21. Januar 2022 / 19:19 Uhr

Erling Haaland vor Wechsel? So erging es anderen BVB-Stars nach ihrem Abschied von Borussia Dortmund

Erling Haaland vor Wechsel? So erging es anderen BVB-Stars nach ihrem Abschied von Borussia Dortmund

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vor Erling Haaland (links) haben auch schon andere Superstars den BVB verlassen. Jadon Sancho (von links), Pierre-Emerick Aubameyang, Shinji Kagawa, Mario Götze und Ousmane Dembélé konnten bei ihren neuen Klubs aber nicht überzeugen.
Vor Erling Haaland (links) haben auch schon andere Superstars den BVB verlassen. Jadon Sancho (von links), Pierre-Emerick Aubameyang, Shinji Kagawa, Mario Götze und Ousmane Dembélé konnten bei ihren neuen Klubs aber nicht überzeugen. © Getty Images/IMAGO/Laci Perenyi (Montage)
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Bei BVB-Stürmer Erling Haaland stehen die Zeichen im Sommer auf Abschied bei Borussia Dortmund. Doch nicht alle Wechsel zu einem neuen Klub verliefen für ehemalige Dortmunder positiv. Bestes Beispiel: Ousmane Dembélé, der beim FC Barcelona jüngst aussortiert wurde.

Er ist die spannendste Personalie der Bundesliga und hat seine Zukunft zuletzt noch mal angeheizt: Erling Haaland sprach dem 5:1-Sieg in der Bundesliga darüber, dass ihn die Bosse von Borussia Dortmund wegen seiner Zukunft unter Druck setzen würden. "Aber sie machen mir Druck, dass ich jetzt eine Entscheidung über meine Zukunft treffen soll. Deswegen muss ich bald eine Entscheidung fällen", sagte er gegenüber dem norwegischen TV-Sender Viaplay Fotball. Die Reaktion BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: verständnisvoll. "Erling ist ein spontaner Mensch und noch ein junger Bursche, der darf das, das ist kein Problem. Aber er muss auch ein bisschen Verständnis für unsere Situation haben."

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Der norwegische Toptorjäger kann die Dortmunder aufgrund einer Ausstiegsklausel trotz eines bis 2024 datierten Vertrags in diesem Sommer für 75 Millionen Euro verlassen. Interessenten gibt es mehr als genug. Real Madrid, der FC Barcelona oder doch der FC Bayern München? Gerüchte über potenzielle Abnehmer gab es in den letzten Monaten genug. Doch Haaland sollte gewarnt sein: Der BVB ist für junge Spieler zwar das ideale Sprungbrett, doch nicht immer entwickelt sich daraus eine glorreiche Karriere. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

Ousmane Dembélé

Wo er ist, ist Theater. Der talentierte Flügelflitzer wechselte 2016 für 35 Millionen Euro von Stade Rennes zum Revierklub. In 50 Pflichtspielen für den BVB erzielte der Franzose zehn Treffer und gab starke 22 Vorlagen. Schon nach einer Spielzeit war aber Schluss mit lustig. Dembélé erschien nicht mehr zum Training, wollte trotz laufenden Vertrags zum FC Barcelona wechseln. Das geschah dann auch - für die Sockelablöse von 105 Millionen Euro plus 35 Millionen leistungsabhängigen Bonusprämien. Zahlreiche Verletzungen warfen ihn bei den Katalanen immer wieder zurück.

Am Donnerstag kam es zum großen Knall. Weil die Vertragsverhandlungen über seinen auslaufenden Kontrakt stockten, hat Barca entschieden, dass er den Klub verlassen soll oder kein Spiel mehr absolviert. "Zu seinem eigenen Wohl und dem des Vereins muss er so schnell wie möglich gehen. Wir hoffen auf einen Transfer noch vor dem 31. Januar", sagte Sportdirektor Mateu Alemany. Findet Barca keinen Abnehmer, ist Dembélé im Sommer ablösefrei zu haben. Der Spieler selbst warf Barca "Erpressung" vor.

Jadon Sancho

Beim BVB war er der gefeierte Unterschiedsspieler, nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer für stattliche 85 Millionen Euro zu Manchester United in die Premier League läuft es für den Engländer aber nicht rund. Sancho ist kein Stammspieler, hat in 23 Pflichtspielen erst zwei Treffer erzielt. "Jeder hat von ihm erwartet, dass er einer der besten Spieler in der Mannschaft ist. Das ist psychologisch und emotional eine schwierigere Situation als bei Borussia Dortmund", erklärte sein Trainer, Ralf Rangnick kürzlich in der Sport Bild.

"Immer, wenn ich ihn trainieren sehe, ist er einer der besten Spieler. Aber es geht nicht nur darum, auf dem höchstmöglichen Niveau zu trainieren." Sondern es auch auf den Platz zu bringen - und das gelingt Sancho (Vertrag bis 2026) bei ManUnited noch nicht.


