09. Januar 2019 / 22:02 Uhr

Erneute Chance vertan: FC Carl Zeiss Jena trennt sich von Pannewitz 

Erneute Chance vertan: FC Carl Zeiss Jena trennt sich von Pannewitz 

dpa
Fiel wieder auf: Kevin Pannewitz, hier  in seiner Zeit beim FC Hansa.
Fiel wieder auf: Kevin Pannewitz, hier noch im Trikot des FC Hansa. © dpa
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Kevin Pannewitz wurde eine große Fußballer-Karriere vorhergesagt. Doch der begnadete Techniker scheiterte immer wieder an sich selbst. Disziplinlosigkeit und Eskapaden zeichnen seinen Weg. In Jena erhielt er noch eine Chance. Nun trennen sich die Wege.

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Jena (dpa). Seine Fußballer-Karriere hatte Kevin Pannewitz schon abgeschrieben. Doch dann kam seine «gefühlt zehnte zweite Chance» und die wollte er beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena unbedingt nutzen. Aber der einst als eines der größten deutschen Fußball-Talente geltende Pannewitz ist wieder gescheitert: Am Mittwoch gab der Thüringer Traditionsverein die sofortige Trennung von dem Mittelfeldspieler bekannt. «Der FC Carl Zeiss Jena hat den Vertrag mit Kevin Pannewitz außerordentlich gekündigt», teilte der Verein in einer nur dreizeiligen Presseerklärung mit. Nähere Gründe, warum es zur Trennung kam, machte der Club aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht.

Wie die «Ostthüringer Zeitung» berichtete, soll der 27-Jährige nicht in der gewünschten körperlichen Verfassung aus der Weihnachtspause zurückgekehrt sein. Pannewitz habe einen Fitnesstest am ersten Trainingstag vorzeitig abbrechen müssen und dies mit einer langanhaltenden Erkältung begründet. Bereits in der Hinrunde soll er mit Gewichtsproblemen gekämpft haben. Im vergangenen Oktober war er aus disziplinarischen Gründen für eine Woche suspendiert worden.

Die Stationen von Kevin Pannewitz

Rasanter Aufstieg: In Berlin hatte Kevin Pannewitz das Fußball-Abc beim MSV Normannia, dem Frohnauer SC, dem Nordberliner SC und Tennis Borussia Berlin gelernt. In der Hauptstadt begegnete er auch Auswahltrainer Hans Oertwig, der ihn später noch einmal nach Oranienburg holen sollte. 2008 wechselte der Mittelfeldspieler in die A-Jugend des FC Hansa Rostock, kickte in der U19-Bundesliga. Zur Galerie
Rasanter Aufstieg: In Berlin hatte Kevin Pannewitz das Fußball-Abc beim MSV Normannia, dem Frohnauer SC, dem Nordberliner SC und Tennis Borussia Berlin gelernt. In der Hauptstadt begegnete er auch Auswahltrainer Hans Oertwig, der ihn später noch einmal nach Oranienburg holen sollte. 2008 wechselte der Mittelfeldspieler in die A-Jugend des FC Hansa Rostock, kickte in der U19-Bundesliga. ©
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Pannewitz meldete sich am Mittwochabend via Instagram zu Wort. «Ich will mich beim @fccarlzeissjena_official bedanken für die tolle Zeit und die Möglichkeit wieder Fuß zu fassen im Profi Bereich. Es war nicht immer leicht, aber ich werd mich immer wieder an die geile Zeit erinnern», schrieb Pannewitz.

Dass Pannewitz mit zu vielen Extra-Kilos auftauchte, passt ins Profil des gebürtigen Berliners. In seiner bewegten Karriere fiel er immer wieder durch Eskapaden auf. Mit 17 Jahren feierte der Mittelfeldspieler mit dem begnadeten Fuß bei Hansa Rostock sein Debüt in der 2. Bundesliga. Doch der Erfolg stieg Pannewitz zu Kopf: nächtliche Ausflüge inklusive Sauftouren, Suspendierung, ständige Gewichtsprobleme. Nach seinem unschönen Abgang 2012 mit dem Zweitliga-Abstieg von Rostock bekam er trotz seines schlechten Rufes von Felix Magath beim Bundesligisten VfL Wolfsburg eine Chance.

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Doch auch «Quälix» Magath scheiterte und sagte am Ende: «Pannewitz ist panne.» Von da an ging es für ihn abwärts bis in die 6. Liga. Der 1,85 Meter große Pannewitz wog zwischenzeitlich 125 Kilogramm. Er schleppte Kühlschränke und Waschmaschinen, arbeitete als Hausmeister. «Ich weiß, wie es ist, morgens um 4 Uhr als Hausmeister die Mülltonnen herauszufahren oder die Einfahrt zu kehren», sagte er.

Dann kam die Chance in Jena: Sein Schwager Timmy Thiele, der damals bei den Thüringern kickte, besorgte ihm ein Probetraining. Im Gegenzug sollte Pannewitz 30 Kilogramm abnehmen, was er schaffte. Pannewitz bestand im August 2017 das Probetraining in Jena und bekam einen stark leistungsbezogenen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. «Jetzt darf ich wieder dieses Leben als Profi genießen», sagte Pannewitz, nachdem er im Januar 2018 beim 0:1 (0:1) bei Fortuna Köln nach sechs Jahren Pause sein Comeback im Profi-Fußball gegeben hatte. Jetzt ist sein Traum vorerst aber erneut ausgeträumt.

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