02. Oktober 2020 / 09:36 Uhr

Erneut ein Titel: Dresdner Volleyballerinnen setzen Saisonziel hoch an

Erneut ein Titel: Dresdner Volleyballerinnen setzen Saisonziel hoch an

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Der Dresdner SC geht mit diesem Aufgebot in die neue Bundesliga-Saison.
Der Dresdner SC geht mit diesem Aufgebot in die neue Bundesliga-Saison. © Dresdner SC
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Zum Start in die neue Serie der Volleyball-Bundesliga muss der Pokalsieger vom Dresdner SC am Sonnabend beim SC Potsdam ran. DSC-Coach Alexander Waibl schätzt die Potsdamer als derzeit stärker und stabiler als Schwerin ein, was noch mal verdeutlicht, dass die Dresdner vor einer kniffligen Aufgabe stehen.

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Dresden. Als die Niederlage der DSC-Volleyballerinnen gegen Schwerin im Supercup feststand, blieb Cheftrainer Alexander Waibl entspannt. Die Gründe für den fehlenden Spielrhythmus und die nötige Wettkampfpraxis lagen auf der Hand. „Die Quarantäne hat uns gekillt“, brachte es der 52-Jährige kurz und knapp auf den Punkt, um dann sofort nachzuschieben: „Wir haben gesehen, dass wir eine starke Saison spielen werden. Das Potenzial ist riesig, wir haben alles in der Mannschaft, um eine erfolgreiche Saison zu spielen.“

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Der dienstälteste Trainer der Bundesliga, der in Dresden seine nunmehr zwölfte Saison bestreitet und seinen Vertrag inzwischen bis 2023 verlängert hat, will damit keinesfalls hochstapeln. Doch er ist erfahren genug, die Möglichkeiten seiner Schützlinge realistisch einzuschätzen.

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Deshalb würde ihn auch eine Niederlage zum Bundesliga-Start am Sonnabend (19 Uhr) in Potsdam nicht von seiner Überzeugung abbringen. Zum einen, weil er den Gastgeber als „derzeit stärker und stabiler als Schwerin“ einschätzt. Zum anderen, weil seine Schützlinge das noch fehlende Wettkampfgefühl natürlich nicht in ein, zwei Spielen wettmachen können.

Waibl: „Klopfen noch weitere Talente an“

Seine Zuversicht schöpft der Erfolgscoach aber aus den Möglichkeiten, die im neuformierten Kader stecken. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, in der aber die Mischung zwischen schon erfahrenen Athletinnen und aufstrebenden Talenten stimmt.“ Mit Libera Lenka Dürr und der spektakulären Verpflichtung von Außenangreiferin Jennifer Janiska steht zum Beispiel die jahrelang erfolgreiche Hauptachse der Nationalmannschaft in der Annahme auf dem Feld. Mit der Schweizer Auswahlspielerin Maja Storck und der US-Amerikanerin Naya Crittenden ist der DSC auf der Diagonalposition so gut wie schon lange nicht besetzt.

Dass sich die erfolgreichen College-Meisterinnen Jenna Gray, Morgan Hentz und Madeleine Gates schnell integriert haben, war gegen Schwerin bereits in Ansätzen zu sehen. „Mit der Tiefe im Kader bin ich sehr zufrieden. Da habe ich auf einigen Positionen die Qual der Wahl“, beschreibt Waibl ein „Luxusproblem“, das jeder Trainer gern hat. „Natürlich freue ich mich auch sehr, dass so viele Mädels aus dem eigenen Nachwuchs im Kader stehen“, weist Waibl auf ein Alleinstellungsmerkmal hin.

Kein anderer Bundesligist kann in dieser Hinsicht im Moment den Elbestädterinnen das Wasser reichen. „Und da klopfen noch weitere Talente an“, hat der Coach bereits ein Auge auf die eine oder andere Spielerin aus der eigenen Talenteschmiede geworfen. Gerade die Pokalheldinnen Sarah Straube und Monique Strubbe beweisen, dass man den Sprung ins Erstliga-Team schaffen kann.

Einsparungen auch am Budget für Spielerinnen und Trainer

Eine erfolgreiche Saison spielen, das weiß natürlich auch Waibl, heißt in Dresden, um Titel kämpfen. „Das ist immer unser Anspruch und wir wollen auch in dieser Saison etwas reißen“, redet der Coach nicht um den heißen Brei. Die hauptsächlichen Fragen, um die sich in den kommenden Monaten alles dreht, sind jedoch andere: Kann die Saison zu Ende gebracht werden? Wird man wirtschaftlich trotz verringerter Zuschauerzahlen über die Runden kommen?

DSC-Vorstandchef Jörg Dittrich sieht schon mit gemischten Gefühlen auf die Unwägbarkeiten: „Aufgrund der Großzügigkeit unserer Sponsoren und der staatlichen Unterstützung durch Kurzarbeit und die Inanspruchnahme eines Darlehens sind wir trotz des Abbruchs ohne nennenswertes Defizit aus der abgelaufenen Saison gekommen“, blickt er noch einmal zurück. „Natürlich müssen wir den Gürtel für die neue Spielzeit enger schnallen und Einsparungen auch am Budget für Spielerinnen und Trainer vornehmen, zumal wir auch nicht wissen, was uns die Zukunft bringt. So große Risiken, wie sie derzeit bestehen, hatten wir noch nie“, räumt er ein.

Stadtrat stimmt Modernisierungs- und Erweiterungsplänen zu

Auch Geschäftsführerin Sandra Zimmermann sieht sich seit Wochen und Monaten tausend neuen Herausforderungen gegenüber. „Bisher gehörten immer gewisse Eventualitäten wie Verletzungen oder ähnliches zu unserem Alltag. Aber seit Mitte März strömen fast stündlich völlig unbekannte Dinge auf uns ein.“ Zur Belastungsprobe würden vor allem Situationen, in denen man von medizinischen und Verwaltungsstrukturen abhängig sei. Das zeigte die Testspielreise nach Polen, die eine Quarantäne für die gesamte Mannschaft nach sich zog, mit aller Deutlichkeit. „Es sind viele Komponenten, die wir zum Teil nicht beeinflussen können, die aber unsere Geschäftsgrundlage und die Ausübung des Berufes gefährden. Und das kann ja täglich wieder auftreten. Da müssen wir immer wieder aufs Neue klug abwägen und Lösungen finden“, betont sie.

Ein nicht unwichtiges positives Zeichen in den unsicheren Zeiten kam jetzt vom Dresdner Stadtrat. Denn das Gremium stimmte den Modernisierungs- und Erweiterungsplänen für die Margon-Arena zu. Damit ist zumindest eine erste wichtige Hürde auf dem Weg zu einer konkurrenzfähigen Halle für die DSC-Volleyballerinnen genommen.