03. April 2021 / 15:43 Uhr

"Taktlos": Hamann geißelt Haaland-Berater für Gespräche mit Topklubs – Kehl äußert sich

"Taktlos": Hamann geißelt Haaland-Berater für Gespräche mit Topklubs – Kehl äußert sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dietmar Hamann findet das Verhalten von Erling Haalands Berater denkwürdig.
Dietmar Hamann findet das Verhalten von Erling Haalands Berater denkwürdig. © Getty Images/IMAGO (Montage)
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Die Gespräche, die von den Beratern von BVB-Juwel Erling Haaland mit Topklubs in Spanien und England geführt wurden, stoßen bei Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann auf Unverständnis. 

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Der Trip von Alf-Inge Haaland und Mino Raiola zu mehreren europäischen Topklubs, um mögliche Transfer-Perspektiven für BVB-Supertalent Erling Haaland auszuloten, kommt in Deutschland mit Blick auf das eminent wichtige Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag nicht überall gut an. "Diese Schamlosigkeit zu haben, einen Tag vor dem Spiel diese Europa-Tour anzutreten - Barcelona, Madrid, auch nach England soll es noch gehen oder bereits gegangen sein - da fehlt mir jegliches Verständnis", schimpfte Sky-Experte Dietmar Hamann.

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Am Donnerstag waren zunächst Bilder und Videos publik geworden, die Haalands Vater Alf-Inge sowie Spielerberater Raiola bei der Ankunft am Flughafen von Barcelona zeigten, von wo sie zu einem Treffen mit dem neuen Barça-Präsidenten Joan Laporta fuhren. "Ich war sehr irritiert, als ich die Bilder sah", sagte Hamann. "Ich finde es im besten Falle taktlos, was sie da inszeniert haben. Es war kein Zufall, dass da Kameras waren." Anschließend soll es am Donnerstag und Freitag zu weiteren Treffen mit Vertretern von Real Madrid sowie einigen englischen Vereinen gekommen sein – und das kurz vor dem Spiel gegen die SGE, von dem angesichts von bereits vier Zählern Rückstand die Champions-League-Qualifikation des BVB abhängen dürfte und damit wohl auch der Verbleib Haalands in Dortmund.

"Die Dortmunder haben heute ein Spiel, wo es nicht um die Existenz geht, aber das wichtigste Spiel der letzten Jahre", sagte Hamann, dem vor allem das Timing der Europareise von Haalands Beratern auf die Nerven geht. "Zu sagen, dass ich irritiert war, wäre eine Untertreibung", so der frühere Nationalspieler weiter, der den 20 Jahre alten Haaland von Schuld freisprach. "Der Junge hat immer die richtigen Worte gefunden", habe sich stets klar positioniert und betont, wie sehr es ihm beim BVB gefalle. Allerdings gelte auch: "Wenn du Spieler bist und du kriegst das mit, da steht einer in der Mannschaft, wo der Vater und der Berater den Spieler anpreist, dann hilft das natürlich nicht."

Sebastian Kehl: "Wir brauchen Erling"

Haaland selbst hatte sich zwar zufrieden in Dortmund gezeigt, aber auch keinen Zweifel daran gelassen, dass die Qualifikation für die Champions League für seine Zukunft beim BVB essentiell sei. Diese Frage sei "ohne Zweifel ein entscheidender Faktor", sagte Haaland im Februar dem norwegischen Sender Viaplay. "Die Champions League ist das wichtigste Turnier. Und ich erwarte von mir, in jeder Saison für den Rest meiner Karriere dort zu spielen. Die Champions League ist besonders für mich."

Vor dem Spiel gegen Frankfurt äußerte sich BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. "Ehrlich gesagt gehen wir mit der Situation entspannt um. Unser Standpunkt ist klar. Wir planen fest mit Erling. Wir brauchen Erling, um unsere sportlichen Ambitionen zu erreichen." Allerdings wollte er sich nicht zu den langfristigen Planungen äußern. "Was die Zukunft ergeben wird, können wir ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr beeinflussen."