15. Oktober 2020 / 12:34 Uhr

Erfolgsgeschichte seit fast neun Jahren: Oliver Folta und die Helstorfer Fußballerinnen

Erfolgsgeschichte seit fast neun Jahren: Oliver Folta und die Helstorfer Fußballerinnen

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Fußballerinnen des SV Germania Helstorf sind Oliver Folta ans Herz gewachsen.
Die Fußballerinnen des SV Germania Helstorf sind Oliver Folta ans Herz gewachsen. © Christian Hanke
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Seit mittlerweile schon fast neun Jahren coacht Oliver Folta die Fußballerinnen des SV Germania Helstorf. Es ist eine Erfolgsgeschichte - auch ganz aktuell, steht aktuell doch Platz zwei in der Landesliga 1 zu Buche. Entgegen dem Trend hat der Verein sogar eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb.

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Oliver Folta und die Frauenfußballmannschaft des SV Germania Helstorf – diese innige Verbindung besteht nun schon seit fast neun Jahren. Sein Vorgänger an der Seitenlinie, Uwe Langhans, hat ihn einst als Trainer zur Germania gelotst. Seither hält die erfolgreiche Liaison. Warum sollte man etwas ändern. Es passt halt menschlich und sportlich.

Auch diese Saison steht das Neustädter Team wieder gut da: Mit einer Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage sind die Helstorferinnen aktuell Zweiter im Klassement der Landesliga 1, zuletzt feierte die ambitionierte Elf einen leichtfüßigen 4:0-Erfolg über die SC Deckbergen-Schaumburg.

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Es sind nicht allein die Erfolge, die Folta jedes Jahr aufs Neue motivieren, mit unvermindertem Elan und großer Begeisterung weiterzumachen in seinem Trainerjob bei der Germania. „Die Mädels sind mir ans Herz gewachsen, das ist eine super Truppe. Erfolge sind das eine, na klar, aber unser Team zeichnet eben auch ein toller Zusammenhalt aus, wir haben sehr viel Spaß miteinander – bei allen Höhen und Tiefen.“

Sabrina Brink bleibt der Mannschaft erhalten

Seit Saisonbeginn steht ihm die langjährige Aktive Sabrina Brink, vormals Schaal, als gleichberechtigte Trainerin zur Seite. Nach ihrem Kreuzbandriss im letzten Jahr musste Brink die Fußballschuhe endgültig an den Nagen hängen, sie bleibt ihrer Herzensmannschaft aber auf diese Weise erhalten. „Sabrina bringt ihre geballte Erfahrung und viele neue Ideen ein, das ist für alle eine Bereicherung“, sagt Folta.

Ziel der Helstorferinnen ist ein Platz unter den ersten Drei der Staffel - und damit die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Bislang scheinen sie auf bestem Wege, ihr Vorhaben zu erreichen.

Die Defensive um Birthe Grünhage ließ in den vier Saisonpartien lediglich sieben Gegentore zu. „Birthe ist unser Fels in der Brandung, sie bringt alles mit, Schnelligkeit, Stabilität, Übersicht“, lobt der Coach. Kapitänin und Allrounderin Sina Schaal zieht in gewohnt gekonnter Manier die Fäden in der Offensive, stets torgefährlich und mit dem Blick für die Nebenfrau zählt sie zu den Schlüsselspielerinnen des SV.

Brink und Keffel sind gut in Schuss

Die Neuzugänge der vergangenen (abgebrochenen) Saison, Jennifer Brink und Janka Keffel, die beide zuvor für den HSC gestürmt sind, haben schon jeweils vierfach getroffen – gut in Schuss, könnte man sagen. „Die Mädels ziehen alle super mit. Wir haben nur einen recht kleinen Kader von 20 Spielerinnen, davon sind fünf noch länger verletzt, sprich derzeit sind immer nur etwa 15 Akteurinnen am Start. Aber das, was die Mannschaft bislang auf den Platz gebracht hat, sah gut und vielversprechend aus“, betont Folta.

Beim SV Germania Helstorf ist der Frauenfußball fest etabliert, der Verein hat auch noch eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb. Das ist mittlerweile die Ausnahme unter den Klubs in der Region – aber auch bundesweit betrachtet.

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Nicht nur beim weiblichen Nachwuchs kriselt es gewaltig, grundsätzlich sind die Zahlen auch bei den Frauen stark rückläufig. „Frauenfußball wird leider generell nicht so ernst genommen und wertgeschätzt wie der Männerfußball. Das zeigt sich in vielen Klubs, und etwa auch in der Berichterstattung, auf die Frauen kann man offenbar am besten verzichten. Die Entwicklung ist wirklich erschreckend“, sagt Folta.

Entsprechend gäbe es wahre Kämpfe zwischen den Vereinen, um die noch verbliebenen Spielerinnen. „Auschlaggebend sind da oftmals neben dem sportlichen Aspekt der Wohlfühlfaktor und alles Menschliche, damit können wir auf alle Fälle punkten.“ Folta wünscht sich neben dem Erreichen der Aufstiegsrunde denn auch vor allem eines: „dass unser Zusammenhalt immer noch weiter wächst, dann das macht uns stark.“