03. Mai 2022 / 19:08 Uhr

Erfolgsmodell Quadriga: Chemie Leipzigs sportlicher Leitung bleibt bestehen

Erfolgsmodell Quadriga: Chemie Leipzigs sportlicher Leitung bleibt bestehen

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Die sportliche Leitung des BSG Chemie Leipzig: Christian Sobottha, Uwe Thomas, Miroslav Jagatic und Daniel Heinze (v.l.n.r.)
Die sportliche Leitung des BSG Chemie Leipzig: Christian Sobottha, Uwe Thomas, Miroslav Jagatic und Daniel Heinze (v.l.n.r.) © Jonas Dengler
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Die BSG Chemie Leipzig setzt bei der Sportlichen Leitung auch künftig auf die bewährte Teamlösung. Das Derby am Samstag gegen Lok ist derweil ausverkauft.

Leipzig. Eine gute Nachricht schickten die Chemie-Verantwortlichen vorweg: Am Sonnabend (15.30 Uhr) wird der Alfred-Kunze-Sportpark zum dritten Mal in Folge ausverkauft sein. Was wiederum bedeutet: Es mache keinen Sinn, ohne Ticket zum Derby gegen den 1. FC Lok nach Leutzsch zu reisen.

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Quadriga nicht zeitlich begrenzt

Vor allem hatte Chemie zum Pressegespräch geladen, um drei (wichtige) Spiele vor Saisonschluss (positive) Bilanz zu ziehen und die Zukunft der Sportlichen Leitung zu bestätigen. Wenig überraschend wird die im Dezember installierte Quadriga aus Trainer Miroslav Jagatic, Assistent Christian Sobottka, Teammanager Daniel Heinze und Hauptsponsor Uwe Thomas die Arbeit fortsetzen – die Quadriga gilt längst als Erfolgsmodell. Jagatic bekräftigte: „Im Verein geht es in die richtige Richtung, bei uns herrscht Aufbruchstimmung.“ Der Coach sei stolz auf die Arbeit der Quadriga. „Heinzi hat immer den Überblick über die Bürokratie, Uwe Thomas bringt seine Erfahrung als Unternehmer und Manager ein, wie man es sich nur wünschen kann. Ihn kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Christian und ich haben immer einen Blick auf den Nachwuchs. Die Aufteilung passt.“

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Die Quadriga-Lösung wurde nach dem Rückzug des Sportlichen Leiters Andy Müller-Papra ins Leben gerufen. Der Vorstandsvorsitzende Frank Kühne stellte klar: „Wir sind in kein Loch gefallen, die vier Mann haben sich zusammengesetzt, jeder hat seine Aufgaben wahrgenommen, das hat gut gepasst.“ Der Vorstand habe mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen, dass die vier weitermachen wollen. Zeitlich werde die ursprünglich für ein halbes Jahr bestätigte Lösung nicht neu begrenzt. Zumal auch die Mannschaft mittelfristig zusammenbleibt, die meisten Spieler hätten Zwei-Jahres-Verträge.“

„Die Spieler kommen, weil sie den Verein und die Stadt geil finden“

Daniel Heinze sei innerhalb des Quartetts der Mann der Zahlen, schließlich arbeitet der gerade als Spieler emotional verabschiedete 34-Jährige als Lohnbuchhalter. Er achtet strikt darauf, den Etat nicht zu überziehen. Uwe Thomas erklärte das Zusammenspiel so: „Ich weiß, was gesprochen wird. Viele Leute fragen: Ist das nicht ein Quatschklub? Sind vier Mann nicht zu viel? Nein! Das Schöne ist, dass wir vier die Köpfe zusammenstecken und bei Neuverpflichtungen viele Aspekte diskutieren. Am Ende muss es aber auch schnell gehen, ehe andere Vereine zuschlagen.“ Sein Motto laute: „Butter bei die Fische.“ Übrigens habe Oliver Mintzlaff mal im „Doppelpass“ von Sport 1 gesagt, dass bei RB bis zu 40 Leute über einen neuen Spieler entscheiden.

Chemie sei froh, dass der Kader für die neue Saison bis auf „zwei, drei Nuancen“ komplett sei, auch wenn einige neue Spieler erst nach dem 21. Mai verkündet werden. Jagatic betonte: „Wir wollten unsere Wunschspieler und nicht warten, wer im Juni noch übrig ist.“ Noch mal Uwe Thomas: „Wir haben großes Interesse, ab 20. Juni mit der kompletten Mannschaft in die Vorbereitung zu starten.“ Zu Chemie komme keiner wegen Geld. „Da wäre er bei uns falsch. Die Spieler kommen, weil sie den Verein und die Stadt geil finden.“

Doch genug der Lobeshymnen, meinte Jagatic. Jetzt gehe es nicht darum, sich den Popo zu pudern, sondern die Saison zu vergolden. Dies kann Chemie am Samstag mit einem Derby-Sieg ebenso schaffen wie mit dem Sachsenpokal-Triumph am 21. Mai in Chemnitz.