28. Dezember 2020 / 16:43 Uhr

Ernste Worte im Meeting: Grizzlys Wolfsburg müssen gegen die Haie heiß sein

Ernste Worte im Meeting: Grizzlys Wolfsburg müssen gegen die Haie heiß sein

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Sergei Belov, Daniil Valitov von den Krefeld Pinguinen und Phil Hungerecker von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen die Grizzlys Wolfsburg gegen die Krefeld Pinguine am 20.12.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Bann gebrochen: Phil Hungerecker hat um sein erstes Tor für Wolfsburg gerungen (hier gegen Krefeld), in Iserlohn gelang es ihm. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Schwaches Spiel und erste Saison-Niederlage in Iserlohn, nur zwei Tage später hat Wolfsburgs Eishockey-Erstligist schon Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Am Dienstag (18.30 Uhr, live bei Magentasport) gastieren die Kölner Haie in der Eis-Arena.

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Vielleicht hatte die Weihnachtsgans noch schwer im Magen gelegen. In Iserlohn hatten sich die Gastgeber und die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Erstliga-Spiel am Sonntag spielerisch nicht mit Ruhm bekleckert, sondern eine Partie auf schwachem Niveau geliefert. Die Gäste hatten sich dabei offenbar obendrein zu sicher gefühlt, nachdem sie mit zwei feinen Toren, aber dennoch eher überraschend per Doppelschlag zehn Minuten vor Schluss mit 3:2 in Führung lagen. Vielleicht hatte das zu Überheblichkeit geführt, getreu dem Motto: Wir sind zwar schwach, aber wir kriegen es doch hin.

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Aber dann schlug Iserlohn noch einmal zurück. Und traf in dem seltsamen Spiel sogar mal im Powerplay, nachdem sich beide Mannschaften bei der Strafen-Orgie bis dahin in Überzahl blass präsentiert hatten. Bei den Grizzlys war das Powerplay symptomatisch für den ganzen Auftritt gewesen: Es gelangen kaum flüssige Passfolgen, es war langsam, statisch und durchschaubar. Dabei hatten das die Wolfsburger in dieser Saison zumindest schon besser gespielt. Bei Fünf gegen Fünf und in Überzahl.

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Die Strafen-Orgie sagte einiges über die Qualität des Spiels. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf: "Die Schiris haben alles richtig gesehen, es hätten sogar noch ein paar Strafen mehr sein können, es waren auf beiden Seiten ganz viele Faulheits-Fouls." So nennt man das, wenn gehakt, das Bein gestellt oder mit dem Stock auf den Stock geschlagen wird. Man war außer Position, hatte den entscheidenden Schritt zu wenig gemacht, dann foul gespielt.

Eine gewisse Lethargie war bei den Gästen von Anfang an spürbar gewesen. Pat Cortina war hinterher ziemlich sauer: "Nicht genug", meinte er kurz angebunden. "Wir waren über weite Strecken nicht auf einem guten Wettbewerbslevel." Und so war das übliche Meeting am Tag nach einem Spiel ziemlich ernst. Gegen die Haie ist eine Reaktion gefordert. "Ganz gut, dass das Spiel schon zwei Tage später ist", meint Fliegauf.


Rech weiter im Leistungsloch

Dann gibt es mehr Aufschluss über das richtige Gesicht der Grizzlys. Gegen Krefeld war der Auftritt zum Auftakt ordentlich, gegen Berlin richtig gut, in Iserlohn richtig schlecht. Positiv im ganzen Gemurkse am Seilersee aber: Phil Hungerecker schoss sein erstes Tor für die Grizzlys. Der Ex-Mannheimer kann ein Torjäger sein, braucht dafür Erfolgserlebnisse und hatte zuletzt kräftig gegen sein Formtief gearbeitet. Genau wie Garrett Festerling, der in Iserlohn zu den Besseren zählte und sich mit einem Tor belohnte.

Fliegauf: "Das hat mich für beide sehr gefreut, dass ihnen ihr erstes Saison-Tor gelungen ist." Ein Sorgenkind aber bleibt Toto Rech: Der Top-Torjäger der Vorsaison ist ein Schatten seiner selbst, tauchte erneut ab. Fliegauf: "Er muss sich jetzt irgendwie Selbstvertrauen holen durch gelungene Aktionen. Er weiß es selbst, ist willig, ich bin da zuversichtlich. Ich setze da auf den Ketchup-Flaschen-Effekt, wie das so ist bei Torjägern - fällt der Erste rein, dann kommen weitere."

Mit der dünnen Personaldecke war der schwache Auftritt in Iserlohn nicht zu erklären, dennoch wäre das eine oder andere Comeback gut. Und es bahnt sich an: Mathis Olimb war im Rahmen des Return-to-Play-Programms nach Verdacht auf Gehirnerschütterung sowie Nasenbruch in der Partie gegen Krefeld im Training wieder auf dem Eis, auch Sebastian Furchner (nicht näher definierte Oberkörper-Verletzung) war auf dem Eis. Vielleicht kehrt im Spiel in Düsseldorf zumindest einer der beiden schon zurück.