Shinji Kagawa

Wurde mit der Borussia unter Trainer Jürgen Klopp 2011 und 2012 zwei Mal in Folge Deutscher Meister und Pokalsieger und wollte sich dann verändern. Kagawa wechselte dann im Sommer 2012 für 16 Millionen Euro zu Manchester United - wurde dort aber nicht richtig glücklich. In 57 Spielen für den Premier-League-Klub kam er nur auf sechs Tore und zehn Vorlagen. Nach nur zwei Jahren auf der Insel kehrte er für acht Millionen Euro 2014 zur Borussia zurück. An die alte Leistungsstärke konnte der feine Techniker aber nicht mehr anknüpfen: Kagawa lieferte noch solide ab, war aber nicht mehr der Unterschiedsspieler der Meisterjahre.

Der BVB verlieh ihn im Januar 2019 erst an Besiktas Istanbul, verkaufte ihn dann im Sommer an Real Saragossa nach Spanien. Nach ein paar Monaten Vereinslosigkeit und einer Station bei POAK Saloniki in Griechenland, kickt Kagawa inzwischen beim belgischen Verein VV St. Truiden unter Trainer Bernd Hollerbach. "Ich habe mich entschlossen, zum STVV zu kommen. Ich möchte mit meinem Fußball und meiner Erfahrung dazu beitragen, dass die Mannschaft ihre Ziele erreicht"

Mario Götze

Wie Kagawa mit Dortmund zweifacher Deutscher Meister und Pokalsieger und als damaliges Top-Talent der neue Stern am Fußball-Himmel. Im Sommer 2013 folgte der überraschende Wechsel zu Dauerkonkurrent FC Bayern - und der Einbruch in der Entwicklung. Götze wird mit den Bayern zwar drei Mal Meister, kann aber nicht an seine Genialität aus Dortmunder Tagen anknüpfen. In der Liga hat er im Jahr 2015 eine Serie von 18 Spielen, die er ohne Torerfolg bleibt. 2016 kehrte der WM-Final-Held von Rio überraschend nach Dortmund zurück - und gestand seinen Wechsel zu den Bayern als Fehler ein.

"Als ich 2013 vom BVB zum FC Bayern gewechselt bin, war das eine bewusste Entscheidung, hinter der ich mich heute nicht verstecken will. Drei Jahre später blicke ich mit anderen Augen auf meinen damaligen Entschluss", so Götze damals. "Ich kann gut verstehen, dass viele Fans meine Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Ich würde sie so heute auch nicht mehr treffen." Nach seiner Rückkehr konnte Götze dem BVB aber nicht mehr so seinen Stempel aufdrücken, wie in seinen jungen Jahren. Im Sommer 2020 wurde sein Vertrag bei der Borussia nicht mehr verlängert, Götze wechselte in die Niederlande zu der PSV Eindhoven. Dort ist der ehemalige Nationalspieler aktuelle Tabellenführer, erzielte zuletzt seinen ersten Saisontreffer.

Pierre-Emerick Aubameyang

Der extrovertierte Angreifer kam 2013 von St. Etienne nach Dortmund, der BVB bezahlte 13 Millionen Euro Ablöse. Und Aubameyang lieferte. Der Stürmer erzielte in 213 Pflichtspielen 141 Tore für die Borussia, dazu kamen 36 Vorlagen. 2017 wurde er mit 31 Treffern Torschützenkönig in der Bundesliga. Allerdings neben allem sportlichen Wert, eckte der Gabuner aber auch immer wieder an. Vor allem, als er den Verein verlassen wollte. Aubameyang verpasste eine wichtige Teamsitzung, während die Kollegen in Berlin gegen Hertha spielten, kickte der nicht im Kader stehende Stürmer mit Kumpels in einer Soccerhalle. Im Januar 2018 wechselte der Stürmer dann für 63,75 Millionen Euro zu Arsenal London. Seine Quote kann sich auch in der Premier League sehen lassen: 68 Tore in 128 Spielen.

Allerdings: Mit dem Klub spielt er nicht in der Champions League, was BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Oktober 2019 zu folgendem Seitenhieb nutzte. "Klar ist es schwer, einen Spieler angesichts solcher Summen zu halten. Manche gehen dann wegen dieses Geldes zu Klubs, wo sie jahrelang nicht mehr Champions League spielen", meinte der BVB-Geschäftsführer gegenüber der Süddeutschen Zeitung und ergänzte mit Blick auf Aubameyang, dass dieser bei Arsenal "großartig" spiele und ihm in London "wahrscheinlich warm ums Herz" werde, "wenn er auf sein Konto schaut". Watzke weiter: "Aber mittwochs guckt er bei der Champions League regelmäßig nur im Fernsehen zu und ist traurig." Aubameyang bezeichnete Watzke daraufhin als "Clown". Zuletzt gab es ein Angebot von Al-Nassr Riad für den Angreifer des FC Arsenal.