27. September 2019 / 21:16 Uhr

Erlebt die SG ihr "Blaues Wunder"? Fußballverein fürchtet um seine Existenz

Erlebt die SG ihr "Blaues Wunder"? Fußballverein fürchtet um seine Existenz

Matthias Klein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für einige Mannschaften der Sg Blaues Wunder könnte der Streit das Ende des Spielbetriebs bedeuten.
Für einige Mannschaften der Sg Blaues Wunder könnte der Streit das Ende des Spielbetriebs bedeuten. © Debbie Jayne Kinsey (Archiv)
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Es geht um drei Sportvereine, zwei Fußballplätze im Stadtteil Bult und eine gescheiterte Fusion. Und es geht um Fußballmannschaften, die nicht wissen, wo sie ab dem 1. Januar trainieren können: Die SG Blaues Wunder kann die neue Platzmiete für ihre 23 Mannschaften beim Post SV nicht bezahlen.

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Ursache dafür ist ein Streit zwischen dem Post SV Hannover und der SG Blaues Wunder. Seit seiner Gründung 1990 ist der Fußballverein SG Blaues Wunder auf der Anlage des Post SV zu Gast. Begonnen hatte der Fußballclub mit einer Mannschaft, inzwischen spielen dort 23 Mannschaften. Wenn es keine Lösung gibt, wird sich ein Teil der Teams zum Jahresende auflösen müssen, sagt SG-Vorsitzender Dirk Bornemann.

600 Euro monatlich gefordert

Denn der Post SV will ab dem 1. Januar die Spieler des anderen Vereins nur noch auf die beiden Fußballplätze und in die dazugehörigen Kabinen lassen, wenn Blaues Wunder Nutzungsgebühren zahlt. Für den B-Platz fordert der Post SV 600 Euro monatlich, für den A-Platz 40 Euro pro Stunde, nach Abschluss eines Vertrags 35 Euro.

„Das können wir uns nicht leisten“, sagt Bornemann. Für seinen Verein mit 400 Mitgliedern würde das eine Belastung von mehr als 30. 000 Euro pro Jahr bedeuten. „Wir wissen jetzt nicht, wie es weitergehen soll“, sagt der Vorsitzende. Und er kritisiert auch indirekt die Stadt , die die Anlage an den Post SV verpachtet hat. „Die Stadt sieht keine Möglichkeit, uns zu unterstützen.“

Bornemann sorgt sich auch um die jugendlichen Spieler. „In der Südstadt sind alle Vereine im Jugendbereich übervoll, da gibt es keinen Platz“, sagt er.

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Stadt will Posts B-Platz an Arminia übertragen

Ein bisschen Hoffnung für die SG Blaues Wunder kommt vom direkt benachbarten SV Arminia. Dessen Vorsitzender Frank Willig berichtet von einer engen Zusammenarbeit mit den Fußballern der SG. „Blaues Wunder spielt schon auf unseren Plätzen, aber es ist sehr eng geworden“, berichtet Willig. Es fehle aber nicht nur an Rasenflächen für Training und die Spiele beider Vereine, sondern auch an Kabinenplätzen.

Die Stadt will den B-Platz des Post SV an Arminia übertragen, damit er ohne Streitereien auch der SG Blaues Wunder zur Verfügung steht. Aber das allein würde noch nicht reichen, erläutert Bornemann. „Wir brauchen auch den A-Platz.“ Der werde vom Post SV nicht häufig genutzt.

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Turner sollen auf den A-Platz

Im Gegensatz zu Blaues Wunder hat der Post SV nur zwei Fußballmannschaften, Herren Ü40 und Ü50, berichtet der SV-Vorsitzende Sascha Wichert. Aber es gebe Planungen für den A-Platz. Denn der Post SV werde mit dem Verein Hannoversche Musterturnschule fusionieren. Dann kämen weitere 500 hinzu, und der Fußballplatz würde mit Turngruppen und Freizeitsportangeboten belegt. Sein Verein habe eigentlich mit der SG fusionieren wollen, berichtet Wichert. „Aber im Laufe der Verhandlungen hatten wir das Gefühl, nur noch hingehalten zu werden.“ Sein Verein habe jährlich für Blaues Wunder unter anderem für die Pflege der Plätze, Strom und Wasser 15. 000 Euro zahlen müssen.

„Nur Kosten wieder reinholen“

Die Nutzungsgebühren, die der Post SV für die Plätze genannt hat, seien gerechtfertigt. Die 600 Euro monatlich für den B-Platz ergeben sich aus 200 Euro für das Flutlicht, 200 Euro für die Bewässerung und 200 Euro für den defekten Ballfangzaun. Und 35 Euro pro Stunde kassiere die Stadt auch, sagt Wichert. „Wir wollen nur die Kosten wieder reinholen.“

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