31. Juli 2019 / 22:25 Uhr

Rot-Weiß Erfurt und Lok Leipzig trennen sich 2:2 in einer berauschenden Flutlicht-Partie

Rot-Weiß Erfurt und Lok Leipzig trennen sich 2:2 in einer berauschenden Flutlicht-Partie

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
2.Spieltag NOFV Regionalliga Nordost Erfurter Steigerwaldstadion 31.07.2019
FC Rot Weiß Erfurt vs 1. FC Lokomotive Leipzig
Ruuumms! 0:1! Stephané Mvibudulu hatte für die Lokomotive getroffen. © Thomas Gorlt
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Die beiden Mitfavoriten in der Regionalliga Nordost liefern sich einen offenen Schlagabtausch und kriegen in der Tabelle jeweils einen Punkt.

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Erfurt. In der 66. Minute brechen alle Dämme. Der eingewechselte Romario Hajrulla trifft bei seinem Lok-Debüt zum zwischenzeitlichen 2:1 und jubelt ausgelassen mit dem kompletten Team – und Björn Joppe. Der Teamchef des 1. FC Lokomotive Leipzig hält nichts mehr in seiner Coaching-Zone und rennt bis zur Eckfahne, um mit seinen Spielern zu feiern. Danach wird eine bereits starke und temporeiche Regionalliga-Partie zwischen den Leipziger und Rot-Weiß Erfurt zu einem unglaublichen Schlagabtausch im Flutlicht des Erfurter Steigerwaldstadions vor 5671 Zuschauern, darunter 400 mitgereiste Auswärtsfans der Messestadt. Doch das Drama beginnt bereits in der dritten Minute.

Mvibudulu trifft gegen Ex-Club

Nach feiner Ecke von Aykut Soyak steht Stephané Mvibudulu alleine im Fünfmeterraum und trifft zur Führung gegen seinen Ex-Club. Koproduktion zweier Neuzugänge – Sportdirektor Wolfgang Wolf wird’s freuen. Das letzte halbe Jahr war der 1,88 Meter lange Deutsch-Kongolese an die Erfurter ausgeliehen, für die er jedoch nur fünf Partien absolvieren durfte. Entsprechend glücklich fiel der Jubel des Offensivspieler aus, der im Vergleich zum Auftaktsieg der Lokomotive gegen die Amateure der Hertha BSC Berlin als einzige Veränderung in der Startelf für den verletzten Sascha Pfeffer ins Team rückte. Pfeffer wird für drei Monate ausfallen, beim Spiel gegen die Hauptstädter erlitt er einen Anriss der Plantarsehne im linken Fuß.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom 2:2-Unentschieden des 1. FC Lok Leipzig bei Rot-Weiß Erfurt!

Rot-Weiß Erfurt und Lok Leipzig trennen sich nach einem offensiven Schlagabtausch leistungsgerecht 2:2. Zur Galerie
Rot-Weiß Erfurt und Lok Leipzig trennen sich nach einem offensiven Schlagabtausch leistungsgerecht 2:2. ©
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Lok Leipzig ist zunächst das aktivere Team, attackiert früh und lässt den Gastgebern wenig Luft, doch muss nach einer halben Stunde kräftig durchatmen. Velimir Jovanovic trifft per Seitfallzieher, doch steht im Abseits. Es bleibt bis zum Pausenpfiff bei der bis dahin verdienten Führung der Gäste, doch Erfurt wird stärker, trifft in der 42. Minute in Person von Selim Aydemir die Latte und drängt auf den Ausgleich, der nach dem Seitenwechsel schließlich fallen soll. Danilo Dietrich schlenzt den Ball aus 20 Metern sehenswert ins Tor von Lok-Ersatzkeeper Lukas Wenzel, der chancenlos ist. Die Erfurter spielen nun in Richtung ihres gut gefüllten Fanblocks, und das scheint zunächst zu beflügeln. Die Hausherren machen mehr Druck, Joppes Team kommt kaum zu Aktionen. Und dann wechselt der 40-Jährige Romario Hajrulla ein.

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Der ehemalige Meuselwitzer trifft trocken aus sechs Metern, nachdem Paul Schinke nach einem astreinen Konter ihn mustergültig bedient. Selim Aydemir trübt die Stimmung sechs Minuten vor Schluss, als er zum 2:2-Endstand trifft. Kurz darauf noch einmal Aluminiumpech und -glück für die Leipziger: Innerhalb einer Minute klatscht der Ball zwei Mal an die Latte nach Freistoß von Milan Senic und Schuss von Hajrulla. Drei Minuten später atmen die Gäste durch, nachdem auch Erfurt in der 88. Minute nur das Aluminium trifft.

Offensivfußball jenseits jeder Taktik

Am Freitag beobachtete Rot-Weiß-Erfurt-Coach Thomas Brdarić im Bruno-Plache-Stadion den verdienten 2:1-Auftaktsieg des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen die Amateure der Hertha BSC Berlin und sammelte Erkenntnisse für das Spiel seiner Elf nur fünf Tage später. Die letzte halbe Stunde der Partie war jedoch von Willen und berauschenden Offensivfußball beider Teams jenseits jeder Taktik geprägt, Anweisungen von Björn Joppe oder von dem achtmaligen deutsche Nationalspieler Brdaric waren nicht mehr ausschlaggebend. Joppe hatte bereist vor der Partie prophezeit: „Das Spiel wird entweder komplett taktisch geprägt sein oder ein offener Schlagabtausch.“ Letzteres ist eingetreten, zum Glück mag der neutrale Zuschauer denken. Die Regionalliga-Saison 2019/2020 verspricht viel Spannung – Absteiger Energie Cottbus verliert 2:5 gegen Hertha BSC.

Rot-Weiß Erfurt: Cichos – Adomah (71. Brasnic), Lela, Surek (78. Abu-Alfa), Becken, Halili – Schmitt, Gladrow, Dittrich, Aydemir – Jovanovic
Lok Leipzig: Wenzel – Berger (59. Senic), Schulze, Zickert, Urban, Wolf – Salewski, Soyak (64. Hajrulla), Mvibudulu, Schinke – Ziane (79. Steinborn)
Tore: 0:1 Mvibudulu (5.), 1:1 Dittrich (51.), 1:2 Hajrulla (67.), 2:2 Aydemir (82.)
Schiedsrichter: Müller (Cottbus)
Zuschauer: 5671

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