26. Juni 2020 / 18:02 Uhr

Eric Stadie und Benedikt Sagstetter: Abwehrspezialisten in einem Team

Eric Stadie und Benedikt Sagstetter: Abwehrspezialisten in einem Team

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Eric Stadie ist glücklich, bei der Beach Liga dabei sein zu dürfen.
Eric Stadie ist glücklich, bei der Beach Liga dabei sein zu dürfen. © Peter Weber/Imago Images
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Der Kapitän des SV Lindow-Gransee und der Zuspieler der WWK Volleys Herrsching bilden bei der "Beach Liga" in Düsseldorf ein Team.

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„Wir kacken uns schon wieder ein, lass uns einfach mehr Spaß haben“ – mit diesen Worten analysierte Eric Stadie den ersten Satz im Duell mit Jonathan Erdmann und Theo Timmermann am gestrigen Nachmittag. Gemeinsam mit seinem Partner Benedikt Sagstetter zeigte der Kapitän des Volleyball-Zweitligisten SV Lindow-Gransee eine Reaktion und entschied den zweiten Durchgang für sich. Im Tie-Break mussten sich Stadie/Sagstetter jedoch geschlagen geben – die sechste Niederlage im neunten Spiel bei der „Beach-Liga“ in Düsseldorf hatte Bestand.

Das Duo, welches sich zuvor bereits kannte, jedoch nie gemeinsam im Sand stand, kann die luxuriöse Situation, derzeit auf hohem Niveau Beachvolleyball zu spielen, gut einschätzen. „Schon daheim und auch vor Ort mussten alle Spieler einen Corona-Test machen, die Auflagen und Regeln werden hier wirklich sehr ernst genommen“, lobt Stadie, der am Freitag in die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens reiste und seit Samstag täglich zwei Spiele absolvieren muss: „Uns geht es soweit gut, die Eindrücke sind durchweg positiv und es fehlt uns hier an nichts, auch wenn es von Tag zu Tag anstrengender wird. Das Wetter wird immer heißer, das geht schon ordentlich an die Substanz.“

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Auch deswegen gehen die insgesamt 16 Spieler – acht Herren-Teams duellieren sich in dieser Woche je zweimal gegeneinander, nachdem bereits vor Wochenfrist acht Frauenteams in Düsseldorf am Start waren – laut dem Lindower nicht immer mit 100 Prozent in jede Aktion. „Der Spielmodus ist für die geringe Vorbereitung aufgrund der Corona-Pandemie vielleicht ein bisschen übermütig“, glaubt Eric Stadie, „wobei die Idee, viele Spiele zu organisieren, grundsätzlich gut gedacht war, zumal wir uns das ja auch irgendwie gewünscht haben“.

Die Deutsche Meisterschaft am Timmendorfer Strand Ende August 2019 war das bislang letzte Beachvolleyball-Turnier, welches Stadie gespielt hat. Die Coronakrise veränderte auch für ihn, der in dieser Beach-Saison eigentlich mit seinem Mitspieler Matti Binder auf Tour gehen wollte, alles. Daher ist der 24-Jährige glücklich, dass die Beach-Liga ins Leben gerufen wurde: „Es geht vor allem darum, wieder auf professioneller Basis zu spielen, auch wenn es ohne Zuschauer wirklich sehr ungewohnt ist. Der angebotene Livestream ist aber eine tolle Sache, die Zuschauer können nebenbei interagieren. Ich kann nur hoffen, dass dies hier lediglich der Startschuss für dieses Event ist und es auch in den kommenden Jahren eine Beach-Liga geben wird.“

Als Sportler ist der Ehrgeiz des gebürtigen Berlins immer geweckt – als komplett neues Team und gegen starke Konkurrenz muss aber wirklich alles passen, um im vorderen Feld zu landen: „Wenn Teams wie Betzien/Westphal gegen uns ein perfektes Spiel auspacken, dann wird es schwierig. Wir müssen darauf hoffen, dass andere schwächeln und bei uns alles gelingt, dann ist vielleicht eine Top-Vier-Platzierung nach der Vorrunde drin.“ Diese würde für das Final-Four-Wochenende im Juli garantieren.

Lerneffekt für beide Seiten

Mit seinem Beachpartner Benedikt Sagstetter versteht sich Eric Stadie, der im Vorfeld dieses Turniers auch vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) für einen Beitrag begleitet wurde, prächtig: „Beni war für zwei, drei Tage in Berlin, wo wir uns ein wenig einspielen konnten. Wir merken beide, dass wir uns in der Abwehr wohl fühlen, müssen am Netz daher variabel agieren.“ Sogar noch etwas lernen kann er von dem 19-Jährigen, der unter dem Hallendach für den Volleyball-Erstligisten WWK Volleys Herrsching (Bayern) im Einsatz ist. „Benedikt ist immer super motiviert, ich gebe einen Satz dagegen mal zu schnell ab. Nach einem doofen Ball ist manchmal die Luft raus, doch er kann mich wieder motivieren.“

Auch Sagstetter selbst, der noch am Anfang seiner Beachkarriere steht, will von seinem Partner profitieren. „Ich habe Eric schon früher bei der Jugend-Olympiade verfolgt und kann von ihm vor allem in der Abwehr noch einiges lernen. Ich bin auch eher der ruhigere Typ, vielleicht bringt er mich dazu, etwas lauter zu werden“, verrät das 19-jährige Talent, das mit 1,96 Metern Körpergröße acht Zentimeter länger ist als Eric Stadie.