neuer Schwung

Der 18-jährige Xavier Artigas erzielte bei seinem Grand-Prix-Debüt vor zwei Jahren in Valencia auf Anhieb einen Podiumsplatz, nachdem er zuvor im Red-Bull-Rookies-Cup die Top 3 erreichte. 2021 fuhr der junge Spanier seine erste volle Saison auf WM-Niveau.

Das Team für 2022: Carlos Tatay, Tom Lüthi, Xavier Artigas. 
Das Team für 2022: Carlos Tatay, Tom Lüthi, Xavier Artigas.  © Rob Gray

Sein neuer Teamkollege Carlos Tatay, ebenfalls erst 18 Jahre alt, kommt als ein ehemaliger Rookies-Cup-Champion zu Prüstel und kann bereits auf Siege bei der Junioren-WM zurückblicken. 2022 geht er in seine dritte Grand-Prix-Saison. Genau wie Artigas wird er eine KTM RC-4 des aufstrebenden chinesischen Herstellers CFMOTO fahren. „Mit diesem internationalen Hersteller haben wir eine großartige Möglichkeit, die besten Ergebnisse zu erzielen und eine breite Präsenz bei Medien und Fans zu erreichen“, gab Teammanager Florian Prüstel während des Großen Preises von Portugal die Pläne bekannt.

Doch die Freude über die Zusammenarbeit wurde durch die schwere Saison 2021, in der das Team Ende Mai den hoffnungsvollen 19 Jahre alten Schweizer Piloten Jason Dupasquier durch einen tragischen Unfall verlor, geschmälert. „In den ersten fünf Rennen waren wir über Jasons Leistungen sehr positiv überrascht. Seine intensive Saisonvorbereitung hatte sich ausgezahlt und es war für uns ein gutes Zeichen, dass wir mit ihm in die Top 10 fahren konnten“, so Prüstel über den Saisstart. „Dann kam jedoch Mugello und alles geriet mit dem Unfall ins Wanken“, erinnert sich der gebürtige Callenberger an die schwierige Zeit nach dem tödlichen Unfall des jungen Schweizers. Das Team setzte die nächsten zwei Rennen aus und musste sich danach neu finden, wuchs in dieser Zeit stärker zusammen und will sich nun mit dem chinesischen Hersteller auf das neue Projekt konzentrieren.


Für den Titelkampf rüsten

Dabei setzen die Sachsen auf die professionelle Expertise eines Ex-Weltmeisters. Denn ab 2022 übernimmt Tom Lüthi die Aufgaben des Sportchefs im Moto3-Team. Der 35-Jährige gab nach der Sommerpause seinen Rücktritt aus dem aktiven Rennsport bekannt und möchte sein gesamtes Wissen nun dem Nachwuchs zur Verfügung stellen.

„Ich habe lange nach jemandem gesucht, der als authentischer, erfahrener Experte die Betreuung unserer Fahrer übernehmen, ihre Trainings koordinieren, begleiten und sie auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen kann. Dank der Zusammenarbeit mit Tom haben wir all das perfekt abgedeckt“, freut sich Florian Prüstel auf die Zusammenarbeit und hofft auch einzelne Bereiche als Teammanager an den Experten vor Ort abgeben zu können. Denn durch seinen Hauptjob in einem Speditionsunternehmen käme die Arbeit als erster Ansprechpartner eines aufstrebenden Moto3-Teams in der Weltmeisterschaft oft zu kurz.

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Prüstel weiter: „Tom ist ein bekanntes Gesicht im Fahrerlager, Sponsoren und Fans kennen ihn, er kann mehr vor Ort sein als ich. Er wird dort für viele Personen als direkter Ansprechpartner an der Strecke fungieren. Mit seinen 19 Jahren WM-Erfahrung weiß er genau, worauf es im Rennsport ankommt – gerade zu Beginn einer Karriere, wenn man sich an die große, nicht immer einfache Welt des internationalen Rennsports herantasten muss.“ Das Know-How des Schweizers soll sie nun für den Titelkampf rüsten.

Doreen Müller-Uhlig